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01.12.2012 | Leitthema | Ausgabe 12/2012

Der Urologe 12/2012

Phytotherapie bei benignem Prostatasyndrom und Prostatakarzinom

Besser als Placebo?

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 12/2012
Autoren:
C. Wehrberger, K. Dreikorn, B.J. Schmitz-Dräger, M. Oelke, FEBU Prof. Dr. S. Madersbacher

Zusammenfassung

Pflanzenextrakte zählen in einigen Ländern seit Jahrzehnten zu den populärsten Präparaten zur Behandlung von Prostata-/Blasensymptomen (heute: benignes Prostatasyndrom, BPS). Die nur geringe Anzahl der Studien, die nach den Empfehlungen der WHO-Konsensuskonferenzen durchgeführt wurden, erschweren eine abschließende Beurteilung von Phytotherapeutika beim BPS. Die wenigen placebokontrollierten Langzeitstudien (Studiendauer ≥ 6 Monate) suggerieren einen positiven Effekt einiger Extrakte (z. B. der Früchte der Sägezahnpalme, Brennnesselwurzeln, β-Sitosterolen, Kürbisskernen, Roggenpollen und Kombinationspräparaten) auf die Symptome des unteren Harntraktes („lower urinary tract symtoms, LUTS). Allerdings waren die in einigen Studien beschriebenen günstigen Effekte auf den „International Prostate Symptom Score“ (IPSS), die Harnflussrate, den Restharn, das Prostatavolumen oder die Serum-PSA-Konzentration in anderen Studien inkonsistent oder nicht nachweisbar. Bisher konnte kein Einfluss auf die Progression des BPS und seine potenziellen Komplikationen, wie akute Harnverhaltung und Notwendigkeit operativer/instrumenteller Eingriffe, dokumentiert werden. Derzeit werden Phytotherapeutika aufgrund der uneinheitlichen Datenlage, unterschiedlichen Herstellungsverfahren und Zusammensetzungen als Präparategruppe weder in den US-amerikanischen, europäischen, britischen oder deutschen Leitlinien zur Behandlung des BPS empfohlen, wenngleich mit den Präparaten einzelner Hersteller im Vergleich zu Placebo bessere Ergebnisse erzielt wurden, die statistisch signifikant waren. Hervorstechend und auffällig günstige Ergebnisse sollten in weiteren Studien bestätigt und die klinische Relevanz beurteilt werden. Deshalb sind weitere Studien nach den Empfehlungen der WHO-Konsensuskonferenzen erforderlich, um den Stellenwert der uneinheitlichen Gruppe der Phytotherapeutika abschließend beurteilen zu können.
Beim Prostatakarzinom (PCa) werden Phytotherapeutika zur Primärprävention und bei der Behandlung verschiedener Tumorstadien eingesetzt. In Interventionsstudien konnte bisher keine eindeutige Überlegenheit gegenüber Placebo nachgewiesen werden. Deshalb werden auch in keiner evidenzbasierten PCa-Leitlinie Empfehlungen für Phytotherapeutika ausgesprochen. Für den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln mit hoch dosierten Vitaminen und selenhaltigen Präparaten fehlt eine ausreichende Evidenz aus Studien.

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