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Trauma durch Herzereignis – wie weiter?

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Zusammenfassung

Hintergrund

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann auch als Folge traumatischer kardiovaskulärer Ereignisse auftreten. Diese sog. kardial-induzierte (KI-)PTBS ist mit einem schlechteren Krankheitsverlauf, erhöhter Sterblichkeitsrate und einem höheren Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse vergesellschaftet. Im Vergleich zur klassischen PTBS zeichnet sich die KI-PTBS durch eine anhaltende Bedrohung, zukunftsgerichtete Intrusionen und verstärkte körperliche Symptome aus, was sie im klinischen Alltag schwerer erkennbar macht. Zukunftsgerichtete Intrusionen können leicht mit generalisierten Ängsten oder „normalem“ Grübeln verwechselt werden. Dabei sind sie oft sehr bildhaft, emotional aufgeladen und mit einem Gefühl von unmittelbarer Bedrohung verbunden. Therapeut:innen müssen gezielt nach solchen emotional aufgeladenen, zukunftsbezogenen Vorstellungen fragen, da sie von Betroffenen in der Regel nicht spontan berichtet werden. Zudem erfassen gängige diagnostische Instrumente wie das CAPS-5 oder der PCL-5 vornehmlich vergangenheitsbezogene Intrusionen und berücksichtigen zukunftsgerichtete Inhalte nur unzureichend. Dies birgt das Risiko, dass entsprechende Symptome fälschlich im Rahmen einer Angststörung oder generalisierten Besorgnis eingeordnet werden. In der Folge kann es zu Fehl- oder Unterdiagnosen kommen, was insbesondere in klinischen Kontexten mit komplexen Traumafolgestörungen von erheblicher Relevanz ist.

Ziel der Arbeit

Diese Übersichtsarbeit gibt einen aktuellen Einblick in traumatische Ereignisse im Zusammenhang mit Herzerkrankungen. Sie behandelt die Prävalenz, pathophysiologische Mechanismen, diagnostische Kriterien und Abgrenzungen zu anderen traumaassoziierten Störungen. Zudem werden therapeutische Möglichkeiten und ihre Herausforderungen identifiziert.

Methode

Der Arbeit liegen aktuelle evidenzbasierte Studien zu Prävalenz, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie von KI-PTBS zugrunde.

Ergebnisse

Die KI-PTBS tritt mit einer Prävalenz von 4–44 % auf, mit einem Durchschnitt von 12 % über alle kardiovaskulären Erkrankungen hinweg. Die Pathophysiologie umfasst eine gestörte autonome Regulation, die zusammen mit Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und fehlender Therapietreue die kardiovaskuläre Belastung erhöht. Eine frühe Erkennung und gezielte traumaspezifische Behandlung verbessern die Prognose von KI-PTBS-Patienten.

Diskussion

Künftige Forschung sollte spezifische Diagnosetools und personalisierte Therapieansätze mit Einbezug von Angehörigen entwickeln sowie die langfristigen Effekte traumafokussierter Interventionen untersuchen.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Lange galt die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) als Folge extremer Bedrohungen wie Krieg, Folter oder sexueller Gewalt, während medizinische Ereignisse kaum als Auslöser betrachtet wurden. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde erkannt, dass auch kardiovaskuläre Ereignisse wie ein akuter Herzinfarkt, ein Eingriff am Herzen, wiederkehrende Herzrhythmusstörungen oder eine Reanimation erhebliche psychische Traumata verursachen und eine PTBS auslösen können. Diese spezifische Form wird als kardial-induzierte (KI-)PTBS bezeichnet.

Grundlagen

Kardiovaskuläre Erkrankungen (KVE) sind die häufigste Todesursache weltweit. (WHO 2023) Medizinische Fortschritte haben die Überlebensrate nach akuten kardialen Ereignissen erhöht, aber auch die Krankheitslast und volkswirtschaftlichen Kosten gesteigert (Ahmad und Anderson 2021). Neben physiologischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Hypercholesterinämie rücken zunehmend psychische Faktoren, u. a. die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), in den Fokus, da sie die Entstehung, den Krankheitsverlauf und die Prognose einer Herzerkrankung wesentlich mitbeeinflussen (Lui et al. 2023).

Warum kann ein Herzereignis traumatisieren?

