Kardiale Biomarker vor nicht-kardiochirurgischen Eingriffen
- 03.06.2024
- Präoperative Risikobeurteilung
- Leitthema
- Verfasst von
- Anna Horcicka
- Lilli Fischer
- Prof. Dr. med. Markus A. Weigand
- PD Dr. med. Jan Larmann, PhD
- Erschienen in
- Die Anaesthesiologie | Ausgabe 6/2024
Zusammenfassung
Hintergrund
Kardiale Biomarker wie hochsensitives kardiales Troponin (hs-cTn) und „brain natriuretic peptide“ (BNP) bzw. „N-terminal prohormone of brain natriuretic peptide“ (NT-proBNP) werden perioperativ bestimmt, um die Prognoseeinschätzung und Risikoprädiktion zu verbessern. Die European Society of Cardiology (ESC), European Society of Anesthesiology and Intensive Care (ESAIC) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) haben in jüngerer Vergangenheit Leitlinien zum Einsatz kardialer Biomarker vor operativen Eingriffen herausgegeben.
Ziel der Arbeit/Fragestellung
Diese Arbeit soll einen Überblick über die Datenlage zu perioperativen Troponin- und BNP/NT-proBNP-Messungen geben. Es werden aktuelle Leitlinienempfehlungen dargestellt und diskutiert.
Material und Methoden
MEDLINE, Cochrane und google.scholar wurden nach entsprechenden Schlagworten durchsucht. Titel und Zusammenfassungen identifizierter Arbeiten wurden auf ihre Relevanz geprüft und publizierte Ergebnisse zusammengefasst. Leitlinienempfehlungen von ESC, ESAIC und DGAI werden dargestellt, verglichen und anhand der verfügbaren Literatur bewertet. Darüber hinaus wird auf Basis vorhandener Evidenz der Stellenwert für neue perioperative kardiale Biomarker diskutiert.
Ergebnisse
Begriffsdefinitionen, Diagnose und Management kardiovaskulärer Ereignisse im perioperativen Kontext unterscheiden sich im Vergleich zum nichtoperativen Setting. Die Evidenz für die Messungen von hs-cTn und BNP/NT-proBNP wird in den Leitlinien unterschiedlich bewertet, und die resultierenden Empfehlungen sind teils gegenläufig. Insbesondere jene für die Änderungen des perioperativen Managements auf Basis von Biomarkermessungen divergieren. Die European Society of Cardiology empfiehlt einen Algorithmus, der präoperative Biomarker als Grundlage für zusätzliche kardiale Abklärungen vorsieht. Speziell wird für Patient:innen mit stabilem chronischen Koronarsyndrom, die präoperativ keine kardialen Symptome, aber erhöhte Biomarker aufweisen, empfohlen, nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eine invasive Koronarangiographie zu erwägen. Die European Society of Anesthesiology and Intensive Care dagegen betont, dass die verfügbare Evidenz nicht ausreicht, um perioperative Biomarkermessungen als Grundlage für eine Änderung des perioperativen Managements zu nutzen.
Diskussion
Behandelnde Ärzt:innen sollten für die klinische Praxis auf Basis der genannten Leitlinien interdisziplinäre (Chirurgie, Anästhesiologie, Kardiologie) Handlungsempfehlungen abstimmen. Wenn kardiale Biomarker in Risikopatient:innen routinemäßig bestimmt werden, sollte dies in Anlehnung an den ESC-Algorithmus erfolgen.
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- Titel
- Kardiale Biomarker vor nicht-kardiochirurgischen Eingriffen
- Verfasst von
-
Anna Horcicka
Lilli Fischer
Prof. Dr. med. Markus A. Weigand
PD Dr. med. Jan Larmann, PhD
- Publikationsdatum
- 03.06.2024
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Präoperative Risikobeurteilung
Biomarker
Anästhesiologisches Vorgehen bei Herz-Kreislauferkrankungen
Operationsvorbereitung
Risikomanagement
Fachgebietsspezifische Anästhesie
Anästhesiologisches Vorgehen bei Lungenerkrankungen
Herzinfarkt
Anästhesiologisches Vorgehen bei Gerinnungsstörungen
Thoraxchirurgie
Anästhesiologisches Vorgehen bei endokrinologischen Erkrankungen
Anästhesiologisches Vorgehen bei Lebererkrankungen
Erkrankungen des Myokards
Stabile Angina pectoris
AINS - Erschienen in
-
Die Anaesthesiologie / Ausgabe 6/2024
Print ISSN: 2731-6858
Elektronische ISSN: 2731-6866 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00101-024-01417-1
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