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Erschienen in: Prävention und Gesundheitsförderung 2/2024

Open Access 09.06.2023 | Pflege | Originalarbeit

Gesundheitsförderungsbedarfe in der stationären Langzeit- und mobilen Betreuung und Pflege in Österreich

verfasst von: Karin Reis-Klingspiegl, Christine Neuhold, Karl Krajic, Margit Lintner, Gert Lang, Daniela Ramelow

Erschienen in: Prävention und Gesundheitsförderung | Ausgabe 2/2024

Zusammenfassung

Hintergrund

Gesundheitsförderung gilt seit mehr als einem Jahrzehnt als Empfehlung für Pflegesettings, um Gesundheit und Arbeitsfähigkeit des Personals, aber auch Gesundheit und Lebensqualität von betreuten Menschen sowie deren An- und Zugehörigen zu stärken.

Zielsetzungen

Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Gesundheitsförderung in österreichischen Pflegesettings Relevanz erlangt hat. Dazu berichten in der vorgestellten Studie Führungskräfte aus stationären und mobilen Einrichtungen der Langzeitbetreuung und -pflege den wahrgenommenen Bedarf sowie bestehende Angebote zu dessen Deckung. Der Bedarf wird nach Themen und nach drei Zielgruppen (Personal, Betreute, An- und Zugehörige) spezifiziert.

Material und Methoden

Die Erhebung folgt einem Mixed-Methods-Ansatz. Zunächst wurden 19 Telefoninterviews mit Führungskräften und ExpertInnen unterschiedlicher Trägerorganisationen, des Weiteren zwei Fokusgruppen mit 8 institutionellen VertreterInnen der Betreuten durchgeführt. Anschließend erfolgte eine schriftliche Online-Befragung von Führungskräften, an der mit 287 Rückmeldungen VertreterInnen von 24 % der 2021 österreichweit bestehenden Pflege- und Betreuungseinrichtungen teilgenommen haben.

Ergebnisse

Der Gesundheitsförderungsbedarf wird für die Zielgruppen relativ unabhängig vom Pflegesektor ähnlich beschrieben. Thematisch gleichen sich der Bedarf des Personals und jener der An- und Zugehörigen. Besonders betont wird der Bedarf im Umgang mit Menschen mit Demenz und in Bezug auf die Stärkung der eigenen psychischen Gesundheit. Bei den Betreuten besteht besonderer Unterstützungsbedarf für die Bewältigung ihrer Situation sowie für sinnstiftende Beschäftigungsangebote. Bei den berichteten Angeboten zeigt sich bei allen drei Zielgruppen eine häufig schlechte Passung von geäußertem Bedarf und bestehenden Angeboten.

Schlussfolgerungen

Die Anschlussfähigkeit von Gesundheitsförderung hat sich im vergangenen Jahrzehnt verbessert, aber kaum im Sinne einer umfassenden Settingorientierung. Weiteres Entwicklungspotenzial zeigt sich daher für bedarfs- bzw. situationsangepasste, insbesondere auch für ganzheitliche, nachhaltige Gesundheitsförderungsinterventionen.
Hinweise
Die Originalversion dieses Beitrags wurde korrigiert: aufgrund eines technischen Fehlers fehlten die englischen Keywords in dem Originalbeitrag. Folgende Keywords wurden nun ergänzt: Health promotion – Care sector – Personnel – Inpatient and mobile care and care of older people – Relatives.
Zu diesem Beitrag ist ein Erratum online unter https://​doi.​org/​10.​1007/​s11553-023-01074-z zu finden.

Hinführung zum Thema

Die Langzeitbetreuung galt lange Zeit nur begrenzt als Interventionsfeld der Gesundheitsförderung. Pflegesettings waren dann aufgrund ihrer Wahrnehmung als herausfordernder Arbeitsplatz zuerst Adressaten der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Der zusätzliche Einbezug der „NutzerInnen“ und dann auch der pflegenden Angehörigen und „informellen HelferInnen“ als Zielgruppen ist jüngeren Datums. Er wurde im deutschsprachigen Raum z. B. 2009 von ForscherInnen wie Doris Schaeffer und Andreas Büscher thematisiert [17].

