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09.07.2018 | Polytrauma | Originalien | Ausgabe 6/2019

Notfall +  Rettungsmedizin 6/2019

Intensivmedizinische Behandlung von Patienten nach reitsportbedingten Unfällen

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 6/2019
Autoren:
Dr. C. Schröter, M. Wilhelmi, D. Bielefeld, C. Macke, M. Winkelmann, P. Mommsen, C. Krettek, C. Zeckey
Wichtige Hinweise
Die Autoren C. Schröter und M. Wilhelmi haben zu gleichen Teilen zu dieser Arbeit beigetragen.
Die Originalversion des Artikels wurde korrigiert: Auf der ersten Seite wurde ein Hinweis zur Autorenschaft eingefügt.
Zu diesem Beitrag ist ein Erratum online unter https://​doi.​org/​10.​1007/​s10049-018-0505-9 zu finden.

Zusammenfassung

Hintergrund

Immer wieder kommt es im Reitsport zu schweren Unfällen mit gravierenden Verletzungen. Risiken, Verletzungsmuster und Unfallfolgen des Reitsports werden jedoch weiterhin unterschätzt. In der Literatur finden sich keine Daten zur intensivmedizinischen Versorgung von verunfallten Reitern. Daraus ergab sich die Fragestellung dieser Studie.

Methodik

Im Rahmen dieser retrospektiven Studie wurden verunfallte Reiter, die in der Notaufnahme einer Universitätsklinik in den Jahren 2006–2013 behandelt wurden, identifiziert und in einer Datenbank verwaltet. Die statistische Auswertung der Daten erfolgte mit der Statistiksoftware IBM SPSS. Als signifikant wurden Ergebnisse mit einem p-Wert <0,05 gewertet.

Ergebnisse

Es wurden 43 Patienten initial oder im Verlauf ihres stationären Aufenthalts intensivmedizinisch betreut. In der hier vorliegenden Studie verletzten sich 32 (74 %) der Reiter bei einem Sturz vom Pferd. Die „glascow coma scale“ (GCS) lag durchschnittlich bei 12,6 (min. 8,5; max. 15). Der „injury severity score“ (ISS) lag durchschnittlich bei 18,9 ± 8,4. Die Hauptverletzungsarten waren Kopf‑, Wirbelsäulen- und Thoraxverletzungen. Die durchschnittliche intensivmedizinische Behandlungsdauer lag bei 10 ± 8,5 Tagen. Die durchschnittliche Beatmungsdauer lag bei 41,4 ± 41,4 h.

Diskussion

Die häufigste Verletzung ist die Kopfverletzung. Die weitere Entwicklung und Forschung im Bereich von Reithelmen, aber v. a. Strategien zur Erhöhung der Bereitschaft, den Reithelm zu nutzen, versprechen den größten Nutzen zur Prävention von Reitsportunfällen. Als besondere Risikogruppe zeigten sich Patienten mit einem Alter über 40 Jahre. Besonderes Augenmerk hinsichtlich einer intensivmedizinischen Versorgung sollte auf Patienten gelegt werden, die sich im Reitsport eine schwerwiegende Kopf‑, Thorax- oder Abdomenverletzung zugezogen haben.

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