Das plötzliche Auftreten eines akuten kardialen Ereignisses, das tatsächliche Sterberisiko sowie die erlebten Gefühle von Kontrollverlust und Hilflosigkeit während des Ereignisses können als potenziell traumatisch empfunden werden. Das Gefühl der Hilflosigkeit wird durch die vollständige Abhängigkeit von der medizinischen Versorgung und von anderen Personen zusätzlich verstärkt. Alarmierende Aussagen wie „Es sieht nicht gut aus!“ oder „Wir müssen jetzt schnell handeln!“ können auf die Betroffenen ebenfalls traumatisierend wirken. Ein oft unterschätzter Faktor in diesem Zusammenhang ist die Umgebung. Sirenen der Ambulanz, eine hektische Umgebung auf der Notfallaufnahme, lange Wartezeiten oder die Eile des medizinischen Personals können spätere Intrusionen begünstigen. Begleitende extreme körperliche Symptome, besonders Atemnot und starke Brustschmerzen oder gar Bewusstseinsverlust, tragen zur Traumatisierung bei (Mundy und Baum 2004). Wenngleich der Fokus dieses Beitrags auf der KI-PTBS liegt, können infolge der Traumatisierung auch andere psychische Störungen wie Depressionen, Angststörungen oder Anpassungsstörungen auftreten (Wilder Schaaf et al. 2013).

Was sind die spezifischen Symptome der KI-PTBS?

Die kardial-induzierte PTBS unterscheidet sich von der klassischen PTBS v. a. in der Art der Bedrohung, der Art der Intrusionen, dem Vermeidungsverhalten und der Wahrnehmung körperlicher Symptome. Während die klassische PTBS durch externe Traumata wie Unfälle oder Gewalt verursacht wird, entsteht die Bedrohung bei der KI-PTBS aus dem eigenen Körper, etwa durch einen Herzinfarkt oder eine Reanimation. Intrusionen sind bei klassischer PTBS rückblickend (Flashbacks), während die KI-PTBS häufig auch mit zukunftsgerichteten Intrusionen („Flashforwards“) und der Angst vor einem erneuten Herzereignis oder dem Tod einhergeht. Das Vermeidungsverhalten unterscheidet sich ebenfalls: Betroffene der klassischen PTBS meiden Trauma-Trigger, während KI-PTBS-Betroffene oft gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Bewegung oder Arztbesuche aus Angst vor einer Verschlechterung meiden. Zudem werden bei KI-PTBS normale körperliche Empfindungen wie Herzrasen oder Atemnot häufig fehlinterpretiert, was intensive Angst und verstärkten Stress auslöst (Edmondson 2014).
Die Diagnosekriterien der PTBS in Anlehnung an 5. Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM‑5; APA 2013) und die 10. Version der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10; WHO 2016) sind in Tab. 1 zusammengefasst. Zugleich hebt Tab. 1 die spezifischen Merkmale der KI-PTBS hervor. Mit der ICD-11 wurden die diagnostischen Kriterien für die PTBS im Vergleich zur ICD-10 deutlich geschärft. Anstelle unspezifischer Beschreibungen umfasst die ICD-11 drei klar definierte Kernsymptome: Wiedererleben, Vermeidung und ein anhaltendes Gefühl aktueller Bedrohung. Darüber hinaus wurde die komplexe PTBS eingeführt als eigenständige Diagnose, die zusätzlich tiefgreifende Störungen in der Selbstorganisation – etwa affektive Dysregulation, negatives Selbstbild und Beziehungsprobleme – berücksichtigt. Diese Unterscheidung verbessert die diagnostische Trennschärfe und trägt insbesondere bei chronisch traumatisierten Patient:innen bei zu einer passgenaueren Versorgung, die auch bei KI-PTBS Patient:innen von Bedeutung sein kann.
Tab. 1
Diagnosekriterien der posttraumatisch Belastungsstörung im Vergleich zu spezifischen Merkmalen der kardial-induzierten posttraumatisch Belastungsstörung (KI-PTBS)
Kriterium
DSM-5 (APA 2013)
ICD-10 (2019)
KI-PTBS-spezifische Merkmale
A.
Traumaexposition
Konfrontation mit tatsächlichem oder drohendem Tod, ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt (direkt, indirekt oder als Zeuge)
Ein außergewöhnlich bedrohliches oder katastrophales Ereignis, das nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde
Kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Reanimation, Defibrillatorschocks als Traumaquelle
B.
Wiedererleben (Intrusionen)
Wiederkehrende, belastende Erinnerungen, Flashbacks, Albträume, emotionale oder physiologische Reaktionen auf Traumaerinnerungen
Andauernde Erinnerungen oder Wiederinszenierungen des Traumas in Form von Flashbacks oder Albträumen
Häufig zukunftsgerichtete Intrusionen („Flashforwards“): Ängste vor einem erneuten kardialen Ereignis, Vorstellung eines plötzlichen Herztods
C.
Vermeidung
Vermeidung traumaassoziierter Gedanken, Gefühle oder externer Reize
Anhaltende Vermeidung von Reizen, die an das Trauma erinnern
Vermeidung gesundheitsrelevanter Aktivitäten, z. B. Sport, ärztliche Kontrollen, Medikamenteneinnahme, da sie als Trigger empfunden werden
D.
Negative Veränderungen in Kognition und Stimmung
Negative Gedanken/Gefühle, Schuldgefühle, Entfremdung, verminderte positive Emotionen, Gedächtnislücken bezüglich des Traumas
Nicht explizit enthalten, jedoch emotionale Taubheit und soziale Rückzugstendenzen erwähnt
Katastrophisierende Gedanken über die eigene Gesundheit, Angst vor völliger Hilflosigkeit, depressive Verstimmung durch anhaltende Bedrohungswahrnehmung
E.
Erhöhtes Erregungsniveau (Hyperarousal)
Reizbarkeit, Wutausbrüche, übermäßige Wachsamkeit, starke Schreckreaktionen, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen
Anhaltende Symptome von erhöhter psychischer Sensibilität und Erregung mit Schlafproblemen, Reizbarkeit und Hypervigilanz
Dauerhafte kardiovaskuläre Hyperarousal-Symptome (z. B. Herzrasen, Brustschmerzen), die als erneute Herzprobleme fehlinterpretiert werden
F.
Dauer der Symptome
Symptome bestehen länger als einen Monat
Symptome treten innerhalb von 6 Monaten nach dem Trauma auf und dauern länger als einen Monat
Symptome können chronischer verlaufen, da die Bedrohung als anhaltend erlebt wird
G.
Beeinträchtigung
Klinisch bedeutsames Leiden oder Einschränkungen in sozialen, beruflichen oder anderen Lebensbereichen
Erhebliche Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Lebensbereichen
Einschränkungen in Alltag und Beruf durch Vermeidungsverhalten und körperliche Symptome, häufige Arztbesuche
H.
Ausschluss anderer Ursachen
Symptome sind nicht durch Substanzen, Medikamente oder andere psychische Störungen erklärbar
Keine alternative Erklärung durch eine andere psychische Störung oder organische Ursache
Abgrenzung zu primären kardiologischen Erkrankungen notwendig (z. B. Panikattacken vs. echte kardiale Symptome)