Hintergrund und Fragestellung

Eine ExpertInnenstudie für Österreich [9] zeigte 2010, dass die Gesundheitsförderung – abgesehen von der BGF – im Praxisfeld der Altenpflege als wenig relevant wahrgenommen wurde. Diese Diagnose löste mehrere nationale und regionale Initiativen aus. Ein gutes Jahrzehnt später stellt sich nun erneut die Frage, ob und inwieweit die Gesundheitsförderung im Pflegesektor angekommen ist.
Die Europäische Kommission hat im Herbst 2022 die auf alle Beteiligten ausgerichtete European Care Strategy lanciert [5]. Sie soll u. a. die Situation der Betreuungs- und Pflegebedürftigen sowie die Situation der professionell oder informell Pflegenden verbessern. Längst gilt das Potenzial betrieblicher Gesundheitsförderung für den gesamten Pflegesektor als wissenschaftlich belegt [2, 6, 10, 18]. Spezifische Maßnahmen für Pflegekräfte können zu deren Gesundheit und Sicherheit beitragen [6, 10]. Das scheint bisher eher auf der Verhaltensebene gut evaluiert [2, 10]. Zusätzlich fördert die aktuelle Personalnot proaktive Maßnahmen wie die Gesundheitsförderung, die ForscherInnen seit rund 20 Jahren empfehlen [8].
Dennoch beschreiben österreichische Publikationen zum Pflegesektor [13, 16] organisationale und systemische Entwicklungsbedarfe und weiterhin Potenzial für gesundheitsfördernde Maßnahmen. Diese Berichte bilden mit den Erkenntnissen aus den drei Interventionsprojekten „Gesundheit hat kein Alter“1 den engeren Rahmen der nachfolgend vorgestellten Studie2. Konkret geht es darum, drei Fragen bezüglich Bedarf und bestehenden Angeboten zur Gesundheitsförderung für das Personal, für Betreute sowie An- und Zugehörige in der mobilen sowie der stationären Langzeitpflege systematisch auszuloten:
  • Inwiefern wird die Gesundheitsförderung von in diesem Bereich tätigen Einrichtungen als relevant wahrgenommen? Welchen Bedarf gibt es in Bezug auf Zielgruppen und Themen?
  • Welche konkreten Erfahrungen mit Gesundheitsförderungsinterventionen berichten die Settings? Setzen jene, die Erfahrung berichten, die Maßnahmen systematisch oder eher spontan um? Und wie nehmen die Zielgruppen diese an?
  • Welchen externen Unterstützungsbedarf formulieren Pflegesettings für die Umsetzung von Gesundheitsförderung?

Organisation der Pflege in Österreich

Die Pflegedienstleistungsstatistik weist für 2020 in Österreich 173 Leistungserbringer der mobilen, 813 der stationären Dienste aus. In den Einrichtungen arbeiteten insgesamt 67.807 Betreuungs- und Pflegepersonen, davon 31,6 % im mobilen, 68,4 % im stationären Bereich. Sie pflegten und betreuten 151.582 Personen mobil, 95.263 stationär [14]. 2021 blieben die Zahlen bezüglich der Betreuenden und Betreuten relativ konstant [19].
Die Organisation und Bereitstellung der Betreuungs- und Pflegedienste obliegt in Österreich den Ländern, die diese gemeinsam mit den Gemeinden finanzieren [14]. 2011 wurde ein zu zwei Drittel durch Bundesmittel finanzierter Pflegefonds eingerichtet, dessen Zuschüsse zur Harmonisierung des föderalen Dienstleistungsangebots beitragen sollen.
Die 850 Einrichtungen der stationären Langzeitpflege hatten 2018 zu je 50 % öffentliche und private Träger. Von den Privaten waren jeweils die Hälfte Non-Profit- und Profit-Unternehmen [1]. Ihre Tätigkeitsfelder und Größe sind unterschiedlich. Bestimmte Träger agieren in mehreren Bundesländern oder österreichweit, andere dominieren in einem Bundesland, betreiben wenige oder sogar einzelne Einrichtungen. Sie bieten entweder stationäre oder mobile Pflege- und Betreuungsleistungen an, manche auch beide Varianten. Bei großen Trägern geht das Leistungsportfolio auch über den Pflegebereich hinaus und umfasst weitere soziale bzw. gesundheitsbezogene Angebote wie Kinderbetreuung oder Krankentransport. Es handelt sich um heterogene, zersplitterte Strukturen, die ein historischer „Pflegeföderalismus“ [14] hervorgebracht hat.
Zur Qualitätssicherung tragen in Österreich das Nationale Qualitätszertifikat für Alten- und Pflegeheime (NQZ), auf Länderebene Patienten- und Pflegeanwaltschaften sowie in 8 von 9 Bundesländern der Verein VertretungsNetz als anwaltschaftliche Vertretungen betreuter und gepflegter Menschen bei.

Inhalt und Ziele

Dieser Beitrag zielt darauf ab, die aktuelle Verankerung von Gesundheitsförderung in den betrachteten Pflegesegmenten österreichweit darzustellen, intendiert aber auch, die Gesundheitsförderung als Ressource für die stationäre Langzeit- wie mobile Pflege in den Fokus zu rücken. Die dem Artikel zugrunde liegende Studie zum Bedarf und zu Angeboten der Gesundheitsförderung für Personal, Betreute, An- und Zugehörige bezog Führungskräfte aus Pflegesettings, VertreterInnen von Trägerorganisationen sowie von Betreuten ein.
Der Darstellung des Studiendesigns im nächsten Abschnitt folgen im Ergebnisteil die Beschreibung des berichteten Bedarfs sowie bestehender Angebote für die drei Zielgruppen. Die Diskussion fasst schließlich wesentliche Ergebnisse zusammen, vergleicht sie mit bisherigen Erkenntnissen der Forschung und beschreibt Limitationen.

