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03.08.2017 | Polytrauma | Leitthema | Ausgabe 9/2017 Open Access

Der Unfallchirurg 9/2017

Operationstechniken beim Schädel-Hirn-Trauma

Unter besonderer Berücksichtigung des Polytraumas

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 9/2017
Autor:
Dr. Georg C. Clarici

Zusammenfassung

Klinisches Problem

In Österreich erleiden pro Jahr etwa 2000 Menschen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, welches die häufigste Todesursache der unter 45-Jährigen darstellt. Bei polytraumatisierten Patienten ist die Behandlung eines schweren Schädel-Hirn-Traumas eine besondere Herausforderung, da die lebensbedrohlichen Verletzungen anderer Organsysteme den Zeitpunkt der Operation und die Prognose wesentlich beeinflussen. So gilt es interdisziplinär im Schockraum die Reihenfolge der notwendigen Eingriffe zu bestimmen. Die Entleerung raumfordernder intrakranieller Blutungen kann dabei nachrangig sein!

Therapeutische Standardverfahren

Die große Kraniotomie über einen fragezeichenförmigen Schnitt („Traumaflap“) und Dekompression stellt beim akuten Subduralhämatom die Standardbehandlung dar. Akute Epiduralhämatome werden angepasst an die jeweilige Lokalisation als Zugang geplant und entleert. Verschiedene Zugangsvarianten kommen infrage. Frontobasale Verletzungen sind bei lebensbedrohlich Verletzten äußerst selten eine Indikation zur Notoperation. Die dekompressive Kraniotomie wird wie die Kraniotomie beim akuten Subduralhämatom als „Traumaflap“ operiert.

Diagnostik

Die zerebrale Computertomographie ist schnell durchführbar und gibt Informationen über Lokalisation der Blutungen oder Frakturen für die Operationsplanung.

Leistungsfähigkeit

Das akute Subduralhämatom zeigt trotz adäquater Entleerung eine Mortalität von 50–90 %. Das akute Epiduralhämatom zeigt mit einer Mortalität von ca. 10 % eine wesentlich bessere Prognose. Bei der dekompressiven Kraniektomie liegen die Ergebnisse von Operation vs. konservativer Behandlung für moderate Behinderung und gute Erholung gleichauf (Randomised Evaluation of Surgery with Craniectomy for Uncontrollable Elevation of Intracranial Pressure [RESCUE-ICP]).

Empfehlung für die Praxis

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie Beherrschung und Training der beschriebenen Operationstechniken sind die Voraussetzung zur adäquaten Versorgung des schweren Schädel-Hirn-Traumas bei Polytrauma.

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