Wie hängt die PTBS mit der kardiovaskulären Gesundheit zusammen – Pathophysiologie?

Eine PTBS steht im engen bidirektionalen Zusammenhang mit der kardiovaskulären Gesundheit. Pathophysiologisch konnten folgende Mechanismen detektiert werden: anhaltende Aktivierung des sympathischen Nervensystems, neuroendokrine Dysregulationen (z. B. eine gestörte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse), Entzündungsprozesse sowie gesteigerte Thromboseneigung (Krantz et al. 2022). Neurobiologische Untersuchungen zeigen, dass eine PTBS mit Veränderungen der emotionalen Verarbeitung und einer dysregulierten Stressantwort einhergeht (Seligowski et al. 2022). Insbesondere in der Amygdala, der Insula, dem dorsalen anterioren cingulären Kortex und dem ventromedialen präfrontalen Kortex lassen sich strukturelle und funktionelle Anpassungen, die zu einer erhöhten Bedrohungswahrnehmung und übersteigerten physiologischen Reaktionen auf Stressreize führen, nachweisen (Wilson et al. 2019). Zusätzlich tragen auf Verhaltensebene ungünstige Bewältigungsmechanismen wie Bewegungsmangel und Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, Abbruch von Rehabilitationen und Therapieuntreue zu kardiovaskulär ungünstigen Prognosen bei. Häufigere Rehospitalisierungsraten, kardiovaskuläre Komplikationen und die um 50 % erhöhte Mortalität sind Folgen einer PTBS nach Herzerkrankungen (Agarwal et al. 2019). Zudem führt eine PTBS häufig zu einer verzerrten Wahrnehmung körperlicher Symptome, wodurch harmlose Beschwerden als lebensbedrohlich interpretiert werden. Dies kann wiederum übermäßige Angst, Vermeidungsverhalten und eine zusätzliche Belastung des kardiovaskulären Systems zur Folge haben.