Studiendesign und Untersuchungsmethoden

Das Studiendesign folgt einem Mixed-Methods-Ansatz. Telefoninterviews mit Führungskräften und ExpertInnen von 11 Trägerorganisationen und 2 Fokusgruppen mit institutionellen VertreterInnen der Betreuten dienten der Erhebung des Gesundheitsförderungsbedarfs aus deren Perspektive und insbesondere auch der Auswahl jener Gesundheitsförderungsmaßnahmen (Items), die in einer schriftlichen Online-Befragung mit geschlossenen und einigen offenen Fragen abgefragt wurden. Die Ergebnisse dieser Befragung von Führungskräften aus den Pflegesettings, welche die Einschätzungen für alle drei Zielgruppen getroffen haben, wurden mit den Teilnehmenden an den Telefoninterviews und Fokusgruppen diskutiert. Ihre Inputs fließen in diese Darstellung ein.

Qualitative und quantitative Erhebung

Die Akquise für die leitfadengestützten Telefoninterviews und Fokusgruppen erfolgte durch ein Anschreiben per E‑Mail mit nachfolgendem Telefonat. So konnten im August 2021 Interviews mit 19 Personen und 2 Fokusgruppen mit insgesamt 8 Personen umgesetzt werden. Basis für den eingesetzten Leitfaden waren die in Bezug auf Gesundheitsförderung relevanten Handlungsfelder der beiden aktuellen österreichischen Publikationen [13, 16]. Die Ergebnisse dieser tabellarisch ausgewerteten Gespräche bildeten die Basis für die Auswahl der sechs Themenfelder des Online-Fragebogens: Führungs- und Einrichtungskultur, Gewaltprävention, psychische Gesundheit, Demenz, Orientierung und Transparenz sowie sozialer Zusammenhalt.
Im Fragebogen wurden jedem Themenfeld Maßnahmen der Gesundheitsförderung für die 3 Zielgruppen zugeordnet. Zu jeder Maßnahme (Item) konnte angegeben werden, ob sie in der Einrichtung nicht, teilweise oder systematisch umgesetzt wird. Zusätzlich wurde die Einschätzung erhoben, ob für die jeweilige Maßnahme kein, mittlerer oder hoher Bedarf besteht. Der Abfrage dieser spezifischen Items folgten offene Fragen zur gewünschten externen Unterstützung und zur Akzeptanz bestehender Angebote. Zusätzlich wurden einrichtungsbezogene Daten erhoben, wie z. B. die Anzahl von MitarbeiterInnen und betreuten Personen, bestehende Erfahrungen mit Gesundheitsförderung sowie personenbezogene Daten (Funktion, Dauer der Pflegetätigkeit, Alter, Geschlecht).
Für die Formulierung der Items galt der Anspruch ihrer Verständlichkeit ohne spezifische Vorkenntnisse in der Gesundheitsförderung. Dieser wurde in einem Pre-Test mit fünf Einrichtungen und durch ExpertInnen-Feedback überprüft.

Datenerhebung und -auswertung

Im Sommer 2021 erhielten 807 Pflegewohnheime und 383 Stützpunkte der mobilen Pflege über 8 Landesverwaltungen ein Einladungs-, später ein Erinnerungsschreiben jeweils mit Link zum Fragebogen. Im 9. Bundesland erfolgte der Versand durch die Studienautorinnen. Von N = 11903 versandten Einladungen konnten n = 287 Fragebögen in die Auswertung einbezogen werden. Das entspricht einer Rücklaufquote von 24 %.
Die Online-Befragung erfolgte über LimeSurvey (Version 3.16.1). Die Daten wurden exportiert und mit SPSS® 27 (IBM, New York, USA) ausgewertet. Die Analyse erfolgte mit deskriptiven statistischen Methoden wie Häufigkeitsverteilungen und zweidimensionalen Kreuztabellen. Die Signifikanz von Zusammenhängen wurde mit einem χ2-Test (p < 0,050) berechnet. Alle Variablen sind nach dem Pflegesektor (stationär, mobil) stratifiziert. Dabei bleiben 17 Rückmeldungen, die beide Pflegesektoren repräsentieren, unberücksichtigt. Die Anzahl fehlender Werte war gering (< 3 %), sodass sie die Genauigkeit der Ergebnisse kaum beeinflussen. Die ausgewiesenen Prozentzahlen sind gerundet.

Ergebnisse

Die nachfolgende Darstellung beschreibt zunächst die Zusammensetzung der Stichprobe, dann inhaltliche Ergebnisse für die drei Zielgruppen unter Bezugnahme auf die beiden Pflegesektoren.

