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11.07.2018 | Periphere arterielle Verschlusskrankheit | Leitlinien | Ausgabe 4/2018

Der Kardiologe 4/2018

Kommentar zu den Leitlinien (2017) der ESC zu peripheren arteriellen Erkrankungen

Zeitschrift:
Der Kardiologe > Ausgabe 4/2018
Autoren:
Prof. Dr. C. Espinola-Klein, J. B. Dahm, C. Heiß, R. Zahn, C. Tiefenbacher
Wichtige Hinweise
R. Zahn hat an diesem Beitrag für die Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin der DGK mitgewirkt.

Zusammenfassung

Die 2017 veröffentlichte „European Society of Cardiology“(ESC)-Leitlinie „Periphere Arterielle Erkrankungen“ (PAE, „peripheral arterial diseases“) umfasst Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von atherosklerotischen Manifestationen in peripheren Gefäßen. Es werden zu allen arteriellen Versorgungsgebieten mit Ausnahme der Aorta und Koronararterien Empfehlungen formuliert. Der folgende Kommentar bezieht sich auf die Übersetzung der Pocket-Leitlinie und ist fokussiert auf die Empfehlungen zur Sekundärprävention, zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) und zur Karotisstenose. In den Empfehlungen zur Sekundärprävention wird die Atherosklerose als Erkrankung des gesamten Gefäßsystems betrachtet. Generell wird eine konsequente Einstellung der kardiovaskulären Risikofaktoren mit absoluter Rauchkarenz, dem Einsatz von Statinen sowie einer Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle empfohlen. Patienten mit Claudicatio intermittens sollten möglichst ein supervidiertes Gehtraining betreiben. Ein Thrombozytenaggregationshemmer sollte gegeben werden, wenn eine symptomatische pAVK vorliegt oder bei weiteren Manifestationen der Atherosklerose wie beispielsweise einer koronaren Herzerkrankung (KHK). Liegt eine starke Einschränkung im Alltag vor, wird eine Revaskularisation empfohlen. Bei Vorliegen einer Indikation zur Revaskularisation sollte bei kurzen Gefäßverschlüssen (z. B. <25 cm femoropopliteal) primär eine endovaskuläre Therapie erfolgen. Bei langstreckigen Verschlüssen oder Mitbeteiligung der A. femoralis communis sollte bei vertretbarem Risiko eine Operation erfolgen. Trotz fehlender Daten sollte nach interventioneller Revaskularisation für mindestens 1 Monat eine duale Plättchenhemmung gegeben werden. Patienten mit symptomatischer Stenose der Arteria carotis interna sollten bei niedrigem periprozeduralem Risiko eine zeitnahe Revaskularisation erhalten, wenn der Stenosegrad mehr als 50 % beträgt. Bei asymptomatischer Karotisstenose sollte eine Revaskularisation nur dann erfolgen, wenn zusätzliche Faktoren bestehen, die für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko sprechen. Patienten mit mindestens 50 %iger Karotisstenose sollten bei niedrigem Blutungsrisiko einen Thrombozytenaggregationshemmer erhalten. Generell ist bei peripherer Atherosklerose die interdisziplinäre Betreuung der Patienten in einem Team von Gefäßspezialisten zu empfehlen.

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