Wie häufig tritt eine KI-PTBS auf?

Eine KI-PTBS kann mit einer erheblichen Varianz der Prävalenzraten zwischen 4 und 44 % in verschiedenen Bereichen der kardiovaskulären Medizin auftreten – von akuten Ereignissen über chirurgische Eingriffe bis hin zur Implantation von Unterstützungssystemen wie einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD). Auch Angehörige von Patient:innen können unter einer PTBS leiden. Insbesondere bei Eltern von Kindern mit angeborenen Herzfehlern, bei einem akuten Herzereignis wie nach einem akuten Herzinfarkt, einer Schockabgabe oder nach einer Laienreanimationen können posttraumatische Symptome auftreten.
Einen Überblick über die Prävalenzraten, unterteilt in akute Ereignisse, Eingriffe, Unterstützungssysteme und Angehörige gibt Tab. 2. Die große Spannbreite der berichteten Prävalenzraten lässt sich u. a. durch methodische Unterschiede in Studiendesign, unterschiedliche Messmethoden (Selbstberichtsfragebogen versus klinisches Interview) sowie durch Variationen in der Zusammensetzung der untersuchten Populationen – etwa hinsichtlich Alter, Geschlecht oder Schweregrad des kardialen Ereignisses – erklären.
Tab. 2
Prävalenzraten der kardial-induzierten posttraumatisch Belastungsstörung (KI-PTBS) in der kardiovaskulären Medizin
Bereiche in der kardiovaskulären Medizin
Ereignis/Erkrankung
KI-PTBS-Prävalenz
Akute Herzereignisse
Akutes Koronarsyndrom (ACS)
4–12 % (Edmondson et al. 2013a)
Kardiopulmonale Reanimation (nach Herzstillstand)
20–38 % (Yaow et al. 2022)
Schlaganfall/transitorische ischämische Attacke (TIA)
13–23 % (Edmondson et al. 2013)
Spontane Koronardissektion („spontaneous coronary artery dissection“, SCAD)
28 % (Johnson et al. 2020)
Eingriffe (Operationen und Transplantationen)
Koronare Bypass-Operation
8–44 % (Rawashdeh et al. 2021)
Herztransplantation
13,5 % (Loh et al. 2020)
Unterstützungssystem
Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD)
13–20 % stärkere Belastung bei Patient:innen mit > 5 Schocks (Sears et al. 2011; von Känel et al. 2011)
Angehörige
Angehörige von Patienten mit ventrikulärem Unterstützungssystem (VAD)
23 % (Weerahandi et al. 2017)
Angehörige von Überlebenden eines Herzstillstands
35 % (Presciutti et al. 2021)
Eltern von Kindern mit angeborenen Herzfehlern
Bis zu 30 % (Meentken et al. 2017)
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass sich eine PTBS in einem breiten Spektrum kardiovaskulärer Erkrankungen entwickeln kann. Dennoch bleibt diese Form der PTBS in der klinischen Praxis häufig unerkannt, da Diagnoseinstrumente oft nicht speziell für medizinische Traumata entwickelt wurden.

Wie kann eine KI-PTBS diagnostiziert werden?

