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Sekundäres Trauma und posttraumatisches Wachstum bei sozialtherapeutischen Fachkräften im bayerischen Maßregelvollzug

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Zusammenfassung

In ihrer täglichen Arbeit im Strafvollzug unterstützen sozialtherapeutische Fachkräfte verurteilte Straffällige und sind damit detaillierten Gewaltschilderungen ausgesetzt. Dass die berufsbedingte Konfrontation mit Trauma bei Fachkräften zu traumaspezifischen Belastungsreaktionen – kurz zu sekundärer Traumatisierung – führen kann, ist in der Literatur vielfach belegt. Die vorliegende empirische Untersuchung hat zum Ziel, die Berufs- und Traumabelastung, aber auch das posttraumatische Wachstum bei den Fachkräften zu erheben. Es wurden n = 62 sozialtherapeutische Fachkräfte im bayerischen Strafvollzug untersucht. Die Erhebung erfolgte mit dem Fragebogen zur sekundären Traumatisierung, dem Secondary Posttraumatic Growth Inventory, der Mini-Symptom-Checklist sowie der Kurzversion der Sense of Coherence Scale. Die Ergebnisse zeigen, dass 19 % eine moderate bis hin zu einer schweren (5 %) sekundären Traumasymptomatik aufweisen. Infolge der gehörten Traumaschilderungen leiden 92 % der Fachkräfte unter intrusiven Erfahrungen. 49 % der Befragten erleben ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Die psychische Belastung ist bei 78 % deutlich erhöht, wobei diese bei sogar 23 % stark ausgeprägt ist. Trotz des Belastungsgrades zeigt sich auch posttraumatisches Wachstum, bei 36 % sogar ein starkes Wachstum. Nicht zuletzt konnte das Kohärenzgefühl einmal mehr als protektiver Faktor gegen sekundäre Traumabelastung bestätigt werden. Überlegungen für den Strafvollzug werden vorgeschlagen.

Rechte/Genehmigung

Die Untersuchung wurde vom Kriminologischen Dienst des bayerischen Justizvollzugs genehmigt (und damit in den entsprechenden Justizanstalten erhoben). Es liegen Einverständniserklärungen aller an der Untersuchung beteiligten Fachkräfte vor.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

In diesem Beitrag

  • Hintergrund: Auswirkungen von Tätertherapie auf psychosoziale Fachkräfte
  • Fragestellung: Wie wirkt sich die berufsbedingte Konfrontation mit Gewalt auf die psychische Gesundheit der behandelnden Therapeuten aus?
  • Methodik: quantitative Fragebogenuntersuchung und Analyse
  • Ergebnisse: Trotz ausgeprägter Belastungsreaktionen zeigt sich auch posttraumatisches Wachstum

Hinführung

Neben dem Maßregelvollzug sind es sozialtherapeutische Einrichtungen, in denen die stationäre therapeutische Behandlung im deutschen Justizvollzug erfolgt. Bei den sozialtherapeutischen Einrichtungen handelt es sich um eigene Anstalten oder separate Abteilungen. Die Fachkräfte sind mit den Schilderungen von (sexueller) Gewalt, Missbrauch und Tötung konfrontiert und übernehmen Verantwortung zum Schutz der Allgemeinheit (Thalmann 2023). Die berufsbedingte Konfrontation mit traumatischem Inhalt kann spezifische Belastungsreaktionen hervorrufen, birgt aber auch die Chance für persönliche und berufliche Wachstumsprozesse.

