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Innerklinisches Notfallmanagement

Konzepte zur Optimierung der Patientensicherheit im Krankenhaus

Erschienen in:

Zusammenfassung

Zwischenfälle im Krankenhaus kündigen sich oft Stunden vor dem Ereignis an und könnten zumeist früher erkannt und mutmaßlich vermieden werden. Qualitätsmanagementprogramme aus US-amerikanischen Kliniken mit dem Ziel, das Versterben nach einer schweren postoperativen Komplikation („failure to rescue“, FTR) zu reduzieren, haben in dieser Form in Deutschland noch keinen Einzug erhalten. Ein sensitives Score-basiertes Frühwarnsystem für sich anbahnende Komplikationen entscheidet über das erfolgreiche Notfallmanagement eines Krankenhauses. Hierzu gehören neben Messrunden, deren Frequenz zustandsadaptiert wird, die effektive Kommunikation der erhobenen Befunde an den Stationsarzt der Fachabteilung, der das Problem im besten Fall in eigener Zuständigkeit löst. Ist der Einsatz eines medizinischen Einsatzteams (MET) notwendig, muss es klare Alarmierungswege geben, und das Stationspersonal muss in der Lage sein, überbrückende Erstmaßnahmen bis zum Eintreffen des MET zu ergreifen. Das MET stellt peripheren Stationen, rund um die Uhr, notfall- und intensivmedizinische Expertise zur Verfügung. Es muss ortskundig, adäquat ausgerüstet und trainiert sein. Kommunikative Kompetenzen sind insbesondere zu fordern, um die unmittelbare Notfallsituation bewältigen zu können, aber auch um die nachgelagerte Diagnostik und Therapieeskalation zu organisieren. Das MET, das das Patienten-Outcome nur bei zeitgerechter Alarmierung verbessern kann, ist lediglich eines der Glieder in der innerklinischen Rettungskette. Feedbacksysteme, wie die Teilnahme am Deutschen Reanimationsregister, ermöglichen die Reflexion der eigenen Performance im nationalen Vergleich. Die mit der Etablierung eines MET verbundenen Chancen werden maßbeglich erst durch die Integration in ein innerklinisches Notfallkonzept voll zum Tragen kommen; dieses bestimmt den Mehrwert für die Patientensicherheit.
Titel
Innerklinisches Notfallmanagement
Konzepte zur Optimierung der Patientensicherheit im Krankenhaus
Verfasst von
Prof. Dr. A. R. Heller, DEAA, MBA
Prof. Dr. T. Koch
Publikationsdatum
23.05.2020
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Anaesthesiologie / Ausgabe 10/2020
Print ISSN: 2731-6858
Elektronische ISSN: 2731-6866
DOI
https://doi.org/10.1007/s00101-020-00795-6
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