Teilnehmende Einrichtungen und antwortende Personen

Von den 287 Rückmeldungen stammen 61 % aus stationären, 32 % aus mobilen Einrichtungen. Der Rest bietet sowohl stationäre als auch mobile Dienste an. Mehr als die Hälfte (54 %) der Einrichtungen hat öffentliche Träger. In 39 % der stationären Einrichtungen sind 51–100 Personen beschäftigt, in 26 % 26–50 und in 16 % 101–200. Im mobilen Sektor geben Stützpunkte mit bis zu 25 Mitarbeitenden (46 %) am häufigsten Rückmeldung, ihnen folgen Dienste mit 26–50 Mitarbeitenden (22 %).
Die befragten Führungskräfte beschreiben sich zu 81 % als weiblich, zu 17 % als männlich, zu 1 % als divers. Etwa drei Viertel (77 %) arbeiten schon länger als 10 Jahre im Pflegebereich, sie sind überwiegend 51 Jahre oder älter (42 %) bzw. zwischen 41 und 50 Jahre (37 %) alt. Im Sample sind ältere Beschäftigte in Bezug auf statistische Vergleichswerte geringfügig überrepräsentiert [15], was aus der Adressierung von Führungskräften folgt.

Gesundheitsförderung für Mitarbeitende und Führungskräfte

Insgesamt benennen 70–95 % der Befragten einen Bedarf an Gesundheitsförderungsmaßnahmen für das Personal. Am höchsten ist der kumulierte mittlere oder hohe Bedarf in Bezug auf Maßnahmen zum Umgang mit Menschen mit Demenz (93 %, davon 61 % mit hohem Bedarf), in Bezug auf fachliche Weiter- und Fortbildungen (93 % bzw. 59 %) sowie in Bezug auf die Sensibilisierung für und Stärkung der psychischen Gesundheit (95 % bzw. 51 %). Die nächstgereihten Bedarfe betreffen Maßnahmen zur Teamkultur (90 % bzw. 49 %) sowie zur raschen, aktiven und verständlichen Information des Personals durch Führungskräfte (85 % bzw. 49 %). Am Ende der Bedarfsliste stehen Maßnahmen zur Beteiligung des Personals (79 % bzw. 22 %) sowie zur Integration von Personal mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen (74 % bzw. 16 %).

Unterschiede zwischen mobil und stationär

In der stationären Langzeitpflege besteht der größte Bedarf (mittlerer oder hoher) für Maßnahmen zur Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit (96 %). Entsprechende Angebote setzen 18 % der Einrichtungen systematisch4 um, 35 % gar nicht. Von diesen 35 % ohne Angebot (n = 62) beschreiben 63 % einen hohen und 32 % einen mittleren Bedarf für Maßnahmen.
Der zweithöchste Bedarf (mittel oder hoch) betrifft mit 94 % Maßnahmen zum Umgang mit Menschen mit Demenz, der dritthöchste (90 %) Maßnahmen zur fachlichen Weiter- und Fortbildungen (vgl. Abb. 1).
Im mobilen Sektor deckt sich der kumulierte mittlere oder hohe Bedarf in Bezug auf zwei Bereiche thematisch mit dem stationären Sektor, wenn auch in anderer Reihenfolge. 98 % sehen Bedarf für Maßnahmen zur fachlichen Weiter- und Fortbildung. Dazu haben 43 % der Stützpunkte systematische Angebote, 5 % keine. 93 % berichten Bedarf für Maßnahmen zum Umgang mit Menschen mit Demenz. Dazwischen liegen mit 96 % wahrgenommenem Bedarf spezifische Trainings für Führungskräfte, die 39 % (n = 36) der Einrichtungen nicht anbieten. Von diesen 36 Einrichtungen ohne Angebot schildern 56 % hohen Bedarf für entsprechende Maßnahmen.

Annahme bestehender Angebote und Unterstützungsbedarf

In beiden Sektoren gut angenommen sind Angebote zur Stärkung der Teamkultur (n = 60 Nennungen), zur Fort- und Weiterbildung (n = 49 Nennungen) sowie zum Umgang mit Menschen mit Demenz (n = 32 Nennungen). Angebote zur Supervision polarisieren: 32 Rückmeldungen beschreiben sie als gut, 53 als schlecht angenommen. Das deckt sich mit Aussagen aus den qualitativen Erhebungen, in denen Supervision sowohl als „wohltuend“ als auch mit einem „Image der Schwäche“ verbunden besprochen wurde. Beeinflusst wird die Akzeptanz von Supervision – wie in anderen Studien [11] – durch das Verhalten (Vorbildfunktion) der Führungskräfte. Deren Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst wird als entscheidend beschrieben.
Externe Unterstützung wünschen sich die Befragten bei der Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit (n = 64 Nennungen), bei körperbezogenen Gesundheitsangeboten (n = 43 Nennungen) und in der Gewaltprävention (n = 35 Nennungen).
Der Unterstützungsbedarf bezüglich Gewaltprävention deckt sich mit Aussagen aus der qualitativen Erhebung. Dort wurden teilweise etablierte Maßnahmen nach Gewaltvorfällen geschildert, gleichzeitig aber das Fehlen einer generellen Gewaltprävention aufgezeigt.