Hintergrund

Soziotherapeutische Arbeit mit Gewaltstraftätern zielt auf langfristige Verhaltensänderung (Endres und Breuer 2018), welche „rückfallgefährdeten Menschen, die wegen erheblicher oder wiederholter Straftaten verurteilt wurden, durch besondere therapeutische Mittel ermöglichen …, neue Einsichten zu gewinnen und sich neue Formen der Lebensbewältigung anzueignen“ (AKSothA 2016, S. 2). Die Resozialisierung von (Gewalt‑)Straftätern ist eine zentrale Aufgabe des Strafvollzuges in Deutschland und beschreibt per Definition einen klaren Behandlungsauftrag. Jegliche Maßnahmen und Interventionen sollten darauf abzielen, langfristige Verhaltensänderungen bei den Verurteilten anzustoßen und sie zu einem straffreien Leben zu befähigen (Endres und Breuer 2018). Straftäterbehandlung steht somit im Dienst der Rückfallprävention und des Schutzes der Allgemeinheit (Thalmann 2022). Die Soziotherapie beinhaltet diagnostische Einschätzungen, Analysen der Rückfallrisiken, Rückfallmanagement, Entlassungsvorbereitung und Nachsorge (Endres und Groß 2020). Dabei sind Einbezug der Lebensgeschichte und aktueller Beziehungen sowie Deliktbearbeitung von zentraler Bedeutung (Wischka und van den Boogaart 2018). Die Behandlungsphase erfolgt je nach Zielsetzung, individuellen Eigenschaften und organisationalen Möglichkeiten im Gruppen- oder im Einzelsetting. Behandlungsziele reichen von Stärkung der Opferempathie bis zum Erwerb eines Arbeitsplatzes durch Bewerbungstraining (Endres und Breuer 2018). Deutschlandweit macht der Therapieaufwand von Sexualstraftätern und nach Tötungsdelikten mit mindestens 50 % einen hohen Anteil der Maßnahmen im Strafvollzug aus (Etzler et al. 2020). Beruhte die sozialtherapeutische Behandlung anfangs allein auf Freiwilligkeit sowie Zustimmung durch die Anstaltsleitung, entwickelt sie sich seit den 1990er-Jahren immer mehr zu einem verbindlichen Rechtsinstrument (Thalmann 2022). Seit 2003 sieht das Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten beispielsweise vor, dass Sexualstraftäter, die zu mehr als 2 Jahren Haft verurteilt wurden, zwingend in eine sozialtherapeutische Einrichtung verlegt werden müssen. Diese Verlegungsvorschrift wurde vom Land Bayern weitestgehend übernommen (Lösel 2020; Wischka und van den Boogaart 2018). In den 1980er-Jahren gründete sich der Arbeitskreis Sozialtherapeutische Anstalten e. V., welcher Mindestanforderungen für sozialtherapeutische Einrichtungen an die Länder formulierte. Bezüglich der Personalausstattung wird die Einstellung von Master- oder Diplom-Psychologen, Psychologischen Psychotherapeuten und Diplom-Sozialpädagogen oder ähnlichen Berufsgruppen empfohlen (AKSothA 2016).

Auswirkung von Tätertherapie auf Fachkräfte

Fachkräfte in der Tätertherapie sind vulnerabel, sekundär traumatisiert zu werden (Rohrer und Andreatta 2014; Farrenkopf 1992; Way et al. 2004; Severson und Pettus-Davis 2013). Wie bei der (primären) posttraumatischen Belastungsstörung treten auch bei der sekundären, berufsbedingten Traumatisierung ungewolltes Wiedererleben, Gefühle der Entfremdung, Dissoziationserfahrungen, Vermeidungsverhalten, Übererregung bis hin zu parapsychotischen Bedrohungsgefühlen auf (Daniels 2008).
Protektiv – zum Schutz vor nachhaltigen sekundären Traumasymptomen – wird in der Literatur eine hohe ausgeprägte Resilienz diskutiert, wobei dem Kohärenzgefühl, das im salutogenetischen Modell als zentraler Persönlichkeitsfaktor gilt, eine hohe Bedeutung zukommt (Antonovsky 1997, Andreatta 2024). Es unterstützt, auf kognitiver, emotionaler und motivationaler Ebene die traumatisierenden Herausforderungen nachweislich zu meistern. In den letzten Jahren wurde in der Psychotraumatologie, neben dieser salutogenetischen Orientierung, der Ansatz des posttraumatischen Wachstums etabliert. Er geht davon aus, dass traumatisierende Erfahrungen trotz allem auch tiefgreifende positive Veränderungen wie Wertschätzung des Lebens, Vertiefung von Beziehungen oder gestärktes Kompetenzgefühl bewirken können (Maercker und Zoellner 2004). Berufsbedingtes posttraumatisches Wachstum ist bislang wenig untersucht (Manning-Jones et al. 2015; Ogińska-Bulik und Juczyński 2022), was sich auch in einer sehr begrenzten Anzahl an (deutschsprachigen) Erhebungsinstrumenten niederschlägt.

Fragestellung der Untersuchung

Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine explorative Studie, mit dem Ziel, die berufsbedingte psychische Belastung und sekundäre Traumatisierung von sozialtherapeutischen Fachkräften in der Straftäterarbeit im Maßregelvollzug zu erheben. Gleichzeitig sollen auch das posttraumatische Wachstum sowie salutogenetisch orientierte protektive Faktoren, welche zur psychischen Gesundheit beitragen, erhoben werden. Dabei konzentrieren wir uns auf folgende Fragen:
1.
Wie wirkt sich die berufsbedingte Konfrontation mit Gewalt auf die psychische Gesundheit der behandelnden Therapeuten aus?
 
