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29.08.2018 | Originalien | Ausgabe 4/2018

Trauma und Berufskrankheit 4/2018

Posttraumatische Syringomyelie

Epidemiologie, Klinik und Outcome einer seltenen Komplikation nach traumatischer Rückenmarkverletzung

Zeitschrift:
Trauma und Berufskrankheit > Ausgabe 4/2018
Autoren:
J. Dehoust, S. Hirschfeld, A. P. Schulz, B. Kowald, PD Dr. R. Thietje
Wichtige Hinweise
Die Autoren J. Dehoust und S. Hirschfeld haben zu gleichen Teilen zu dieser Arbeit beigetragen.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die posttraumatische Syringomyelie (PTS) kann als eine seltene Komplikation nach einer traumatischen Querschnittlähmung auftreten und bei verzögerter Diagnostik zu klinisch relevanten Verschlechterungen der neurologischen Funktionen führen.

Fragestellung

Identifizierung von Einflussfaktoren für die Entstehung einer posttraumatischen Syringomyelie nach traumatischen Rückenmarkverletzungen (tSCI).

Material und Methoden

In einer monozentrischen, retrospektiv zweiarmigen Studie wurden alle Patienten, bei denen zwischen dem 01.10.1997 und dem 31.12.2012 die stationäre Wiederaufnahme wegen einer neurologischen Verschlechterung auf dem Boden einer PTS erfolgte (n = 107), mit einer randomisierten Kontrollgruppe (n = 1590) ebenfalls traumatisch verletzter Querschnittgelähmter ohne PTS im selben Zeitraum verglichen.

Ergebnisse

Eingeschlossen wurden 107 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 30,25 Jahren (86 männlich, 21 weiblich). Klinisch waren Veränderungen von Sensibilität, Schmerzempfinden und Muskelkraft die häufigsten Symptome. Innerhalb der PTS-Gruppe hatten Patienten, die älter als 30 Jahre waren, einen kürzeren Zeitraum zwischen dem Eintritt der Querschnittlähmung und der Diagnosestellung der posttraumatischen Syringomyelie (p < 0,001). Sowohl die Untersuchungs- als auch die Kontrollgruppe zeigten einen signifikanten Altersunterschied zum Unfallzeitpunkt (p < 0,001). Zusätzlich waren die PTS-Patienten häufiger komplett querschnittgelähmt (AIS Typ A; p < 0,001) und remittierten signifikant seltener zu Fußgängern (p < 0,001). Außerdem zeigten sich im Gruppenvergleich zum Zeitpunkt der Entlassung signifikant abweichende Lähmungshöhen (p < 0,001). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass jüngere Patienten mit vollständiger Läsion SCI ein höheres Risiko tragen, eine PTS zu erleiden.

Schlussfolgerungen

Die posttraumatische Syringomyelie ist eine schwerwiegende Komplikation nach Eintritt einer Querschnittlähmung, die mit zunehmenden Verschlechterungen der motorischen, sensiblen und autonomen Funktionen einhergehen kann. Da die Prognose der Erkrankung in einer Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Diagnosestellung steht, ist im Verdachtsfall die unverzügliche Vorstellung in einem hierauf spezialisierten Querschnittgelähmtenzentrum angezeigt.

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