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01.12.2017 | Sonderheft 7/2017

MMW - Fortschritte der Medizin 7/2017

Physiotherapie in der Schmerzmedizin

Weiterbehandlung nach multimodalem Schmerztherapieprogramm

Zeitschrift:
MMW - Fortschritte der Medizin > Sonderheft 7/2017
Autor:
MSc Elisabeth Dean
Wichtige Hinweise
Elisabeth Kaiser-Dean, MSc Physiotherapie, Feldafing Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichberechtigung für beide Geschlechter.
This article is part of a supplement not sponsored by the industry.

Interessenkonflikt

Elisabeth Kaiser-Dean erklärt, dass kein Interessenkonflikt in Zusammenhang mit dieser Arbeit besteht.
Diese Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Harlaching, Akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München, in der Interdisziplinären Tagesklinik für Schmerzdiagnostik und Schmerztherapie (Klinikleitung PD Dr. med. Dr. med. habil. Peter Schöps) durchgeführt.

Zusammenfassung

Hintergrund

Chronische Schmerzen sind eine globale gesundheitliche Herausforderung, sowohl für den einzelnen Patienten als auch für das Gesundheitswesen. Dabei bietet die multimodale Schmerztherapie, als eines der möglichen Therapieverfahren für Patienten mit chronischen Schmerzen, ein umfassendes Instrument, das gleichermaßen hohe Anforderungen an Therapeuten und Patienten stellt und einheitlich empfohlen wird.

Methode

In einer monozentrischen Querschnittstudie wurden Patienten, die zuvor an einem mehrwöchigen multimodalen Schmerztherapieprogramm teilgenommen hatten, zur Umsetzung der Nachsorgeempfehlungen des interdisziplinären Teams der Schmerztagesklinik befragt. Mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens sollten die Patienten angeben, ob sie nach der Entlassung ambulant physiotherapeutisch weiterbehandelt wurden bzw. aus welchen Gründen dies nicht der Fall war.

Ergebnisse

80 Patienten wurden randomisiert in die Studie aufgenommen, 47 von ihnen nahmen an der Befragung teil (33 Frauen, Durchschnittalter 60 ± 14,5 Jahre; 14 Männer, 56 ± 11,9 Jahre). An die Nachsorgeempfehlungen des interdisziplinären Teams hielten sich 70% der Teilnehmer. Am häufigsten wurden Schmerzbewältigungsstrategien (68%), Entspannungsmethoden (53%) und moderater Ausdauersport (32%) angewendet. 28 Patienten (60%) nahmen im Anschluss an das Schmerztherapieprogramm eine physiotherapeutische Weiterbehandlung in Anspruch. 19 Patienten (40%) führten die Physiotherapie nach der Entlassung nicht weiter. Als Gründe dafür gaben sie fehlende ärztliche Verordnung (32%), Unzufriedenheit mit der Behandlung (17%) und unzureichende Therapiemaßnahmen (15%) an. Zeitmangel aufgrund der Pflege eines Familienangehörigen oder von Kinderbetreuung (berufstätige und alleinerziehende Mütter) nannten 10% der Patienten.

Schlussfolgerungen

Gegenwärtig ist keine ausreichende, ambulante, weiterführende Versorgung im Sinne eines multimodalen Behandlungskonzepts für chronische Schmerzpatienten gegeben. Die Bedürfnisse der Patientenpräferenzen werden nicht ausreichend berücksichtigt. Defizite liegen in der Praxisorganisation und den gesundheitspolitischen Versorgungsstrukturen, die den multimodalen Grundgedanken weiterführen.

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Literatur
Über diesen Artikel

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