2.
Können aus den spezifischen Herausforderungen positiv erlebte Veränderungen hervorgehen? Und:
 
3.
Kann das Kohärenzgefühl als protektiver Faktor für sekundäre Traumatisierung bestätigt werden?
 

Methode und Erhebungsinstrumente

Zur Erhebung wurde ein Fragebogen konstruiert, welcher neben der Erfassung soziodemografischer Daten wie Alter und Geschlecht auch berufliche Parameter wie Berufsjahre, Ausmaß der Konfrontation mit Straftätern, Supervisionsfrequenz sowie die subjektive Bedeutung von Supervision und Intervision umfasst und sich aus folgenden standardisierten Inventaren zusammensetzt:
1.
Fragebogen zur sekundären Traumatisierung (Daniels 2006). Erhoben wird die sekundär induzierte Traumasymptomatik anhand von 31 Items mit den Skalen Vermeidung (6 Items), Wiedererleben (8 Items) und Hyperarousal (6 Items) sowie pseudopsychotische Gefühle (5 Items) und komorbide Problematiken (6 Items). Die Symptomschwere wird über eine 5‑stufige Likert-Skala erfasst. Die Cut-off-Werte zur sekundären Traumatisierung liegen bei den Summenwerten 65 für eine „moderate“ und bei 83 für eine „schwere“ Form. Der Summenwert zeigte gute Gütekriterien mit einer internen Konsistenz von Cronbachs α 0,94 (Weitkamp et al. 2014).
 
2.
Secondary Posttraumatic Growth Inventory (Ogińska-Bulik und Juczyński 2022). Das Inventar wurde von uns ins Deutsche übersetzt und umfasst die 4 Skalen mit je 3 Items: 1. Herausforderungen annehmen und professionelle Kompetenz, 2. Verantwortungsübernahme für andere, 3. Vertrauen in sich selbst und Wertschätzung für das Leben sowie 4. Akzeptanz von und Handlungsbereitschaft für andere. Die Antwortskala ist eine 5‑stufige Likert-Skala. Der Summenwert erlaubt eine Einschätzung des posttraumatischen Wachstums nach traumassoziiertem Stresserleben. Zur Auswertung liegen Summenwerte zu moderatem (25–37) und hohem (ab 38) Wachstum vor. Die interne Konsistenz des Gesamtwerts des SPTGI liegt bei α = 0,90. Die Test-Retest-Stabilität lag nach 2 Monaten bei r = 0,78.
 
3.
Mini-Symptom-Checklist (Franke 2017), die die psychische Belastung anhand der 3 Skalen Depressivität, Ängstlichkeit und Somatisierung innerhalb der letzten 7 Tage erfasst. Sie umfasst 18 Items; jede Skala wird auf einer 5‑stufigen Likert-Skala bewertet. Die Gesamtskala erreichte in der Normstichprobe mit Cronbachs α = 0,92 einen sehr guten Wert. Die Verwendung der Gesamtskala wird empfohlen. Die Rohwerte werden in T‑Werte umgewandelt und mit den Normwerten verglichen. T‑Werte von 60 bis 64 deuten auf eine „leicht erhöhte“, Werte von 65 bis 69 auf eine „deutlich erhöhte“, von 70 bis 84 auf eine „stark erhöhte“ und von 75 bis 80 auf eine „sehr starke“ psychischen Belastung hin. Die Gesamtskala erreichte in der Normstichprobe mit Cronbachs α = 0,92 einen sehr guten Wert. Die Verwendung der Gesamtskala wird empfohlen.
 
4.
Die Kurzversion der Sense of Coherence Scale (Schumacher et al. 2000) mit den 3 Skalen Handhabbarkeit, Verstehbarkeit und Sinnhaftigkeit umfasst 9 Items, die auf einer 5‑stufigen Likert-Skala eingeschätzt werden. Die ermittelte interne Konsistenz ist mit α = 0,87 als gut einzuschätzen. Durch die hohe Korrelation (r = 0,94) mit der Langversion SOC-29 ist gewährleistet, dass es sich um eine valide und ökonomische Kurzversion handelt.
 
