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06.03.2017 | Postoperative Schmerztherapie | Übersichten | Ausgabe 4/2017 Open Access

Der Schmerz 4/2017

Piritramid

Eine kritische Übersicht

Zeitschrift:
Der Schmerz > Ausgabe 4/2017
Autoren:
Dr. med. M. Hinrichs, A. Weyland, C. Bantel

Zusammenfassung

Hintergrund

Piritramid wird insbesondere in Deutschland häufig als Analgetikum der Wahl zur postoperativen und posttraumatischen Schmerztherapie genutzt.

Fragestellung

Ziel dieser Übersicht ist die Beantwortung der Frage, ob die pharmakologischen Eigenschaften von Piritramid im Vergleich zu anderen Opioiden klinische Vorteile hinsichtlich der Wirksamkeit, der Sicherheit und des Nebenwirkungsprofils bedingen.

Material und Methoden

Es erfolgte eine systematische Recherche in PubMed und Google Scholar, nach deren Sichtung 27 Arbeiten, zwischen 1961 und 2015 publiziert, eingeschlossen wurden.

Ergebnisse

Piritramid ist ein starkes, nur parenteral applizierbares Opioid mit einem Wirkeintritt nach etwa 17 min. Mit einer Wirkdauer von bis zu 6 h gehört es zu den lang wirksamen Opioiden. Durch die hepatische Metabolisierung ohne Ausbildung von aktiven Metaboliten scheint Piritramid einen Vorteil gegenüber Morphin bei Patienten mit Niereninsuffizienz zu haben. Durch die schnelle Anflutung und hohe Lipophilie weist es aber eine im Vergleich zu Morphin deutlich längere kontextsensitive Halbwertszeit auf. Das Nebenwirkungsprofil ist mit dem von Morphin vergleichbar.

Schlussfolgerung

Trotz geringer Evidenz wird Piritramid in Deutschland häufig als Opioid der Wahl zur postoperativen Analgesie genutzt. Nur wenige tierexperimentelle und klinische Studien geben Hinweise auf den Wirkmechanismus. Insbesondere fehlen Daten zu Rezeptorpharmakologie, Dosis-Wirkungs-Beziehung und klinischen Dosierungsschemata. Somit stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage der Einsatz von Piritramid favorisiert wird.

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