Gesundheitsförderung für Betreute

Bei den Betreuten sehen 76–91 % der Befragten mittleren oder hohen Bedarf für Maßnahmen zu folgenden Themen: Bewältigung von Belastungen und Beeinträchtigungen (91 %, davon 57 % hoch), sinnstiftende Beschäftigungsangebote (79 % bzw. 48 %), altersgerechte Ernährung (77 % bzw. 47 %), persönliche Bezugsperson in der Betreuung (66 % bzw. 44 %).
Zur Unterstützung bei der Bewältigung von Belastungen und Beeinträchtigungen bieten weniger als die Hälfte der Einrichtungen (45 %) systematische Angebote. 46 % der Einrichtungen bieten diese teilweise, 9 % keine. Mit Angeboten in 91 % der rückmeldenden Settings handelt es sich dennoch um jenen Bedarf, zu dem es am häufigsten Angebote gibt. Systematische Maßnahmen für Betreute werden am häufigsten zu folgenden Themen gesetzt: einer altersgerechten Ernährung (64 %), zur Wahrung der Privatsphäre (60 %) sowie zur raschen, aktiven und verständlichen Information (50 %).

Unterschiede zwischen mobil und stationär

In der stationären Langzeitpflege deckt sich der für die Betreuten genannte Gesundheitsförderungsbedarf auf den ersten drei Plätzen des Rankings mit den Gesamtergebnissen. Vierte Priorität hat der Bedarf an qualitätsgesicherten Bewegungstrainings in Kleingruppen (53 % hoch, 33 % mittel). Er wird verhältnismäßig häufig systematisch (61 %) gedeckt (vgl. Abb. 2).
Im mobilen Sektor steht der Unterstützungsbedarf bei der Bewältigung der Belastungen und Beeinträchtigungen ebenfalls an erster, der Bedarf an einer altersgerechten Ernährung an dritter Stelle. Zweite Priorität hat die rasche, aktive und verständliche Information der Betreuten. Angebote dazu werden am häufigsten von allen Maßnahmen prinzipiell (92 %) und systematisch umgesetzt (52 %), zugleich ist der gemeldete Bedarf weiterhin hoch (66 %).

Annahme bestehender Angebote und Unterstützungsbedarf

Bestehende sinnstiftende Beschäftigungsangebote werden häufig gut angenommen (n = 44 Nennungen). Das gilt auch für qualitätsgesicherte Bewegungstrainings (n = 32 Nennungen). Angebote zur Beteiligung der Betreuten polarisieren: Sie werden gut angenommen (n = 32 Nennungen) und gleichzeitig am öftesten nicht angenommen (n = 21 Nennungen). Externe Unterstützung wünschen sich die Befragten bei Angeboten zur Bewältigung von Belastungen und Beeinträchtigungen (n = 31 Nennungen), beim Einbezug von persönlichen Bezugspersonen für Betreute sowie bei sinnstiftenden Beschäftigungsangeboten (jeweils n = 24 Nennungen).

Gesundheitsförderung für An- und Zugehörige

Aus Sicht der Rückmeldenden besteht für An- und Zugehörige ausgeprägter Bedarf (mittlerer oder hoher) für folgende gesundheitsfördernde Interventionen: Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit (87 %, davon 43 % hoch), Beratungs- und Vernetzungsangebote zu Demenz (84 % bzw. 42 %), rasche, aktive und verständliche Information (81 % bzw. 41 %). Weiterer Bedarf bezieht sich auf die Übernahme aktiver Rollen An- und Zugehöriger im Betreuungsalltag (76 % bzw. 36 %) sowie auf Gewaltprävention (81 % bzw. 31 %). Für Maßnahmen zu einer verstärkten Partizipation An- und Zugehöriger sehen 55 % der Befragten Bedarf, 11 % davon hohen.
In 81 % der Pflegesettings bestehen jeweils Angebote zur raschen, aktiven und verständlichen Information An- und Zugehöriger sowie zur Förderung ihrer aktiven Rollen im Betreuungsalltag. Systematisch sind diese Angebote in 43 % bzw. 26 % der Pflegesettings. Systematische Beratungs- und Vernetzungsangebote zu Demenz berichten 17 % der Einrichtungen, Maßnahmen zur Gewaltprävention 12 %. Je 11 % systematische Umsetzung erfahren Angebote zur Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit An- und Zugehöriger sowie solche zu ihrer Beteiligung.