Nach Vorliegen der Genehmigung durch den wissenschaftlichen Rat des Kriminologischen Dienstes des bayerischen Justizvollzugs wurden alle 13 sozialtherapeutischen Anstalten in Bayern1 (Aichach, Amberg, Bayreuth, Bernau, Ebrach, Erlangen, Kaisheim, Landsberg, Laufen-Lebenau, München, Neuburg-Herrenwörth, Straubing und Würzburg) per E‑Mail zur Online-Befragung kontaktiert und die Anstaltsleitung gebeten, die E‑Mail an die sozialtherapeutisch Tätigen weiterzuleiten. Die Datenerhebung fand im Januar und im Februar 2023 statt.

Beschreibung der untersuchten Gruppe

Insgesamt liegen n = 62 vollständige Datensätze vor. Von den 692 Personen, die die Befragung starteten, brachen 7 vorzeitig ab. Die Beschreibung der Stichprobe ist der Tab. 1 zu entnehmen.
Tab. 1
Stichprobe (n = 62)
 
Frauen
Männer
n*
41
20
Alter (in Jahren)
MW 39,12
MW 42,7
Min 25
Min 26
Max 64
Max 63
SD 11,27
SD 10,14
Berufserfahrung im Strafvollzug [in Jahren]
MW 114,3
MW 165,6
Min 6
Min 11
Max 367
Max 382
SD 97,5
SD 112,3
Therapie/direkter Kontakt (Stunden/Woche)
MW 12,6
MW 14,2
Min 2
Min 6
Max 30
Max 30
SD 6,9
SD 6,6
Beschäftigungsausmaß
20 Teilzeit
3 Teilzeit
21 Vollzeit
17 Vollzeit
Ausbildung bzw. derzeitige Ausübung im Strafvollzug (Mehrfachnennung möglich)
19 Psychologie
8 Psychologie
13 Sozialpädagogik
6 Sozialpädagogik
7 Soziale Arbeit
5 Soziale Arbeit
8 Psychologische Psychotherapeutinnen
7 Psychologische Psychotherapeuten
*Eine Person machte keine Angaben zu ihrem Geschlecht
Drei Personen gaben an, eine forensische oder kriminalpsychologische Zusatzqualifikation zu haben. Vier Personen verfügen über eine Ausbildung in systemischer Therapie/Familientherapie und 2 in Sexualtherapie. Eine traumaspezifische Weiterbildung wird von 4 Teilnehmenden angegeben.
Die berufliche Konfrontation mit traumatisierender Gewalt umfasst verschiedene Deliktgruppen der jeweils verurteilten Straftäter. Tab. 2 zeigt die Therapieindikation bzw. die zu therapierenden Verurteilten.
Tab. 2
Therapieindikation
Delikt (Mehrfachnennung möglich)
n (aus ges. 62)
Körperverletzung
48
Sexualstraftaten
39
Tötungsdelikt
36
Gewalt an Kindern
29
Psychische Gewalt z. B. Drohungen, Beschimpfung
28
Außerdem wurde die Bedeutung der Supervision und der Intervision (Kollegengespräch) erhoben. 24 Personen (39 %) nehmen einmal im Monat Supervision in Anspruch, alle anderen weniger oft, wobei der überwiegende Teil der Befragten die Supervision als (sehr) wichtig einschätzt, jedoch die Mehrheit dem Gespräch unter Kollegen sehr hohe Bedeutung zumisst (nahezu 100 %).