Die Diagnostik der KI-PTBS stellt eine besondere Herausforderung dar, da die gängigen Instrumente ursprünglich für die klassische PTBS entwickelt wurden und nicht speziell auf die Symptomatik nach kardiovaskulären Ereignissen abgestimmt sind. Während traditionelle PTBS-Diagnose-Tools intrusionsartige Erinnerungen (Flashbacks) an das traumatische Ereignis erfassen, berücksichtigen sie die für KI-PTBS typischen zukunftsgerichteten Intrusionen („Flashforwards“) nur unzureichend. Eine Kombination aus strukturierten klinischen Interviews und Selbstberichtsfragebogen wird empfohlen, um die diagnostische Genauigkeit zu verbessern. Dennoch besteht ein dringender Bedarf an validierten diagnostischen Verfahren, die die Besonderheiten der KI-PTBS adäquat erfassen und eine präzisere Identifikation sowie gezielte therapeutische Interventionen ermöglichen.
Falls die Möglichkeit einer psychologischen Mitbetreuung besteht, können bereits während der Hospitalisation von Hochrisikopatienten folgende Fragen diagnostische Hinweise geben (von Känel et al. 2018):
  • „Wie hoch war Ihre Angst während des Ereignisses auf einer Skala von 0–10, wenn 10 maximale Angst bedeutet?“
  • „Wie hilflos fühlten Sie sich während des Ereignisses auf einer Skala von 0–10, wenn 10 maximal hilflos bedeutet.“
  • „Wie stark waren Ihre Schmerzen während es Ereignisses auf einer Skala von 0–10, wenn 10 maximale Schmerzen bedeuten.“
Die Bewertung jeder Frage erfolgt auf einer Skala von 0 bis 10; der Cut-off-Wert von 5 bezieht sich auf die Einschätzung einzelner Fragen und nicht auf einen Gesamtscore. Falls das Ereignis mindestens einen Monat zurückliegt, können die folgenden Screeningfragen in der Diagnostik eingesetzt werden (Prins et al. 2016):
Screeningfragen für KI-PTBS (PC-PTSD-5):
Haben Sie Ihre Herzerkrankung/Ihr Herzereignis als so belastend erlebt, dass Sie im letzten Monat …
  • Albträume darüber hatten oder sich ungewollt daran erinnern mussten?
  • sich bewusst bemüht haben, nicht daran zu denken, oder Situationen vermieden haben, die Sie daran erinnern?
  • sich ständig auf der Hut gefühlt, schreckhaft oder überwachsam waren?
  • sich taub oder von Menschen, Aktivitäten oder Ihrer Umgebung distanziert gefühlt haben?
  • sich schuldig gefühlt oder sich selbst oder anderen die Schuld für Ihre Herzerkrankung oder deren Folgen gegeben haben?
Das Screening erfolgt anhand von 5 dichotomen (Ja‑/Nein‑)Fragen; bei 4 oder mehr bejahten Antworten ist eine weiterführende diagnostische Abklärung empfohlen. Für Frauen könnte jedoch ein niedrigerer Cut-off-Wert angezeigt sein, da sie in bisherigen Erhebungen häufiger falsch-negative Ergebnisse aufwiesen. Zur weiterführenden Diagnostik empfiehlt sich neben validierten Selbstberichtsfragebogen wie der PTB-Checklist for DSM‑5 (PCL‑5; Weathers et al. 2013) das klinische Interview Clinician-Administered PTSD Scale for DSM‑5 (CAPS‑5; Weathers et al. 2018), das als Goldstandard für die Erhebung einer PTBS gilt.
Empfehlung in der Praxis.
  • Auch eine Nonadhärenz von Patient:innen kann als Folge einer KI-PTBS resultieren.
  • Das Verweigern von Medikamenten, der Abbruch einer kardialen Rehabilitation, unregelmässige körperliche Untersuchungen oder unzureichende weiterführende Behandlungen können im Rahmen einer KI-PTBS vorkommen und sollten diagnostisch mitberücksichtigt werden.

Therapeutische Implikationen

Ergänzend zu den unten aufgeführten Therapieansätzen bei KI-PTBS bieten die allgemeinen Empfehlungen der durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) koordinierten S3-Leitlinie (2023) zur posttraumatischen Belastungsstörung eine evidenzbasierte Grundlage zur klinischen Orientierung (AMWF-Leitlinien 2023). Die Guidelines des National Institute for Health and Care Excellence (NICE, 2018) betonen insbesondere die frühe und konsequente Anwendung traumafokussierter kognitiver Verhaltenstherapie (TF-KVT) sowie des Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) als evidenzbasierte Verfahren zur Behandlung der PTBS.
Die Prävention und Behandlung der KI-PTBS erfordern sowohl physische als auch psychologische Ansätze. Ein Screening auf psychische Belastungen (s. Abschn. „Wie kann eine KI-PTBS diagnostiziert werden?“) sollte frühzeitig erfolgen, um Patienten mit erhöhtem Risiko für eine KI-PTBS rechtzeitig zu identifizieren. Frühe Interventionen zur Prävention einer KI-PTBS eignen sich bei Herzpatienten nur dann, wenn diese stark unter dem Ereignis leiden und eine psychokardiologische Anbindung erfolgen kann (von Känel et al. 2018).