Unterschiede zwischen mobil und stationär

Die genannten mittleren oder hohen Bedarfe decken sich in veränderter Reihenfolge mit jenen in der stationären Langzeitpflege: rasche, aktive und verständliche Information (86 %), Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit (85 %), Beratungs- und Vernetzungsangebote zu Demenz (83 %).
Während Angebote zur Information verhältnismäßig systematisch zur Umsetzung kommen (49 %), sind Maßnahmen zu den beiden anderen Themen kaum etabliert. Jeweils 47 % geben sogar an, gar kein Angebot zur psychischen Gesundheit sowie zur Beratung und Vernetzung An- und Zugehöriger zum Thema Demenz zu haben (vgl. Abb. 3).
Die Studie zeigt, dass auch Pflegesettings, die bisher kein Angebot zur Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit An- und Zugehöriger umsetzen (n = 36), zu 28 % hohen und 36 % mittleren Bedarf dafür sehen. Von den Organisationen ohne Beratungs- und Vernetzungsangebot zu Demenz (n = 32) nennen 56 % hohen, 16 % mittleren Bedarf.
Im mobilen Sektor zeigt sich ein ähnliches Bild des Bedarfs, allerdings in einer anderen Reihenfolge. Darüber hinaus ist die Lücke zwischen wahrgenommenem Bedarf und systematischen Angeboten noch größer als im stationären Bereich. Maßnahmen zur Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit haben zweite Priorität (89 %), systematische Angebote dazu gibt es kaum (16 %). Für Maßnahmen zum Thema Demenz melden zwar 87 % Bedarf, aber nur 23 % systematische Angebote. Für Maßnahmen zur raschen, aktiven und verständlichen Information An- und Zugehöriger beschreiben 71 % Bedarf und 27 % berichten systematische Angebote.

Annahme bestehender Angebote und Unterstützungsbedarf

An- und Zugehörige nehmen bestehende Angebote zur raschen und verständlichen Information (n = 34 Nennungen), zur Förderung ihrer aktiven Rolle im Betreuungsalltag (n = 24 Nennungen) sowie zur Beratung und Vernetzung zum Thema Demenz (n = 21 Nennungen) gut an. Konkrete Angebote zur Beteiligung, z. B. bei der Raumgestaltung, in einem Angehörigenbeirat oder an Schulungen werden dagegen als kaum oder gar nicht angenommen beschrieben (n = 21 Nennungen). Als schwierig bezüglich der Akzeptanz durch die Zielgruppe erweisen sich auch Angebote zur Sensibilisierung für die und Stärkung der psychischen Gesundheit (n = 11 Nennungen). Externe Unterstützung wünschen sich die Befragten insbesondere für Maßnahmen zum Thema Demenz (n = 51 Nennungen), zur psychischen Gesundheit (n = 48 Nennungen) und zur Gewaltprävention (n = 44 Nennungen).

