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Gefässchirurgie

Universitäre gefäßchirurgische Lehre in Deutschland – eine Bestandsaufnahme

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Zusammenfassung

Hintergrund

Obwohl die Anzahl an Lehrstühlen zugenommen hat, ist die Gefäßchirurgie an vielen Universitäten unterrepräsentiert und fristet oft nur ein Sektionsdasein.

Fragestellung

Hat diese Unterrepräsentation Einfluss auf die akademisch-wissenschaftliche Lehre im Fach Gefäßchirurgie?

Material und Methoden

Über die Webseite Hochschulstart.de wurden die Universitäten ermittelt, die für das Wintersemester 2019/2020 Medizinstudienplätze anboten. Die Leitungen bzw. Lehrbeauftragen der gefäßchirurgischen Kliniken oder Abteilungen wurden gebeten, an einer Online-Umfrage über ihr curriculares Lehrangebot teilzunehmen.

Ergebnisse

Von 36 angeschriebenen Lehrverantwortlichen haben 26 an der Umfrage teilgenommen. Der Umfang der Regel-Lehrveranstaltungen (Hauptvorlesung, Seminare, Blockpraktika, Unterricht am Krankenbett etc) variierte erheblich. An Hauptvorlesungen pro Semester wurden 1,5 bis 12 akademische Lehrstunden angegeben mit einem Mittelwert von 6,1 h. An Universitäten mit Ordinariat oder eigenständiger gefäßchirurgischer Klinik wurden mit 7,0 bzw. 7,2 h im Semester im Durchschnitt 2 h mehr gelehrt als an Universitäten, in denen die Gefäßchirurgie als untergeordnete Einheit vertreten ist. Im Zentrum der Hauptvorlesungen stehen das Bauchaortenaneurysma (BAA) und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Während die Karotisstenose (50 %) und venöse Erkrankungen (46 %) noch relativ häufig in den Hauptvorlesungen gelehrt werden, gibt es Themen, die fast nie in den Lehrinhalten auftauchen (z. B. Wundmanagement, Gefäßverletzung).

Schlussfolgerungen

Die Lehre des Fachs Gefäßchirurgie weist an den deutschen Universitäten eine große Varianz auf. Lediglich die pAVK und das abdominelle Aortenaneurysma werden praktisch an jeder Universität von Gefäßchirurgen gelehrt. Für zentrale Krankheitsbilder wie etwa zerebrale Durchblutungsstörungen oder Thrombosen sind Studierende auf andere Fachdisziplinen angewiesen. Es erscheint sinnvoll, ein Kerncurriculum der gefäßchirurgischen Lerninhalte zentral zu entwickeln und in die Lehrpläne zu implementieren.
Titel
Universitäre gefäßchirurgische Lehre in Deutschland – eine Bestandsaufnahme
Verfasst von
Prof. Dr. A. Larena-Avellaneda
Dr. C.-A. Behrendt
PD Dr. F. Adili
Prof. Dr. E.S. Debus
Publikationsdatum
25.11.2019
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Gefässchirurgie / Ausgabe 8/2019
Print ISSN: 0948-7034
Elektronische ISSN: 1434-3932
DOI
https://doi.org/10.1007/s00772-019-00593-4
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Bildnachweise
Abdominelle laparoskopische Operation/© Игорь Гончаров / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), OP-Vorbereitung einer Seniorin/© sturti / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen), Laparoskopische Operation/© Nekrasov / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)