Frühe Interventionen

Da die subjektive Wahrnehmung von Stress und Kontrollverlust oft schwerer wiegt als die objektive Schwere der Herzerkrankung, spielt das frühzeitige Schaffen eines Sicherheits- und Kontrollgefühls eine zentrale Rolle. Dies kann erfolgen durch Aussagen wie „Es ist normal, dass Sie sich verunsichert fühlen. Ihr Körper hat gerade eine extreme Belastung erlebt, und es braucht Zeit, um sich davon zu erholen“ (Vilchinsky et al. 2017). Auf Debriefing, die intensive Nachbesprechung des Erlebten, unmittelbar nach dem Ereignis, sollte verzichtet werden, da dies eine Retraumatisierung begünstigen kann. Wenn es möglich ist, sollte eine Reizüberflutung reduziert werden. Laute Geräusche (Sirene der Ambulanz – falls es der Zustand erlaubt), das Piepen des Monitors und hektische Bewegungen können minimiert werden, um das Sicherheitsgefühl des Patienten zu stärken. Im zweiten Schritt können unterstützende Gespräche helfen, Ängste und Unsicherheiten des Patienten aufzufangen. Eine randomisierte kontrollierte Studie (Myocardial Infarction – Stress Prevention Intervention, MI-SPRINT) untersuchte, ob eine frühzeitige traumafokussierte psychologische Beratung die Entwicklung von PTBS-Symptomen bei Patienten, die an einem akuten Koronarsyndrom (ACS) erkrankt waren, wirksamer verhindern kann als eine nichttraumafokussierte Beratung (von Känel et al. 2018). Insgesamt wurden 190 Patienten, die während der ACS-Erkrankung hohen Stress erlebten, innerhalb von 48 h nach der Krankenhauseinweisung randomisiert einer der beiden Interventionsgruppen zugewiesen. Eine Gruppe erhielt eine einmalige traumafokussierte Beratung, die spezifische traumatische Reaktionen auf das ACS adressierte, während die Kontrollgruppe eine allgemeine Beratung über psychosozialen Stress bei koronarer Herzkrankheit erhielt. Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen in Bezug auf die Prävention von klinisch bewerteten KI-PTBS oder posttraumatischen Belastungssymptomen. Allerdings entwickelte in der Studie nur einer der insgesamt 190 teilnehmenden Patienten aus der Hochrisikogruppe eine KI-PTBS. Dieser Effekt blieb auch während der Nachfolgeuntersuchung nach einem Jahr bestehen.

