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Posttraumatische Intrusionen – eine psychopathologische Erörterung

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Intrusionen sind diagnoseweisende Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), aber ihre psychopathologische Einordnung ist unklar.

Methode

Systematische Diskussion der potenziellen psychopathologischen Kategorien auf der Basis des aktuellen Forschungsstands und einer selektiven Literatursuche in Medline.

Ergebnisse

Intrusionen sind sich gegen den Widerstand des/der Betroffenen aufdrängende Erinnerungen an ein traumatisches Ereignis mit einer phänomenologisch gemischten Erscheinung. Sie enthalten Elemente einer qualitativen Bewusstseinsstörung, von Ängsten, Zwangsgedanken, Sinnestäuschungen, formalen Denkstörungen und Störungen der Gedächtnisfunktion.

Schlussfolgerungen

Noch am besten bildet die Kategorie Gedächtnis das Wesensmerkmal von Intrusionen ab. Im Kern entstehen Intrusionen durch eine Störung der Filterfunktion des Gedächtnisses, das neben einer reinen Speicherfunktion auch die Aufgabe hat, Gedächtnisinhalte im richtigen Moment bereitzustellen und unpassende Erinnerungen aus dem Bewusstsein fernzuhalten. Eine neue psychopathologische Kategorie „pathologische Konditionierungen“ könnte dem komplexen Charakter von Intrusionen aber besser gerecht werden und auch Ängste und Zwänge umfassen.
Titel
Posttraumatische Intrusionen – eine psychopathologische Erörterung
Verfasst von
Benjamin Ochs
Prof. Dr. Tom Bschor
Publikationsdatum
07.04.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 3/2022
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-022-00588-9
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