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Gefässchirurgie

Rehabilitation bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit: Bedeutung und Perspektiven der Telerehabilitation in Deutschland

Zusammenfassung

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) ist die dritthäufigste kardiovaskuläre Erkrankung und geht mit hoher Morbidität, Mortalität sowie einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einher. Rehabilitation verbessert die klinischen Ergebnisse, wird jedoch weiterhin nur unzureichend genutzt. In Deutschland, trotz mehr als 2,3 Mio. Betroffenen und steigender Hospitalisierungsraten, liegt die Inanspruchnahme rehabilitativer Maßnahmen unter 2 % aller kardiovaskulären Fälle und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen evidenzbasierten Leitlinienempfehlungen und klinischer Praxis.
Telerehabilitation hat sich als vielversprechender Ansatz zur Überbrückung dieser Versorgungslücke erwiesen. Erfahrungen aus der kardiologischen Rehabilitation belegen, dass heimbasierte, digital unterstützte Programme sicher, wirksam und kosteneffizient sind. Bei der PAVK konnten strukturierte häusliche Gehtrainingsprogramme eine Verbesserung der Gehstrecke, der funktionellen Kapazität, der Adhärenz und des kardiovaskulären Schutzes nachweisen. Pilotstudien, Real-World-Analysen und systematische Reviews bestätigen die Durchführbarkeit und Sicherheit, während laufende randomisierte Studien weitere Evidenz generieren.
Hindernisse für eine breite Implementierung sind eine geringe Gesundheitskompetenz, eingeschränkte digitale Akzeptanz bei älteren Patient*innen, Sicherheitsbedenken sowie fehlende Erstattungsmodelle. Politische Initiativen wie der EU-Plan für kardiovaskuläre Gesundheit und das deutsche pAVK-TeGeCoach-Projekt betonen digitale Lösungsansätze, deren Integration in die Regelversorgung jedoch noch aussteht.
Telerehabilitation stellt einen skalierbaren und potenziell kostenneutralen Ansatz dar, um das Missverhältnis zwischen Krankheitslast und Rehabilitationskapazität zu adressieren.
Titel
Rehabilitation bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit: Bedeutung und Perspektiven der Telerehabilitation in Deutschland
Verfasst von
Dr. med. Oana Bartos, FEBVS
Johannes Hatzl
Benedikt Reutersberg
Grischa Hoffmann
Christian Behrendt
Christian Uhl
Jörg Heckenkamp
Bernhard Dorweiler
Kommission Künstliche Intelligenz und Digitale Transformation der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin
Publikationsdatum
07.01.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Gefässchirurgie
Print ISSN: 0948-7034
Elektronische ISSN: 1434-3932
DOI
https://doi.org/10.1007/s00772-025-01296-9
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