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01.09.2009 | Leitthema | Ausgabe 9/2009

Der Chirurg 9/2009

Postoperative Komplikationen in der plastischen Chirurgie

Zeitschrift:
Der Chirurg > Ausgabe 9/2009
Autor:
Prof. Dr. P.M. Vogt

Zusammenfassung

Die plastische Chirurgie mit ihren vier Säulen, der rekonstruktiven, Hand-, Verbrennungs- und ästhetischen Chirurgie, behandelt neben Patienten mit primären Erkrankungen, wie erworbenen Defekten oder angeborenen Fehlbildungen, vor allem Patienten mit operativen und nichtoperativen (multimodalen) Therapiefolgen. Da in vielen Fällen plastisch-rekonstruktive Korrektureingriffe bzw. funktionelle und ästhetische Rekonstruktionen die einzigen noch zur Verfügung stehenden Behandlungsalternativen darstellen, kommt einem komplikationslosen Behandlungsverlauf höchste Bedeutung zu.
Das Patientengut der plastischen Chirurgie rekrutiert sich aus allen Altersgruppen beider Geschlechter, von Kleinkindern bis zu Patienten fortgeschrittenen Lebensalters. Dabei erstrecken sich die Indikationen in allen Altersgruppen von Traumafolgen über onkologische Folgezustände bis hin zu angeborenen Fehlbildungen bzw. Formstörungen.
Eine spezielle Herausforderung stellt die plastische Chirurgie des alten, multimorbiden und pathologisch adipösen Patienten dar. Zwar ist ein hohes Lebensalter über 70 Jahren per se noch nicht mit einer erhöhten eingriffsspezifischen Komplikationsrate verbunden, jedoch mit häufiger auftretenden medizinischen Problemen, wie es von dieser Altersgruppe generell zu erwarten ist. Risikofaktoren wie Alkoholismus und koronare Herzerkrankung erscheinen dabei eher als unabhängige Prädiktoren perioperativer Komplikationen. Somit können auch ältere und morbide Patienten bei entsprechendem Risiko- und Komplikationsmanagement von plastischen und wiederherstellenden Operationen profitieren.
Ein zeitgemäßes Komplikationsmanagement bei plastisch-chirurgischen Eingriffen beginnt bereits frühzeitig mit sorgfältiger Patientenselektion, Risikoeinschätzung und patientenadaptierter Auswahl geeigneter Behandlungsverfahren. Es erfordert daher neben dem primär sicheren Beherrschen des plastisch-operativen Spektrums vor allem Kenntnisse in konservativen und operativen Alternativmethoden, respektive Reserveverfahren, um chirurgisch-technische Zwischenfälle sowie Durchblutungs- und Wundheilungsstörungen sicher beherrschen zu können. Dieser Beitrag stellt diese spezifischen Aspekte des postoperativen Komplikationsmanagements in der plastischen Chirurgie dar.

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