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13.10.2016 | Präkanzerosen | Schwerpunkt: Uteruspathologie | Ausgabe 6/2016

Der Pathologe 6/2016

Nomenklatur der plattenepithelialen Präkanzerosen des unteren weiblichen Genitales

Aktuelle Aspekte

Zeitschrift:
Der Pathologe > Ausgabe 6/2016
Autoren:
Prof. Dr. L.-C. Horn, C. E. Brambs, R. Handzel, G. Mehlhorn, D. Schmidt, K. Schierle
Wichtige Hinweise
Die Autoren L.-C. Horn und C. E. Brambs haben zu gleichen Teilen zu der Arbeit beigetragen.
Zusammenfassung
Die Mehrzahl der Präkanzerosen (intraepitheliale Neoplasien, IN) des Plattenepithels des unteren weiblichen Genitaltrakts beruht auf einer HPV-Infektion (humane Papillomviren). Diese führt zum Auftreten zellulärer Atypien mit der Folge eines gestörten geweblichen Aufbaus. In Abhängigkeit von ihrer Pathogenese werden bei den vulvären intraepithelialen Neoplasien (VIN) die HPV-high-risk-assoziierte klassische VIN („usual“, u‑VIN) und die mit einem Lichen sclerosus assoziierte differenzierte VIN („differentiated“, d‑VIN) mit p53-Alteration unterschieden. In der aktuellen WHO-Klassifikation wird für die plattenepithelialen Präkanzerosen des unteren weiblichen Genitaltrakts ein neues System zur Graduierung vorgeschlagen mit Unterteilung in L‑SIL („low-grade squamous intraepithelial lesions“; Kondylome/HPV-assoziierte Veränderungen plus VIN 1, vaginale intraepitheliale Neoplasie 1 [VaIN 1] bzw. zervikale intraepitheliale Neoplasie 1 [CIN 1]) und H‑SIL („high-grade squamous intraepithelial lesions“; VIN 2 und 3, VAIN 2 und 3 bzw. CIN 2 und 3). Bei der Unterscheidung kann die p16-Immunhistochemie hilfreich sein. Diese binäre Einteilung läuft jedoch der zytologischen Nomenklatur in Deutschland (Münchner Nomenklatur III) zuwider, die zur Vermeidung einer Übertherapie von Patientinnen mit einer mäßiggradigen intraepithelialen Neoplasie eine Unterteilung in 3 Dysplasiegrade vornimmt. Die einzelnen Nomenklaturen werden einander gegenüber gestellt. Es wird empfohlen, zusätzlich zur SIL-Klassifikation der WHO den Grad der jeweiligen Präkanzerosen anzugeben.

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