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22.12.2016 | Originalien | Ausgabe 1/2017

Der Anaesthesist 1/2017

Peridurale Anästhesie zur Fetoskopie

Retrospektive Analyse einer Einjahreskohorte

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 1/2017
Autoren:
N. Kiefer, S. F. Suter, C. Berg, U. Gembruch, S. U. Weber

Zusammenfassung

Hintergrund

Fetoskopische Eingriffe ermöglichen die pränatale Therapie fetaler Erkrankungen, dabei kann zur mütterlichen Anästhesie die Periduralanästhesie (PDA) verwendet werden. Um die Sicherheit und Kreislaufverhältnisse während der PDA in einem gemischten Kollektiv zu untersuchen, analysierten wir die Fälle einer Einjahreskohorte unserer Klinik.

Methode

In die Studie wurden konsekutive schwangere Patientinnen eingeschlossen, die zwischen Mai 2011 und 2012 eine PDA zur Fetoskopie erhielten. Die Daten aus den Patientenakten wurden retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 23 Fälle eingeschlossen. Die Indikationen zur Intervention waren kongenitale Zwerchfellhernie (n = 9), Aortenklappenstenose (n = 8), sowie das fetofetale Transfusionssyndrom (n = 6). Die lumbale PDA wurde mit 0,09 (0,02, Median und Interquartilsabstand) ml Ropivacain 0,75 % pro cm mütterliche Körpergröße bestückt. Bei 11 Patientinnen erfolgte die Gabe titrierend, 12 Patientinnen erhielten eine Einzelgabe (mediane Dosis 0,08 (0,02) ml/cm Körpergröße Ropivacain 0,75 %). Der systolische Blutdruck änderte sich nach Anlage der PDA nicht signifikant, der mittlere arterielle Druck fiel von 93 (14) mm Hg auf 88 (15) mm Hg (p = 0,03). Die Herzfrequenz fiel von 96 (29) auf 89 (20) pro Minute (p = 0,02). Zum Zeitpunkt des Schnittes änderten sich Blutdruck und Herzfrequenz nicht signifikant. Während der Intervention wurde in 8 Fällen Cafedrin/Theodrenalin zur Kreislaufstützung appliziert (mediane Dosis 0,5 (1,5) ml). Eine Patientin zeigte eine hämodynamische Reaktion auf die Gabe von Atosiban. Alle Eingriffe konnten ohne Verfahrenswechsel komplettiert werden.

Schlussfolgerung

Die PDA war als Anästhesieverfahren bei dem untersuchten Spektrum fetoskopischer Eingriffe im Hinblick auf die mütterliche Hämodynamik gut geeignet.

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