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02.05.2017 | Kasuistiken | Ausgabe 4/2017

Rechtsmedizin 4/2017

Positionelle Asphyxie in Kopftieflage – fallbezogene Diskussion

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 4/2017
Autoren:
J. Helmus, M. Poetsch, A. Freislederer, Prof. Dr. T. Bajanowski

Zusammenfassung

Die Todesursache „positionelle Asphyxie in Kopftieflage“ ist selten und meistens durch ein Unfallgeschehen zu erklären. Obduktionsbefunde sind eher unspezifisch und ein eindeutiger Pathomechanismus ist nicht bekannt. Die Diagnose „positionelle Asphyxie“ oder Tod in Kopftieflage stellt daher eine Ausschlussdiagnose dar, welche folgende Bedingungen erfüllen sollte: Behinderung der Atmung durch die Körperposition und/oder Störung der Hämodynamik; Unfähigkeit in eine andere Körperposition zu wechseln; Ausschluss einer anderen Todesursache.
Hier soll der Fall eines stark übergewichtigen Jägers vorgestellt werden, der beim Herabsteigen vom Hochsitz durch ein morsches Bodenbrett des Podestes gebrochen und rücklings umgefallen ist. Beim Auffinden hing er kopfüber neben der Leiter des Hochsitzes herab.
Im Rahmen der Obduktion zeigten sich Zeichen des vitalen Erstickens in Kopftieflage, daneben eine Druckmarke am rechten Unterschenkel, ein Hämatom in der linksseitigen Rückenmuskulatur und eine klaffende Wirbelsäulenfraktur (BWK 9) ohne Rückenmarkverletzung.
Die eingangs genannten Bedingungen für eine positionelle Asphyxie sind in diesem Fall erfüllt. Offen bleibt abermals der genaue Pathomechanismus, der im Zusammenhang mit aktueller Literatur und fallbezogenen Besonderheiten diskutiert wird.

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