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29.10.2018 | Übersichten | Ausgabe 4/2019

Der Urologe 4/2019

Positronenemissionstomographie bei Keimzelltumoren des Mannes

Einsatzmöglichkeiten und Grenzen

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 4/2019
Autoren:
Dr. med. P. Schriefer, Dr. med. M. Hartmann, Prof. Dr. med. K. Oechsle, Dr. med. C. P. Meyer, Prof. Dr. med. S. Klutmann, Prof. Dr. med. M. Fisch, Prof. Dr. med. C. Bokemeyer, Dr. med. C. Oing

Zusammenfassung

Hintergrund

Problemfelder konventioneller Bildgebung bei Keimzelltumoren sind die sichere Differenzierung der klinischen Stadien I und IIA, die Lokalisation okkulter Markerrezidive und die Beurteilung der Vitalität postchemotherapeutischer Residualtumoren.

Ziel der Arbeit

Diese Übersichtsarbeit gibt einen Überblick über die diagnostische Aussagekraft und Limitationen der FDG-PET-CT bei seminomatösen und nichtseminomatösen Keimzelltumoren.

Material und Methoden

Diese Übersichtsarbeit basiert auf einer Literaturrecherche von Pubmed/MEDLINE aus den Jahren 1990–2018 sowie Kongressbeiträgen der ASCO- und EAU-Jahrestagungen 2014–2017.

Ergebnisse

In der primären Ausbreitungsdiagnostik testikulärer Keimzelltumoren im klinischen Stadium I hat die PET-CT keinen Vorteil gegenüber der klassischen CT. Bei der Beurteilung der Vitalität postchemotherapeutischer Seminomresiduen >3 cm hilft eine PET-Negativität bei der Entscheidung für oder gegen zusätzliche Lokalmaßnahmen oder eine erneute Chemotherapie. Auch PET-positive Residualtumoren führen nicht zwangsläufig zum Rezidiv. Beim Nichtseminom ist die Aussagekraft der PET-Diagnostik aufgrund möglicher reifer Teratomanteile limitiert, da diese regelhaft PET-negativ sind.

Schlussfolgerungen

Die FDG-PET wird in aktuellen Leitlinien zur Vitalitätsbeurteilung seminomatöser Residualtumoren >3 cm empfohlen. Individuelle Ausnahmesituationen, in denen eine PET-Diagnostik beim Nichtseminom sinnvoll sein kann, sind: (i) weiterführende Ausbreitungsdiagnostik im klinischen Stadium IS, (ii) Vitalitätsbeurteilung von Residualtumoren ohne Teratomanteile im Primärtumor bei Unmöglichkeit der vollständigen Residualtumorresektion, (iii) Tumorsuche bei CT-graphisch okkultem Markerrezidiv, (iv) frühe Beurteilung des Ansprechens während einer Chemotherapie.

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