Traumafokussiert interventieren

Es gibt bisher nur wenige Studien, insbesondere randomisierte kontrollierte Studien zur Behandlung einer KI-PTBS. Trotzdem können traumafokussierte und achtsamkeitsbasierte Interventionen oder ihre Kombination mit Psychoedukation zu einer signifikanten Verbesserung der KI-PTBS beitragen. Zudem gibt es keine Hinweise auf kardiovaskuläre Risiken im Zusammenhang mit diesen Behandlungsansätzen.
Ein wirksamer Ansatz ist die Imaginative Expositionstherapie (IE), die bei kardiovaskulären Patienten untersucht wurde. Shemesh et al. (2011) führten eine Studie mit 60 Herzpatienten durch, die 3 bis 5 Sitzungen mit einem Psychologen oder Psychiater erhielten. Die Behandlung erzielte eine positive Wirkung auf PTBS-Symptome, gemessen mit der Impact of Events Scale – Revised (IES-R) und der Posttraumatic Diagnostic Scale (PDS). Die untersuchten Probanden wiesen während der IET weder einen erhöhten Blutdruck noch eine gesteigerte Herzfrequenz auf, was auf eine gute körperliche Verträglichkeit der Behandlung hinweist. Auch ließen sich keine Anstiege der Mortalität, der Krankenhausaufenthalte, der Rate wiederkehrender Herzinfarkte oder der Notwendigkeit invasiver Eingriffe beobachten. Die Subgruppe der Patienten, die ein akutes und plötzlich auftretendes kardiovaskuläres Ereignis erlebt hatten, profitierte signifikant mehr von der Behandlung. Dies deutet darauf hin, dass die IET insbesondere bei dieser Patientengruppe eine wirksame therapeutische Option zur Reduktion traumabezogener Beschwerden darstellen könnte.
An einer Pilotstudie von Arabia et al. (2011) nahmen 42 Patienten teil, die sich in kardiologischer Rehabilitation befanden und klinisch signifikante PTBS-Symptome nach einem solchen Ereignis aufwiesen. Die Teilnehmer wurden zufällig entweder einer 4‑wöchigen Behandlung mithilfe des Eye-Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) oder einer IE zugewiesen. Dias EMDR trug effektiv zur Reduktion von PTBS-, Depressions- und Angstsymptomen bei und schnitt in allen gemessenen Variablen signifikant besser ab als IE. Zudem konnten die Autoren feststellen, dass das EMDR von den Patienten als Therapietechnik akzeptiert wurde und während der Behandlung keine kardialen Komplikationen auftraten.
In der explorativen Studie wurden 31 Patienten mit einer PTBS oder Anpassungsstörung nach multiplen ICD-Schocks untersucht, von diesen erhielten 22 eine stationäre Therapie und 18 wurden in die Follow-up-Studie einbezogen. Die Behandlung kombinierte EMDR, kognitive Verhaltenstherapie (KVT), Entspannungsverfahren und Psychoedukation. Ergänzend wurden psychodynamische Ansätze zur Traumaverarbeitung sowie eine kardiologische Begleitung zur Wiederherstellung des Vertrauens in den ICD integriert. Keiner der 18 Patienten erfüllte nach 30 Monaten die PTBS-Kriterien, und 15 berichteten eine deutliche bis sehr starke Reduktion von Angst- und Vermeidungsverhalten. Die Studie belegt, dass eine interdisziplinäre psychokardiologische Behandlung die psychische Gesundheit von ICD-Patienten positiv beeinflussen kann (Jordan et al. 2013).
Eine achtsamkeitsbasierte Therapie zur Behandlung von PTBS-Symptomen nach einem Herzstillstand hat sich in einer Pilotstudie ebenfalls als wirksam erwiesen. Die Intervention kombiniert Achtsamkeit, Exposition und kardiologische Psychoedukation, um PTBS-Symptome zu reduzieren und gesundheitsförderndes Verhalten zu stärken. Die Studie umfasste 11 Patienten mit einer PTBS aufgrund eines Herzstillstands, die acht 90-minütige Online-Sitzungen absolvierten. Die PTBS-Symptome reduzierten sich signifikant; die Verbesserungen hielten auch nach 3 Monaten an. Es zeigten 80 % der Patienten eine deutliche Besserung, und 70 % erfüllten keine PTBS-Kriterien mehr (Bergman et al. 2023).

Medikamentöse Empfehlungen

Der Einsatz von Benzodiazepinen sollte vermieden werden, da diese zwar kurzfristig eine beruhigende Wirkung haben, jedoch langfristig die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse verzögern und das Risiko für die Entwicklung einer KI-PTBS nach Erkrankung an einem ACS erhöhen können (von Känel et al. 2021).
Als bevorzugte medikamentöse Behandlungsoption gelten Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI; Hargrave et al. 2022). Besonders Sertralin und Citalopram haben sich als sicher für kardiovaskuläre Patient:innen erwiesen (Lespérance et al. 2007). Die Verabreichung von trizyklischen Antidepressiva (TZA) hingegen sollten aufgrund ihres potenziellen kardiovaskulären Risikoprofils vermieden werden.
Bei Patient:innen mit einer Herzinsuffizienz sollte der Einsatz von Antidepressiva vermieden werden, da einige Antidepressiva mit einer erhöhten Mortalität assoziiert sind. In solchen Fällen sollte bevorzugt eine psychotherapeutische Behandlung verabreicht werden (He et al. 2020).
Trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit dieser Behandlungsansätze erhält nur ein geringer Teil der Betroffenen tatsächlich eine adäquate Therapie. Schätzungen zufolge bekommen lediglich 30–40 % der Patienten mit diagnostizierter KI-PTBS eine Behandlung in Form von Psychotherapie oder Medikation (Sundquist et al. 2016).
Zusammenfassend veranschaulicht Abb. 1 einen möglichen Behandlungsweg für KI-PTBS. Zunächst erfolgt eine Identifikation von Hochrisikopatient:innen im Akutstadium nach einem kardialen Ereignis oder Eingriff durch gezieltes Screening. Anschließend stehen Normalisierung und Stabilisierung im Vordergrund. In Einzelfällen können bereits in dieser Phase frühe Interventionen, wie EMDR bei Akuttrauma (Akutprotokoll), zum Einsatz kommen – allerdings sind diese spezifisch für kardiale Patient:innen bisher nicht erforscht.
Abb. 1
Möglicher Behandlungsweg einer kardial-induzierten posttraumatischen Belastungsstörung. SSRI „selective serotonin reuptake inhibitors“ (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)
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Bestehen die Symptome über einen Zeitraum von einem Monat hinaus, sollte eine traumafokussierte Behandlung, die psychoedukative und achtsamkeitsbasierte Verfahren kombiniert, eingeleitet werden. Zusätzlich kann eine medikamentöse Unterstützung durch SSRI in Betracht gezogen werden, mit Ausnahme von Patient:innen mit einer Herzinsuffizienz. Additiv sollten möglichst früh Ressourcen installiert werden. Die Einbindung sozialer Unterstützung, die Teilnahme einer Rehabilitation, der Aufbau einer Tagesstruktur und das Etablieren von Entspannungsverfahren können posttraumatischem Stress entgegenwirken (Princip et al. 2023).