Diskussion und Schlussfolgerungen

Knapp ein Viertel (24 %) der eingeladenen Pflegesettings haben an der Online-Befragung teilgenommen. Anzunehmen ist, dass Organisationen mit Erfahrung in der Gesundheitsförderung, das sind knapp 70 % der Teilnehmenden, häufiger bereit waren, sich zu beteiligen, als Organisationen ohne entsprechende Erfahrung. Konkrete Zahlen liegen dazu nicht vor.
Von allen Rückmeldenden stimmen 26 % 1 Item, 14 % 2 Items und 30 % 3 Items5 in Bezug auf ihre Gesundheitsförderungserfahrung zu. Die Auswertung zeigt jedoch, dass der Gesundheitsförderungsqualitätsindex6 wie auch die Größe der Einrichtung oder das Alter der Befragten keinen signifikanten Einfluss auf die Beschreibung des Bedarfs haben.
Der Bedarf wird in den drei Zielgruppen – relativ unabhängig vom Pflegesektor – ähnlich beschrieben. Beim Personal der mobilen Dienste sind der Wunsch nach gesundheitsbezogenen Führungskräftetrainings spezifisch sowie – aus der qualitativen Erhebung – Unterstützung beim Umgang mit KlientInnen mit psychiatrischen Diagnosen, den andere Bedarfsanalysen bestätigen [12]. Thematisch ähnelt der für das Personal genannte Bedarf jenem der An- und Zugehörigen. Es geht v. a. um den Umgang mit Menschen mit Demenz und die eigene psychische Gesundheit. Fachliche Fortbildungen sind ein spezifischer Bedarf des Personals, die rasche, aktive, verständliche Information einer der An- und Zugehörigen.
Einige Modelle der Arbeitsgesundheitsforschung [4] legen arbeitsrelevantes Fachwissen als wesentliche Determinante für die gesundheitlichen Auswirkungen von Arbeit nahe: Mehr berufsbezogene Kompetenz führt zu mehr Kontrolle bzw. weniger Beanspruchung durch Belastungen [2, 7]. Dem wäre mit Schulungen zum Umgang mit Menschen mit Demenz sowie durch fachliche Fortbildungen, im Speziellen auch durch Führungskräftetrainings Rechnung zu tragen. Das passt zur Annahme, dass das Management entscheidenden Einfluss auf die erfolgreiche Integration von Gesundheitsförderung in Pflege- und Betreuungseinrichtungen hat [2, 7, 11]. Es scheint daher zentral, dass Führungskräfte das Konzept verstehen und umsetzen können [7, 18].
In Bezug auf die Betreuten besteht besonderer Unterstützungsbedarf bei der Bewältigung ihrer Situation, für sinnstiftende Beschäftigungsangebote und für eine adäquate Ernährung. Bei den mobil Betreuten zeigt sich zusätzlich der Bedarf an rascher, aktiver und verständlicher Information.
Die offenbar oft schlechte Passung von Bedarf und bestehenden Angeboten betrifft alle drei untersuchten Zielgruppen. Es entsteht der Eindruck, dass bestehende Angebote nicht vorrangig bedarfsorientiert entstehen, sondern Kriterien wie verfügbare Ressourcen oder vorhandene Kompetenzen die Angebote wesentlich mitbestimmen. Mit dem Versorgungsauftrag enger verbundener Bedarf, wie der nach Unterstützung für den Umgang mit Menschen mit Demenz, wird eher gedeckt als jener zur Stärkung der psychischen Gesundheit des Personals, auch wenn diese als wesentlich für die Arbeitsfähigkeit und den Verbleib in der Pflege gilt [18].
Dem Argument der besonderen Bedeutung des Versorgungsauftrags folgt auch die Erkenntnis, dass die meisten systematischen Angebote für Betreute im stationären Setting bestehen. Hier erfahren Maßnahmen zu Ernährung und Bewegung mehr Aufmerksamkeit als Maßnahmen zu psychosozialen Themen wie die Bewältigung der Situation oder sinnstiftende Beschäftigung.
Angebote für An- und Zugehörige werden am seltensten systematisch umgesetzt. Das birgt insofern Dramatik, als An- und Zugehörige in Österreich etwa 80 % des Betreuungs- bzw. Pflegebedarfs decken [3]. Die Studie bildet zwar evtl. bestehende regionale Angebote zur Unterstützung und Entlastung An- und Zugehöriger nicht ab, legt aber nahe, den mobilen Diensten diese Aufgabe in Kooperation mit kommunalen Strukturen wie etwa Community Nurses zu übertragen.
Der Wunsch nach externer Unterstützung besteht in Bezug auf Personal und An- und Zugehörige zu ähnlichen Themen: zur Stärkung der eigenen psychischen Gesundheit und zur Gewaltprävention. Gewalt ist im Kontext von Pflege und Betreuung ein bekanntes Risiko. Einrichtungen berichten teilweise von etablierten Maßnahmen nach Gewaltfällen, präventive Angebote scheinen aber selten. Der Wunsch nach externer Unterstützung ist hier groß [2, 18]. In Bezug auf die Betreuten gilt der Wunsch nach externer Unterstützung in erster Linie für die Bewältigung von Belastungen, für die Sicherung von persönlichen Bezugspersonen und die Entwicklung eines differenzierten, damit eher sinnstiftenden Beschäftigungsangebots.
Welche Schlüsse bezüglich der tatsächlichen Implementierung von Gesundheitsförderung in die österreichische Langzeitbetreuung ermöglicht nun die Studie? Der Anteil von 70 % an der Studie Teilnehmender mit Gesundheitsförderungserfahrung belegt, dass in der Grundgesamtheit (N) zumindest 17 %7 gesundheitsförderungserfahren sind. Da nicht anzunehmen ist, dass Nichtteilnehmende gar keine Gesundheitsförderungserfahrung haben, kann der Anteil Erfahrener wohl auf zumindest ein Fünftel bis ein Viertel der Pflegesettings in der stationären Langzeit- und mobilen Pflege geschätzt werden. Ihr tatsächlicher Anteil lässt sich aus den Ergebnissen nicht erschließen. Dennoch scheint klar, dass die Gesundheitsförderung im vergangenen Jahrzehnt Fortschritte gemacht, aber das Potenzial bei weitem noch nicht ausgereizt hat.
Das gilt auch für die Art der Implementierung. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Initiativen des vergangenen Jahrzehnts die Anschlussfähigkeit von Gesundheitsförderung zwar deutlich verbessert haben, aber zu keiner umfassenden Settingorientierung geführt haben. In diese Richtung deuten für die AutorInnen Hinweise, dass der Public Health Management Cycle in der Planung von Gesundheitsförderungsinterventionen kaum Beachtung findet und Handlungsprinzipien wie die Partizipation der Zielgruppen eine eher untergeordnete Rolle spielen.
Damit bleibt das Potenzial einer ganzheitlichen, setting-, determinanten- und beteiligungsorientierten sowie nachhaltigen Gesundheitsförderung in den untersuchten Pflegesektoren noch zu realisieren.

Limitationen

Limitationen ergeben sich in Bezug auf die Generalisierbarkeit.
  • Der Rücklauf von 24 % der adressierten Einrichtungen, vermutlich jener mit einem gewissen Bezug zur Gesundheitsförderung, verweist auf eine eventuelle Lücke aus der Perspektive von Einrichtungen ohne Bezug zur Gesundheitsförderung. Dazu haben wir oben bereits Überlegungen für eine realistischere Schätzung angestellt.
  • Die Einschätzung des Bedarfs für die drei Zielgruppen haben jeweils Führungskräfte aus Pflegesettings getroffen. Eine direkte Befragung weiteren Personals, insbesondere aber auch betreuungsbedürftiger Personen sowie An- und Zugehöriger hätte die Ergebnisse weiter ausdifferenziert. Dass dies anspruchsvoll, aber möglich ist, zeigen bisher einzelne Beispiele, insbesondere aus Modellprojekten wie „Gesundheit hat kein Alter“.

