Thorakoabdominale Pfählungsverletzung mit Aortenbeteiligung
Fallbericht mit Literaturanalyse
- Open Access
- 29.10.2025
- Pfählungsverletzung
- Kasuistiken
Zusammenfassung
Einleitung
Fallbericht
Unfallmechanismus und Verletzungsmuster
Präklinische Versorgung und Transport
Schockraummanagement und Bildgebung
Operatives Vorgehen
Intensivmedizin und Verlauf
Outcome und Nachsorge
Diskussion
Vergleich mit publizierten Fällen
Autoren | Trauma | Beteiligte Strukturen | Diagnostik | Therapie | Outcome | Besondere Aspekte |
|---|---|---|---|---|---|---|
Fradet et al. (1988) [1] | Armbrustbolzen | Aorta, Leber, Zwerchfell | CT | Thorakotomie, Patch-Plastik der Aorta | Überlebt | Bedeutung von präoperativer CT betont |
Noguchi et al. (1991) [2] | Verkehrsunfall | Aorta descendens (Transsektion) | Klinische Diagnose, Röntgen | Thorakotomie, Primärnaht | Überlebt | Schnelle Notfallintervention entscheidend |
Kipfer und Carrel (2000) [3] | Messerstich | Aorta descendens, kein Lungenbefall | CT | Thorakotomie mit extrakorporaler Zirkulation | Überlebt | Kardiopulmonaler Bypass für sichere Aortennaht |
Chittihavorn et al. (2008) [4] | Stabpfählung | Aorta descendens, kein Lungenschaden | Röntgen, Drainage, CT | Thorakotomie, Aorteninterponat | Überlebt | Fremdkörperfixierung für den Transport verhindert Komplikationen |
Lau et al. (2009) [5] | Stachelrochenstich | Aorta ascendens, Herz, V. cava | Klinische Diagnose | Notfallthorakotomie unter fortgeführter Reanimation | Verstirbt | Kombination von mechanischem und toxischem Schaden |
Tsuei et al. (2009) [6] | Holzpfahlpfählung | Aortenbogenkontusion ohne Perforation | Arteriogramm, Venogramm, Ösophagramm | Thorakotomie, Lungenkeilresektion, Thoracic duct ligation | Überlebt | Anatomische Variante („bovine arch“) schützte vor Gefäßperforation |
Thomson und Knight (2010) [7] | Holzstab Pfählung bilateral | Lunge, Aortakontusion, Zwerchfell, Magen, Leber | CT | Thorakotomie beidseits | Überlebt | Bilaterale perforierende und Kontusionsverletzung |
Psychologische Aspekte
Limitationen
Kernaussagen für die Praxis
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Thorakale Pfählungsverletzungen resultieren aus ungewöhnlichen Unfallmechanismen.
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Die Kombination aus Aortenverletzung und Mehrorgantrauma erfordert ein interdisziplinäres zeitkritisches Vorgehen und ein erweitertes Schockraumteam.
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Die Stabilisierung und Belassung des Fremdkörpers bis zur operativen Entfernung vermeiden sekundäre Komplikationen.
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Die endovaskuläre Versorgung mittels TEVAR sollte bei gedeckten Aortenrupturen als primäre Therapieoption angestrebt werden.
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Ein psychologisches Monitoring auf Belastungssymptome und frühzeitige psychotraumatologische Interventionen verbessern die Langzeitprognose signifikant.