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22.11.2014 | Originalien | Ausgabe 9/2016

Der Unfallchirurg 9/2016

Präklinische und klinische Versorgung der instabilen Beckenverletzung

Ergebnisse einer Online-Umfrage

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 9/2016
Autoren:
Dr. B. Wohlrath, H. Trentzsch, R. Hoffmann, M. Kremer, K. Schmidt-Horlohè, U. Schweigkofler
Wichtige Hinweise
Die Autoren Wohlrath und Trentzsch haben zu gleichen Teilen zum Manuskript beigetragen.

Zusammenfassung

Instabile Beckenverletzungen sind häufig mit einem großen Blutverlust verbunden, der sich sehr wirkungsvoll durch eine schnelle externe Stabilisierung des Beckens eindämmen lässt. In der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletztenbehandlung wird gefordert, dass trotz sehr geringer Sensitivität zunächst eine Stabilitätsprüfung durchgeführt werden und dann bei instabilem Beckenring und hämodynamischer Instabilität von extern stabilisiert werden soll. Auch die radiologische Diagnostik gewinnt zur Frühdiagnostik zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen einer Online-Umfrage über den E-Mail-Verteiler der DGU mit 266 Teilnehmern wurde in dieser Studie die aktuelle Praxis zum Management instabiler Beckenverletzungen erfragt.
Die meisten Antworten kamen von Ober-/und Chefärzten aus überregionalen Traumazentren. Die große Mehrheit der Befragten fordert die Durchführung einer mechanischen Stabilitätsprüfung, wobei die meisten diese auch unabhängig von den Vorbefunden immer selbst durchführen wollen. Auch stabilisieren die meisten Befragten nur dann das Becken notfallmäßig, wenn sie selbst eine Instabilität in der Stabilitätsprüfung erkennen, und das häufig auch nur bei hämodynamischer Instabilität, obwohl bereits in mehreren Studien eine sehr geringe Sensitivität der mechanischen Stabilitätsprüfung von 26–44 % beschrieben wurde. Als bevorzugtes Verfahren zur Notfallstabilisierung im Schockraum wird besonders oft der Beckengurt genannt, welcher im Gegensatz zu den invasiven Maßnahmen auch häufig schon vor abgeschlossener Bildgebung angewendet wird. Präklinisch wird aktuell noch die Vakuummatratze als meistgenutztes Hilfsmittel zur Stabilisierung vor dem Beckengurt angegeben. Zur radiologischen Diagnostik finden überwiegend die Traumaspirale, nicht selten mit zusätzlicher Beckenübersichtsaufnahme Anwendung. Bei persistierender Blutung trotz externer Stabilisierung wurde die Beckentamponade bevorzugt genannt, jedoch hat die Angioembolisation offenbar auch einen hohen Stellenwert.
Da sich viele Kollegen bei Ihrer Entscheidung über eine externe Notfallstabilisierung trotz geringer Sensitivität auf die mechanische Stabilitätsprüfung verlassen, besteht die Gefahr der Unterversorgung mit lebensbedrohlichen Blutungen bei falsch-negativem Testergebnis. Aus unserer Sicht macht es daher Sinn, Patienten mit Anhaltspunkten für eine instabile Beckenfraktur aufgrund des Unfallmechanismus oder der klinischen Untersuchung (exklusive einer Stabilitätsprüfung) frühzeitig mit einer nichtinvasiven externen Beckenstabilisierung zu versorgen.

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