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13.06.2016 | Originalien | Ausgabe 7/2016

Der Anaesthesist 7/2016

PONV nach Strabismus-OP

Risikoadaptierte Prophylaxe?

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 7/2016
Autoren:
R. Wolf, Dr. E. Morinello, G. Kestler, B. Käsmann-Kellner, M. Bischoff, Dr. T. Hager, J. Schöpe, L. H. J. Eberhart
Wichtige Hinweise
R. Wolf und Dr. E. Morinello teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Hintergrund

Nach Strabismusoperationen treten häufig als Komplikationen Übelkeit und Erbrechen auf (Postoperative Nausea and Vomiting, PONV).

Fragestellung

Ziel der Studie war die Reduktion der PONV-Häufigkeit. Hierbei fand ein Prophylaxealgorithmus Anwendung, der sich an zwei validierten Prognosesystemen für PONV orientierte.

Patienten und Methoden

Die Häufigkeit von PONV wurde bei 92 Patienten nach Strabismusoperationen analysiert. Bei 45 Kindern wurde präoperativ der POVOC-Score und bei 47 Erwachsenen der Apfel-Score erhoben. Beim Vorliegen von 0–2 Risikofaktoren wurde eine balancierte Anästhesie durchgeführt (n = 47, 51 %) und bei sehr hohen Risikowerten (3–4 Risikofaktoren) eine total intravenöse Anästhesie (TIVA) mit Propofol (n = 45, 49 %). Zusätzlich zur TIVA wurde eine antiemetische Prophylaxe mit 0,15 mg/kg Dexamethason und 0,1 mg/kg Ondansetron verabreicht.
Jeweils 2, 6 und 24 h postoperativ wurde anhand eines standardisierten Fragebogens für PONV (Wengritzky-Score) die Symptomausprägung bei den Patienten dokumentiert.

Ergebnisse

Im Schnitt lag die PONV-Inzidenz in der gesamten Stichprobe bei 17 % (n = 16). In den Hochrisikogruppen konnte durch die Kombination aus TIVA und Antiemetika die PONV-Inzidenz gegenüber den erwarteten Werten deutlich gesenkt werden (OR = 0,26, KI: 0,76–0,87).

Diskussion

Durch den gewählten Algorithmus konnte die Gesamt-PONV-Inzidenz unter 20 % gehalten werden. Angesichts des hohen Aufwands der Risikoeinstufung und der nach wie vor hohen Inzidenz bei Patienten mit 2 Risikofaktoren plädieren wir für die generelle PONV-Prophylaxe bei allen Strabismusoperationen.

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