Ausblick

Forschungsbedarf

In der Behandlung von KI-PTBS besteht weiterhin erheblicher Forschungsbedarf. Es fehlen bisher Langzeitstudien und randomisierte kontrollierte Studien, die KI-PTBS in großen Stichproben untersuchen. Das EMDR für Akuttrauma (Akutprotokoll) sollte Gegenstand zukünftiger Forschung sein, um möglichst früh einer Chronifizierung entgegenzuwirken und die kardiotoxischen Auswirkungen einer PTBS zu reduzieren.
Zudem besteht ein dringender Bedarf an der Weiterentwicklung spezifischer Diagnoseinstrumente zur Erkennung von KI-PTBS.

Implikationen für die klinische Praxis

Der Einsatz von Schutzfaktoren wie Resilienz, Sinnfindung und Optimismus könnte in zukünftigen Interventionen stärken in den Fokus rücken, da diese sich als stabilisierende Faktoren in der psychischen Verarbeitung von Traumata erwiesen haben. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die gezielte Behandlung spezifischer Merkmale der KI-PTBS, insbesondere von Flashforward-Intrusionen. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Individualisierung der Behandlung. Kardiale Erkrankungen und Ereignisse beruhen teilweise auf sehr heterogenen Belastungen, die auftreten können. Standardisierte Behandlungsleitlinien existieren derzeit kaum, und es ist unklar, welche Faktoren die Wirksamkeit von Interventionen beeinflussen und vorhersagen. Angehörige sollten systematisch in psychoedukative und therapeutische Maßnahmen eingebunden werden, da sie eine zentrale Rolle in der Verarbeitung und Bewältigung kardialer Traumatisierungen spielen.
Zusammenfassend stellen traumafokussierte und integrative Therapieansätze, die KVT-Techniken einbeziehen, eine vielversprechende Behandlungsoption für KI-PTBS dar.

Fazit für die Praxis

  • Die kardial-induzierte posttraumatische Belastungsstörung (KI-PTBS) weist im Vergleich zur klassischen PTBS besondere Merkmale auf, insbesondere in Bezug auf die empfundene Bedrohung, die Art der Intrusionen, das Vermeidungsverhalten und die Interpretation körperlicher Symptome.
  • Die Prävalenzen von KI-PTBS variieren stark zwischen 4 % und 44 %. Eine KI-PTBS kann in unterschiedlichen Bereichen der kardiovaskulären Medizin auftreten – Angehörige sind häufig mitbetroffen.
  • Die PTBS stellt nicht nur einen Risikofaktor für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen dar, sondern verschlechtert auch maßgeblich den Verlauf und die Prognose bei bereits bestehenden Herzerkrankungen.
  • Die Diagnose einer KI-PTBS ist besonders herausfordernd, da die bestehenden diagnostischen Instrumente ursprünglich für klassische PTBS konzipiert wurden.
  • Traumafokussierte und achtsamkeitsbasierte Interventionen sind vielversprechende Therapieoptionen für KI-PTBS.
  • Der Einbezug von Angehörigen und die Entwicklung geeigneter Diagnoseinstrumente sollten in zukünftigen Studien untersucht werden.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

M. Princip gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Trauma durch Herzereignis – wie weiter?
Verfasst von
PD Dr. phil. Mary Princip
Publikationsdatum
15.08.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 5/2025
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-025-00791-4
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Erfundene GOÄ-Ziffer ist nicht berechnungsfähig

  • 05.03.2026
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Die Analogabrechnung privater Arztleistungen ist gang und gäbe. Die eigene Erfindung von Abrechnungsziffern grenzt jedoch an Betrug. Dann besteht für Patienten auch keine Zahlungspflicht.

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