Ergebnisse

Sekundäre Traumatisierung

Anhand des Fragebogens zur sekundären Traumabelastung lassen sich Aussagen zur Quantität, aber auch zur Qualität der Belastung ableiten. In dieser Gruppe zeigt sich ein maximaler Summenwert von 106, der minimale von 32 (MW 53,2; SD 15,5). Unter Berücksichtigung der Cut-off-Werte weisen bei n = 62 Personen
  • 3 Fachkräfte (ca. 5 %) eine schwere sekundäre Traumatisierung und
  • 12 (ca. 19 %) eine moderate Form auf.
  • 47 Personen zeigen keine klinisch relevante Berufsbelastung.
Mit Blick auf die Qualität der Belastung lassen sich Belastungsmuster erkennen. Die Fachkräfte zeigen spezifische Formen des Wiedererlebens, treffen aber auch Aussagen zur Vermeidung, zum Bedrohungsgefühl und zu komorbiden Problematiken als traumaspezifische Stressreaktionen (Tab. 3).
Tab. 3
Sekundäre Traumasymptome – beschreibend
Symptomgruppe/FST
Item
n = 62
MW
SD
Intrusives Erleben
Ich habe unwillentlich an das, was der Klient, die Klientin geschildert hat, gedacht
57
2,61
0,78
Mir haben sich visuelle oder körperliche Vorstellungen, von dem, was mir erzählt wurde, aufgedrängt
45
2,27
1,04
Wenn ich an das Gehörte erinnert wurde, habe ich mich psychisch belastet gefühlt
33
1,76
0,86
Wenn ich an das Gehörte erinnert wurde, habe ich mit körperlicher Erregung und Anspannung reagiert
32
1,74
0,85
Ich hatte belastende Träume, die mit dem Gehörten im Zusammenhang standen
26
1,6
0,86
Es war, als ob ich die Erlebnisse des Klienten/der Klientin nacherleben würde
20
1,4
0,64
Ich habe das, was der Klient/die Klientin geschildert hat, im Traum beobachtet
7
1,15
0,44
Ich habe das, was der Klient/die Klientin geschildert hat, so geträumt, als ob es mir passieren würde
5
1,11
0,41
Vermeidung
Ich habe versucht, nicht an das Gehörte zu denken
33
1,89
1,01
Ich habe mich von anderen Menschen zurückgezogen oder war weniger aktiv als sonst
26
1,65
0,87
Meine Gefühle waren weniger intensiv als sonst
24
1,56
0,78
Dinge, die mir gewöhnlich Freude bereiten, haben mich nicht mehr so interessiert
22
1,53
0,8
Ich habe mich von anderen Menschen entfremdet gefühlt
18
1,47
0,82
Ich habe Dinge, Orte oder Aktivitäten vermieden, die mich an das Gehörte erinnerten
12
1,32
0,58
Hyperarousal
In meinem Team gab es Konflikte und Auseinandersetzungen
45
2,16
0,98
Ich war gereizt
43
2,16
1,07
Ich hatte Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen
33
1,9
1,07
Ich war gesundheitlich beeinträchtigt (z. B. durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Infekte)
32
1,94
1,14
Ich hatte Probleme, mich zu konzentrieren
27
1,76
1
Ich war schreckhaft
17
1,4
0,76
Parapsychotisches Bedrohungsgefühl
Ich habe stärker auf meine eigene Sicherheit geachtet
49
2,47
1,07
Ich habe zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen für meine eigene Sicherheit ergriffen
32
1,9
1,08
Ich hatte Angst, mir selbst könnte etwas zustoßen
32
1,81
0,94
Mir haben sich Gedanken oder visuelle Vorstellungen von Übergriffen auf mich oder Menschen, die mir nahestehen, aufgedrängt
22
1,55
0,84
Ich habe mich bedroht oder verfolgt gefühlt
18
1,34
0,6
Komorbide Symptome einer PTBS
Ich habe über das, weswegen der Klient/die Klientin verurteilt ist, nachgegrübelt
55
2,61
0,84
Ich hatte weniger Lust oder Freude an Sexualität
27
1,69
0,93
Ich habe mich als depressiv erlebt
22
1,56
0,92
Ich habe aufgrund der beruflichen Belastung Alkohol getrunken oder Medikamente eingenommen
20
1,45
0,72
Ich habe häufiger als sonst an meine eigene traumatische Geschichte gedacht oder davon geträumt
15
1,35
0,75
Ich habe über Suizid nachgedacht
2
1,03
0,18
*Einzelne Items wurden sprachlich geringfügig an die Berufsgruppe/Fachkräfte adaptiert
Auch wenn bei dem größten Teil der Fachkräfte keine klinisch relevante Traumastörung zu diagnostizieren ist, sehen wir sehr hohe Prozentsätze bei entsprechenden Aussagen, die typisch für eine Traumabelastung sind. Es zeigt sich, dass die sekundäre Traumabelastung nicht im Zusammenhang mit der Berufserfahrung steht (Dauer der Berufsausübung in der Justizanstalt) (n = 62; r = 0,13; p = 0,58).

