Zum Inhalt
Die Kardiologie

Positionspapier zum Post-COVID-Syndrom

Aus der Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin der DGK

  • Zur Zeit gratis
  • 03.02.2025
  • Post-COVID
  • Positionspapiere
Erschienen in:

Zusammenfassung

Das Post-COVID-Syndrom (PCS) definiert sich durch lang anhaltende (> 12 Wochen) Symptome nach einer SARS-CoV-2(„severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2“)-Infektion, die durch keine andere Erkrankung erklärbar sind. Das PCS wird aktuell als ein Multiorgansyndrom unklarer Ätiologie und Relevanz verstanden. Es ist unklar, ob die berichteten Beschwerden spezifisch durch SARS-CoV‑2 hervorgerufen werden oder ob andere oder zusätzliche virale oder nichtvirale Ursachen (u. a. psychosomatische Faktoren) zugrunde liegen. Kardiale Symptome können Dyspnoe, Thoraxschmerzen und Palpitationen sein. Typischerweise findet sich in der kardiologischen Routineabklärung kein auffälliger Befund. Differenzialdiagnostisch muss an eine myokardiale Beteiligung im Sinne einer Perimyokarditis durch SARS-CoV‑2 mit entsprechender NT-proBNP- und Troponin-Erhöhung sowie Pathologien im Kardio-MRT gedacht werden. Unspezifische Symptome sind weiterhin die zeitversetzte Abgeschlagenheit nach Belastungen, die sog. „post exertional malaise“ (PEM) oder das posturale Tachykardiesyndrom (POTS). Spezifische Biomarker zum Nachweis eines PCS existieren bislang nicht. Die Genese der häufig undulierenden Symptome ist bislang nicht ausreichend verstanden. Hinweise deuten auf eine systemische endotheliale Funktionsstörung sowie eine Fehlregulation des Immunsystems hin, die zu metabolischen, endokrinologischen und neurokognitiven Störungen beitragen. Patienten mit PCS können von körperlicher Aktivität profitieren. Spezifische pharmakologische Therapien mit Wirksamkeitsbeleg sind nicht bekannt.
Titel
Positionspapier zum Post-COVID-Syndrom
Aus der Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin der DGK
Verfasst von
Dr. E. Schieffer
D. Hilfiker-Kleiner
A. Schlitt
U. Laufs
L. Eckardt
B. Schieffer
Publikationsdatum
03.02.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Kardiologie / Ausgabe 1/2025
Print ISSN: 2731-7129
Elektronische ISSN: 2731-7137
DOI
https://doi.org/10.1007/s12181-024-00722-8
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Differenziertes Kreislaufmanagement – Herzfrequenz und Kreislauf gezielt stabilisieren

Kritisch kranke Patienten mit hämodynamischer Instabilität stellen besondere Anforderungen an das Kreislaufmanagement. Während beim septischen Schock gezielte Vasopressor-Therapie im Vordergrund stehen, ist bei supraventrikulären Tachykardien ein kontrolliertes Frequenzmanagement entscheidend. Zwei bewährte Strategien – differenziert angewendet.

AOP Health
ANZEIGE

Der kritisch kranke Patient – Frequenz und Blutdruck kontrollieren

Hämodynamische Instabilität ist häufig und prognostisch ungünstig. Kurzwirksame Betablocker ermöglichen eine kontrollierte Frequenzsenkung bei Tachykardien. Im septischen Schock steht hingegen der gezielte Einsatz vasoaktiver Substanzen zur Kreislaufstabilisierung im Vordergrund.

ANZEIGE

Akutsituation Vorhofflimmern

Betablocker sind ein unverzichtbares Tool auf jeder Intensivstation. Ultrakurzwirksame, kardioselektive Substanzen ermöglichen selbst bei reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion eine effektive Frequenzkontrolle mit begrenztem Einfluss auf den Blutdruck.

Bildnachweise
Teaserbild AOP CH/© AOP Health Group, Grafik eines Schalters, der gedreht wird. Overlay mit der Schrift "ICU" und einem Intensivpatienten/© AOP Health, Grafik von einem menschlichen Herzen mit Visualisierung des Herzschlags im Hintergrund/© AOP Health