Psychoonkologische und -sexuelle Folgen einer Peniskarzinomerkrankung: Was können wir unseren Patienten bieten?
- 07.10.2025
- Peniskarzinom
- Leitthema
- Verfasst von
- PD Dr. Desiree Louise Dräger
- Jascha Held
- Maxi Madlen Völler
- Cesar Rojas Cruz
- Ferry Niepel
- Björn Thorben Bürk
- Angelika Borkowetz
- Erschienen in
- Die Urologie | Ausgabe 12/2025
Zusammenfassung
Das Peniskarzinom ist eine seltene, jedoch äußerst belastende Krebsform bei Männern, die sowohl physische als auch psychosoziale Herausforderungen mit sich bringt. Mit einer Inzidenz von 1–10 Fällen pro 100.000 Männer variiert die Häufigkeit weltweit, wobei höhere Raten in Entwicklungsländern beobachtet werden. Die Erkrankung führt häufig zu körperlichen Defiziten, Verlust des Penis sowie Beeinträchtigungen im Sexualleben, was zu erheblichen psychischen Belastungen wie Angst, Depressivität und einem verminderten Selbstwertgefühl führt. Besonders die Stigmatisierung und soziale Isolation spielen eine zentrale Rolle, v. a. in Kulturen, in denen Männlichkeit und Sexualität eng verbunden sind. Die klinische Einordnung basiert auf Tumorstadien, Invasionstiefe, Lymphknotenbefall und histologischer Differenzierung, wobei die Behandlung chirurgisch, onkologisch und präventiv mittels HPV-Impfung (humane Papillomaviren) erfolgt. Die psychosozialen Belastungen variieren je nach Tumorstadium und Therapieverlauf: Patienten im Frühstadium erfahren meist weniger psychische Belastung, während fortgeschrittene Stadien mit erheblichen emotionalen Belastungen verbunden sind. Die psychosexuellen Folgen, insbesondere nach Amputation, sind gravierend und beeinflussen das Körperbild sowie die Sexualfunktion nachhaltig. Studien belegen, dass eine frühzeitige psychoonkologische Betreuung, inklusive Beratung, Sexualtherapie und Traumainterventionen, die Lebensqualität deutlich verbessern kann. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Urologie, Onkologie, Psychoonkologie und Sozialarbeit ist essenziell, um eine ganzheitliche Versorgung sicherzustellen. In der Zukunft könnten digitale Angebote, individuelle Betreuungskonzepte sowie spezialisierte Programme die Versorgung weiter verbessern. Eine frühzeitige und umfassende psychoonkologische Unterstützung sollte integraler Bestandteil der Behandlung von Peniskarzinompatienten sein, um deren psychisches Wohlbefinden nachhaltig zu fördern. Insgesamt zeigt sich, dass die psychosoziale Versorgung bei dieser seltenen Erkrankung trotz ihrer Bedeutung bisher unzureichend integriert ist und durch gezielte Maßnahmen verbessert werden kann.
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- Titel
- Psychoonkologische und -sexuelle Folgen einer Peniskarzinomerkrankung: Was können wir unseren Patienten bieten?
- Verfasst von
-
PD Dr. Desiree Louise Dräger
Jascha Held
Maxi Madlen Völler
Cesar Rojas Cruz
Ferry Niepel
Björn Thorben Bürk
Angelika Borkowetz
- Publikationsdatum
- 07.10.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Peniskarzinom
Peniskarzinom
Psychoonkologie
Psychoonkologie
Humane Papillomviren
Sexuelle Dysfunktion
Sexuelle Dysfunktion
Sexuelle Dysfunktion
Angst
Urologie - Erschienen in
-
Die Urologie / Ausgabe 12/2025
Print ISSN: 2731-7064
Elektronische ISSN: 2731-7072 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00120-025-02703-5
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