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Lagerungsplagiozephalus

Lagebedingte Schädelasymmetrie des Neugeborenen

Zusammenfassung

Lagerungsbedingte Schädeldeformitäten (Lagerungsplagiozephalus, LP) imponieren im Säuglingsalter als eine ein- oder beidseitige Abflachung des Hinterkopfes. Die Inzidenz schwankt in der Literatur zwischen 16 und 46,6 % in den ersten Lebensmonaten. Intrauterine Position, geburtshilfliche Maßnahmen und überwiegend Rückenlage/bevorzugte Seite nach Geburt können zur Entwicklung einer lagerungsbedingten Schädeldeformität beitragen. Die Diagnose und Klassifizierung können aufgrund klinischer Merkmale (z. B. Asymmetrie der Ohrposition nach anterior auf der betroffenen Seite), in unklaren Fällen ergänzt durch Ultraschalluntersuchungen der Schädelnähte, gestellt werden. Differenzialdiagnostisch sollten Kraniosynostosen (z. B. Lambdanaht), ein kongenitaler Torticollis bzw. andere Ursachen einer fazialen Asymmetrie abgegrenzt werden. Eine umfassende Aufklärung der Eltern zu präventiven und therapeutischen Maßnahmen ist wichtig, damit sie Lagerungsgewohnheiten (Drehen zur ungeliebten Seite, zeitweise Bauchlagerung im wachen, beobachteten Zustand) und das Anbieten von Reizen (Förderung der ungeliebten Seite) anpassen können. Neben Physiotherapie bei Bewegungseinschränkungen kann in ausgeprägten Fällen eine Kopforthesentherapie sinnvoll sein. Die Empfehlung, dass Säuglinge zur Prävention des plötzlichen Kindstods in Rückenlage schlafen sollten, hat dabei weiterhin Bestand.
Titel
Lagerungsplagiozephalus
Lagebedingte Schädelasymmetrie des Neugeborenen
Verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Tilmann Schweitzer
Sabine Dartsch
Christoph Härtel
Publikationsdatum
06.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Monatsschrift Kinderheilkunde
Print ISSN: 0026-9298
Elektronische ISSN: 1433-0474
DOI
https://doi.org/10.1007/s00112-025-02196-8
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Bildnachweise
Lagerungsplagiozephalus/© Aus Linz et al. Positional Skull Deformities Etiology, Prevention, Diagnosis, andTreatment, mit freundlicher Genehmigung © Deutscher Arzte-Verlag GmbH, CME App