Psychische Belastungssymptome

Die psychische Belastung, erhoben mit der Mini-Symptom-Checkliste, welche die Skalen Ängstlichkeit, Somatisierung und Depressivität umfasst, ergibt für den globalen Index ein Summenmittelwert von rund 25,6 Punktwerten (SD = 7,02; Min. = 18; Max. = 56). Im Vergleich dazu liegt der dem mittleren Alter der Stichprobe entsprechende Normwert bei 6,53 (Franke 2017). Die Ausprägung der Belastung ist in Abb. 1 ersichtlich.
Abb. 1
Globale psychische Belastung der Fachkräfte (n = 62)
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Abb. 1 zeigt, dass die psychische Belastung bei den Fachkräften deutlich erhöht ist. Der differenzierende Blick zeigt, dass sie v. a. unter dem Gefühl, angespannt bzw. aufgeregt zu sein, leiden (genannt in 74 % der Skala Ängstlichkeit). Mehr als die Hälfte zeigt Depressivität in Form von Schwermut (n = 36; 58 %) und des Gefühls, sich für nichts zu interessieren (n = 32; 52 %). Fast die Hälfte der Befragen (n = 28; 45 %) leidet unter Einsamkeit sowie Nervosität bzw. inneres Zittern, und bei ca. einem Viertel der Fachkräfte finden sich das Gefühl, wertlos zu sein (n = 16; 26 %), und noch vereinzelt Hoffnungslosigkeit, verschiedene Schmerzzustände, Schwierigkeiten beim Atmen, Panikanfälle, plötzliches grundloses Erschrecken bis hin zu Gedanken, sich das Leben zu nehmen.
Es gibt erwartungsgemäß einen starken positiven Zusammenhang zwischen dem Gesamt-Score der bereits beschriebenen sekundären Traumabelastung und dem der Mini-SCL (n = 62; r = 0,72; p = 0,00).
Insgesamt ergeben sich in dieser Studie keine nennenswerten Geschlechtsunterschiede bezüglich psychischer Belastung und/oder der sekundären Traumatisierung.

Protektiver Faktor Kohärenzsinn

Ein starker signifikanter Zusammenhang zeigt sich zwischen dem Kohärenzgefühl und der globalen psychischen Belastung (Mini-SCL) (n = 59; r = −0,57; p = 0,00). Außerdem gilt als signifikante Tendenz, dass eine hohe Ausprägung des Kohärenzgefühls (SOC-Gesamtwert ) mit einer niedrigeren sekundären Traumatisierung (FST-Gesamtwert) einhergeht. Der mittelstarke Zusammenhang ist tendenziell signifikant (n = 59; r = −31; p = 0,02). Es besteht darüber hinaus ein tendenziell signifikanter positiver Zusammenhang (N = 59; r = 0,28; p = 0,03) zwischen Kohärenzgefühl und posttraumatischem Wachstum.

Sekundäres posttraumatisches Wachstum

Die Auswertung des Secondary Posttraumatic Growth Inventory (n = 62) ergibt bei
  • 22 Fachkräften (36 %) ein starkes posttraumatisches Wachstum,
  • 33 (53 %) der Befragten ein moderates Wachstum und
  • 7 (11 %) zumindest noch ein geringes Wachstum.
Der Blick auf die Qualität des berufsbedingten posttraumatischen Wachstums zeigt, dass alle ein größeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bei sich wahrnehmen, und fast alle haben das Gefühl, im Laufe ihrer Tätigkeit ihre professionellen Fähigkeiten verbessert zu haben. Auch der hohe Anteil von 93 % glaubt an eine Reifung der eigenen Persönlichkeit durch ihre spezifische Tätigkeit und kann sich auch vermehrt neuen Herausforderungen stellen. Durch ihre Tätigkeit gelernt zu haben, andere besser zu akzeptieren, geben 88 % der Fachkräfte an. Zu erwähnen sind nicht zuletzt auch angestoßene Lern‑, Wachstums- und Zugewinnprozesse mit einer mittleren Ausprägung bei den Fragen: Durch meine Tätigkeit schätze ich den Wert des Lebens mehr. Und: Durch meine Tätigkeit reagiere ich ruhiger auf schmerzliche Erfahrungen. Und nicht zuletzt: Durch meine Tätigkeit fühle ich gegenüber dem Leid anderer eine größere Verantwortung.
Die Berechnungen geben keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen sekundärer Traumatisierung (FST-Gesamtwert) und der posttraumatischen Wachstumsskala (n = 62; r = 0,07; p = 0,59).