Fazit für die Praxis

  • Die Gesundheitsförderung insgesamt sowie spezifische Programme und Interventionen wie die betriebliche Gesundheitsförderung und wesentliche Handlungsprinzipien wie die Partizipation sind zielgruppengerechter an den Pflegebereich heranzutragen.
  • Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention sollten als Kriterien in Qualitätsmanagementsysteme aufgenommen werden.
  • Spezifische Trainings für Führungskräfte des Pflegesektors zur Erhaltung und Stärkung der Gesundheit aller Zielgruppen im Setting wären zu entwickeln bzw. zu disseminieren.
  • Angebote in Pflegesettings sollten bezüglich Inhalten und Formaten zum tatsächlichen, lokalen Bedarf entwickelt werden. Das gilt insbesondere für den mit schwierigen, konfliktträchtigen und frustrierenden Situationen, wie den Umgang mit Menschen mit Demenz und die Förderung der psychischen Gesundheit.

Danksagung

Wir danken den Beteiligten an den Fokusgruppen und den TeilnehmerInnen an der Befragungsstudie. Außerdem bedanken wir uns bei Veronika Graber für die Auswertung der qualitativen Daten.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

K. Reis-Klingspiegl, C. Neuhold, K. Krajic, M. Lintner, G. Lang und D. Ramelow geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Alle beschriebenen Untersuchungen am Menschen oder an menschlichem Gewebe wurden mit Zustimmung der zuständigen Ethikkommission, im Einklang mit nationalem Recht sowie gemäß der Deklaration von Helsinki von 1975 (in der aktuellen, überarbeiteten Fassung) durchgeführt. Von allen beteiligten PatientInnen liegt eine Einverständniserklärung vor. Alle Teilnehmenden wurden über die Datenverarbeitung informiert und gaben ihre Einwilligung ab.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
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Fußnoten
1
Das Pilotprojekt hat das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser in Kooperation mit der Wiener Gesundheitsförderung, dem Fonds Gesundes Österreich, dem Hauptverband (jetzt: Dachverband) der österreichischen Sozialversicherungsträger und dem Ludwig Boltzmann Institut für Health Promotion Research durchgeführt. Informationen zu den Transferprojekten in der Steiermark und Tirol sind unter Eingabe des Projekttitels abrufbar: https://​fgoe.​org/​projekt.
 
2
Neuhold C, Graber V, Lintner M (2021) Erhebung und Analyse des Gesundheitsförderungsbedarfs der stationären Langzeitpflegeeinrichtungen sowie mobilen Pflege und Betreuung in Österreich (unveröffentlichter Ergebnisbericht). In: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Wien
 
3
Das entspricht der im Sommer 2021 bei den Ländern gelisteten Anzahl an Pflegesettings. Nationale Zahlen zu den Pflegedienstleistern liegen noch nicht vor, dürften aber ausgehend von den nationalen Zahlen aus 2020 bei den mobilen Diensten etwas abweichen.
 
4
Systematisch bedeutet in diesem Zusammenhang planmäßig und konsequent.
 
5
Die drei Items sind: Erfahrungen mit betrieblicher Gesundheitsförderung. Vorhandene Zeitressourcen für BGF in der Einrichtung. Führen eines entsprechenden Qualitätssiegels (z. B. E‑Qalin, BGF-Gütesiegel).
 
6
Der für jede Einrichtung gebildete Gesundheitsförderungs-Qualitätsindex umfasst die drei oben genannten Items. Die Erfüllung eines Items bedeutet eine geringe Qualität in Bezug auf Gesundheitsförderung, die Erfüllung von zwei Items eine mittlere Qualität, die Erfüllung aller drei Items eine hohe Qualität.
 
7
Anteil der Gesundheitsförderungserfahrenen im Sample hochgerechnet auf die Grundgesamtheit (N).
 
Literatur
4.
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Zurück zum Zitat Krajic K, Schmidt C, Christ R (2010) Gesundheitsförderung in der Long Term Care in Österreich: eine Status quo Analyse. Soz Sicherh 63(3):142–148 Krajic K, Schmidt C, Christ R (2010) Gesundheitsförderung in der Long Term Care in Österreich: eine Status quo Analyse. Soz Sicherh 63(3):142–148
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Metadaten
Titel
Gesundheitsförderungsbedarfe in der stationären Langzeit- und mobilen Betreuung und Pflege in Österreich
verfasst von
Karin Reis-Klingspiegl
Christine Neuhold
Karl Krajic
Margit Lintner
Gert Lang
Daniela Ramelow
Publikationsdatum
09.06.2023
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Schlagwörter
Pflege
Demenz
Demenz
Erschienen in
Prävention und Gesundheitsförderung / Ausgabe 2/2024
Print ISSN: 1861-6755
Elektronische ISSN: 1861-6763
DOI
https://doi.org/10.1007/s11553-023-01052-5

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