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Psychiatrische Kasuistik PTBS in postpartaler Phase

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Auszug

Die 39-jährige, im Haus bekannte Patientin wurde gemeinsam mit ihrer sechs Monate alten Tochter auf die Mutter-Vater-Kind-Einheit aufgenommen. Die Patientin berichtete von einer mittelgradig ausgeprägten depressiven Symptomatik mit Antriebslosigkeit, gedrückter Stimmung, Interessens- und Freudverlust sowie Hoffnungslosigkeit und Überforderungsgefühlen bei der Versorgung ihrer Tochter. Die geschilderten Symptome bestünden seit der Geburt des Kindes. Zudem war bei der Patientin eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ bekannt. Das Indextrauma bestehe aus einer Vergewaltigung durch einen Nachbarn im Alter von 30 Jahren. Seit der Entbindung käme es deutlich häufiger zu Intrusionen in Form von Flashbacks und Albträumen, körperlicher Übererregbarkeit und Vermeidungsverhalten. Eine ambulante Traumabehandlung sei aufgrund der Instabilität der Patientin bislang nicht möglich gewesen. Sie leide zudem verstärkt unter Stimmungsschwankungen sowie Schwierigkeiten im Umgang mit Wut. Es sei seit der Geburt ihrer Tochter wiederholt zu selbstverletzendem Verhalten (Schneiden) zur Regulation hoher Anspannung gekommen. Als Belastungsfaktoren wurden Konflikte mit dem von der Patientin getrennt lebenden Vater ihrer Tochter mit körperlichen Übergriffen einige Wochen vor deren Geburt beschrieben, die eine Reaktivierung des erlebten Traumas zur Folge gehabt hätten. Das habe auch zu Überforderungsgefühlen in der Versorgung der Tochter geführt. …
Titel
Psychiatrische Kasuistik
PTBS in postpartaler Phase
Verfasst von
Solveig Kemna
Prof. Dr. med. Malek Bajbouj
Publikationsdatum
15.02.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
NeuroTransmitter / Ausgabe 1-2/2022
Print ISSN: 1436-123X
Elektronische ISSN: 2196-6397
DOI
https://doi.org/10.1007/s15016-021-9361-9
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