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Infektionen bei Gelenkersatz unter immunmodulierender Therapie

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Zusammenfassung

Der künstliche Gelenkersatz, insbesondere an Hüft- und Kniegelenken, hat sich in Deutschland zu einer etablierten Therapieoption bei degenerativen und systemisch entzündlichen Gelenkerkrankungen entwickelt. Mit der steigenden Zahl an endoprothetischen Eingriffen wächst jedoch das Risiko für postoperative Komplikationen, insbesondere für periprothetische Infektionen (PPI), die schwerwiegende Folgen wie verlängerte Heilungsphasen, Re-Operationen und Funktionseinschränkungen nach sich ziehen können. Patienten mit rheumatischen Erkrankungen und immunsuppressiver Therapie haben ein besonders hohes Risiko für PPI, da ihre Immunantwort durch Medikamente wie Glukokortikoide, DMARDs („disease-modifying anti-rheumatic drugs“) und Biologika stark beeinträchtigt wird. Präoperative Maßnahmen wie eine sorgfältige Anamnese und die Anpassung der immunsuppressiven Therapie sind entscheidend, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Diagnose einer PPI bei immunsupprimierten Patienten kann erschwert sein, da typische Symptome oft weniger ausgeprägt sind. Bei Verdacht auf eine Infektion sind eine frühzeitige diagnostische Abklärung und eine individualisierte Therapie erforderlich, die sowohl antibiotische Maßnahmen als auch chirurgische Interventionen umfassen kann. Ein interdisziplinäres Management zwischen internistischen Rheumatologen, (rheumatologischen) Orthopäden und Infektiologen ist für den Erfolg der Behandlung unerlässlich. Präventive Strategien und ein gezieltes perioperatives Risikomanagement können helfen, das Auftreten von PPI zu reduzieren und die langfristige Gesundheit der Patienten zu sichern.
Titel
Infektionen bei Gelenkersatz unter immunmodulierender Therapie
Verfasst von
Prof. Dr. med. Dr. habil. Stefan Rehart
Dr. med. Ole Schickedanz
Dr. med. Benedikt Wickler
Publikationsdatum
02.04.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Rheumatologie / Ausgabe 4/2025
Print ISSN: 0340-1855
Elektronische ISSN: 1435-1250
DOI
https://doi.org/10.1007/s00393-025-01643-x
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