Diskussion

Von den n = 62 untersuchten Fachkräften sind 12 als moderat sekundär traumatisiert einzustufen und weitere 3 erfüllen die klinischen Kriterien vollumfänglich. Damit liegen diese im Feld vergleichbarer Berufsgruppen wie beispielsweise Traumatherapeuten oder Fachkräften in Beratungsstellen in der Täterarbeit (Daniels 2008; Rohrer und Andreatta 2014; Andreatta 2024). Der genauere Blick auf die Qualität der Belastung macht deutlich, dass es v. a. die Gewaltschilderung der Täter ist, die sich intrapsychisch in Form von unwillentlichen Erinnerungen, Ruminationen sowie Bedrohungsgefühlen fortsetzt. Dies bestätigt auch die Literatur (Daniels 2008).
Gleichzeitig zeigt sich insgesamt eine hohe psychische Belastung in Form von Depressivität, Ängstlichkeit sowie körperlichen Symptomen.
Wie erwartet, steht die sekundäre Traumatisierung in einem starken Zusammenhang mit der psychischen Belastung insgesamt, wobei in dieser Studie durchaus gilt, dass Letztere stärker ausgeprägt ist. Hinweise darauf, dass sich beruflich induzierter Traumastress mitunter vermehrt in Symptomen von Depression, Somatisierung und Ängstlichkeit manifestiert, finden sich auch in anderen Studien (Lerias und Byrne 2003; Ko und Memon 2023). Mit anderen Worten bedeutet dies, dass der typischerweise intrusive Charakter des Traumastresses auch jedenfalls mit anderen Belastungssymptomen wie Somatisierung oder Depression, aber auch Angstgefühlen in Verbindung steht, welche zu längerfristigen Folgen führen können.
Trotz der entsprechenden Belastungsausprägung zeigt sich bei den soziotherapeutischen Fachkräften ein ausgeprägtes posttraumatisches Wachstum. Ein hoher Anteil sieht durch die Tätigkeit im Strafvollzug berufliche und persönliche Zugewinne für das eigene Leben. Die Fachkräfte reifen in ihrer Persönlichkeit und entwickeln ein größeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die therapeutische Arbeit mit Menschen nach deren Verüben einer Gewaltstraftat wird die eigenen Lebenseinsichten vertiefen können.
Die Analyse ergab keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der erlebten psychischen Belastung, einschließlich sekundärer Traumatisierung, und dem posttraumatischen Wachstum. Dies spiegelt auch die in der Forschung bekannten, wenig stringenten Befunde des posttraumatischen Wachstums insgesamt wider. Zum einen finden sich in der Literatur Hinweise darauf, dass Wachstumsprozesse nicht zwangsläufig mit Traumabelastung in Verbindung stehen müssen (Mangelsdorf 2020). Zum anderen ist das posttraumatische Wachstum immer noch schwer zu operationalisieren (Ogińska-Bulik und Juczyński 2022). Es ließe sich sogar vermuten, dass der Zugewinn von beruflicher Kompetenz einen Reifungsprozess durch die Berufserfahrung per se darstellt und weniger durch Traumakonfrontation im Engeren angestoßen wird.
Der Kohärenzsinn als protektiver Faktor vor sekundärer Traumatisierung konnte ein weiteres Mal bestätigt werden. Das heißt, dass Fachkräfte, die über eine starke salutogenetische Orientierung verfügen, auch wesentlich weniger unter Traumafolgen leiden bzw. sich rascher erholen können. Dies erweist sich insofern als wichtig, als dass der Kohärenzsinn durch organisationale und soziale Prozesse gestärkt werden könnte. Nicht zuletzt wird in dieser Studie gerade der Supervision, aber noch mehr als dieser, dem Austausch unter Kollegen (Intervision) hohe Bedeutung als Entlastungselemente zugeschrieben.
Da es sich um eine vergleichsweise kleine Stichprobe handelt und nur geringe bis mittlere Effektstärken ermittelt wurden, waren Gruppenvergleiche nur bedingt möglich. Bei den Ergebnissen handelt es sich vorrangig um Zusammenhangsanalysen, und somit sind Kausalschlüsse nicht zulässig. Es handelt sich um eine explorative Untersuchung mit einem selektiven und monozentrischen Radius. Weitere Forschung mit größerer Stichprobe bzw. mit mehr geografischer Varianz sollten angestrebt werden. Darüber hinaus empfiehlt sich zur Untersuchung des sekundären posttraumatischen Wachstums, die Erhebungsinstrumente deutlicher auf den jeweiligen Berufskontext abzustimmen.

Fazit für die Praxis

  • Auf Basis dieser Studie empfehlen wir
  • Aufklärung über die sekundäre Traumawirkung infolge der (Sozio‑)Therapie mit entsprechenden Straftatbeständen, Stichwort: Einwirkung und Fortsetzung der Gewaltschilderung der Täter in der Fantasie der Fachkräfte,
  • Förderung der Intervision und des Kollegengesprächs auf organisationaler Ebene, beispielsweise in der Form der Installation eines Peer-Support Systems,
  • Gesundheitsförderung und Stressmanagement der Fachkräfte in der Straftäterarbeit: Stärkung des Kohärenzgefühls durch Gruppenintervention bei den Fachkräften. Stichwort: Ressourcenorientierung und Bedeutungsstiftung,
  • Sekundäres posttraumatisches Wachstum anstoßen z. B. über das Hervorheben der Bedeutung der Tätigkeit im Rahmen von Fortbildungen.
  • Ausdifferenzierung der Belastungsqualitäten: globale Symptome der Belastung sind stärker als die sekundäre Traumabelastung.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

Beate Rohrer, Sabrina Hauser und Pia Andreatta geben an, dass kein Interessenskonflikt besteht.
Alle beschriebenen Untersuchungen am Menschen oder an menschlichem Gewebe wurden mit Zustimmung der zuständigen Ethikkommission, im Einklang mit nationalem Recht sowie gemäß der Deklaration von Helsinki von 1975 (in der aktuellen, überarbeiteten Fassung) durchgeführt. Von allen Beteiligten liegt eine Einverständniserklärung vor.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Download
Titel
Sekundäres Trauma und posttraumatisches Wachstum bei sozialtherapeutischen Fachkräften im bayerischen Maßregelvollzug
Verfasst von
Beate Rohrer
Sabrina Hauser
Univ.-Prof. Dr. Pia Andreatta
Publikationsdatum
11.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 4/2025
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-025-00777-2
1
Die Auswahl aller Anstalten im Bundesland Bayern ermöglichte die Durchführung einer Weiterbildung auf Basis einer bestehenden Kooperation zwischen der Universität Innsbruck und dem Kriminologischen Dienst, welcher die Genehmigung zur Untersuchung erteilte.
 
2
Eine genaue Anzahl von sozialtherapeutisch Tätigen, über die 13 Anstalten verteilt, liegt uns leider nicht vor.
 
Zurück zum Zitat Andreatta P (2024) Das Trauma der anderen: Zur sekundären Traumatisierung in helfenden Berufen. Psychosozial, GießenCrossRef
Zurück zum Zitat Antonovsky A (1997) Salutogenese: Zur Entmystifizierung der Gesundheit. dgvt, Tübingen
Zurück zum Zitat Arbeitskreis Sozialtherapeutische Anstalten im Justizvollzug e.V. (2016) Sozialtherapeutische Anstalten u. Abteilungen im Justizvollzug Mindestanforderungen – Rev Empfehlungen. Z Strafvollzug Straffälligenhilfe 65:37–40
Zurück zum Zitat Daniels J (2006) Sekundäre Traumatisierung: Kritische Prüfung eines Konstruktes. Universität Bielefeld, Bielefeld (Dissertation)
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Neu im Fachgebiet Psychiatrie

Symptompersistenz bei CED als Folge komplexer Darm-Hirn-Interaktionen

Viele von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Betroffene leiden auch noch im Zustand der Remission unter persistierenden Symptomen. Diese zeigen oft große Ähnlichkeit zu funktionellen Syndromen wie dem Reizdarmsyndrom oder chronischen Schmerzsyndromen und scheinen weitgehend unabhängig von der inflammatorischen Aktivität zu entstehen.

MDMA-Analogon lindert PTBS-Beschwerden

Die Substanz Methylon konnte in einer Phase-2-Studie die Belastung durch psychische Traumata deutlich und schnell reduzieren. Mehr als die Hälfte sprach auf die Behandlung an.

Traumatisierung und Retraumatisierung während der Geburt vermeiden

Die Geburt eines Kindes gilt als zutiefst positives Ereignis – und kann dennoch für viele Frauen zur Grenzerfahrung werden. Rund jede zweite erlebt sie subjektiv als traumatisch. Wie sich Traumatisierungen vermeiden lassen, war Thema einer Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Sexuelle Funktionsstörungen: Tipps für das Patientengespräch

Eine Krebserkrankung verändert das Körpergefühl vieler Betroffener – oft mit großen Auswirkungen auf das Sexleben. Was Patientinnen und Patienten in diesem Fall brauchen, war Thema beim Deutschen Krebskongress.

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Hinter Gittern im Maßregelvollzug/© dpa, Frau mit Bauchschmerzen/© AndreyPopov / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Therapeut macht sich Notizen während Gespräch/© Motortion / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen), Mutter wischt sich Träne weg/© nataliaderiabina / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Paar im Bett, Frau liegt wach/© drubig-photo / Fotolia (Symbolbild mit Fotomodellen)