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Prävalenz psychischer Belastungen bei ukrainischen Flüchtlingen in Deutschland – Betrachtung von Geschlechterunterschieden

  • Open Access
  • 14.08.2023
  • Originalarbeit
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Der Krieg in der Ukraine hat die weltweite Anzahl von Vertriebenen erhöht. Fluchterfahrungen und traumatische Erlebnisse können zu langfristigen psychischen Problemen führen. Die Prävalenz und der Schweregrad psychischer Belastungen variieren jedoch angesichts unterschiedlicher demografischer Faktoren. Weibliche Flüchtlinge erfahren aufgrund ihres Geschlechts häufig eine besonders starke Benachteiligung und psychische Belastung.

Methode

Im Rahmen einer Querschnittstudie wurden n = 389 Personen ab 18 Jahren befragt, die nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine in Deutschland Zuflucht gesucht haben. Zur Erhebung des allgemeinen Gesundheitszustands und der psychischen Belastungen sowie der sozioökonomischen und soziodemografischen Merkmale der Befragten wurde ein standardisierter Fragebogen, übersetzt in die ukrainische Sprache, eingesetzt.

Ergebnisse

Frauen bewerteten ihre psychische Gesundheit negativer als Männer. Etwa 52 % der Männer und 69 % der Frauen schliefen aufgrund von Sorgen „schlechter“ oder „viel schlechter“ als üblich. Von leichten bis schweren depressiven Symptomen sowie von Angst berichteten 85 % aller Teilnehmenden. Im Vergleich zu den Männern gaben die Frauen mehr als doppelt so häufig an, unter schweren Depressions- oder Angstsymptomen zu leiden.

Diskussion

Ein hoher Anteil der aus der Ukraine Geflüchteten weist psychische Belastungen auf. Bei den geflüchteten Frauen sind psychische Belastungen signifikant stärker ausgeprägt als bei den Männern. Weitere geschlechtersensible Studien sind erforderlich, um Faktoren zu ermitteln, die die Vulnerabilität von aus der Ukraine geflüchteten Frauen erklären können und Ansatzpunkte für präventive Angebote liefern.

Schlussfolgerung

Zur Sichtbarmachung von und Sensibilisierung für psychische Belastungen bei unkrainischen Frauen sollten Interventionen unter Berücksichtigung des Zusammenwirkens von (biologischen) Vulnerabilitätsfaktoren, geschlechtsspezifischen Postmigrationsstressoren und intersektionalen Diskriminierungen geplant und angeboten werden.
Forschungsprojekt: Ukrainian Refugee Health – Women (URefHe – Women)

Hintergrund und Zielsetzung

Die weltweite Zahl vertriebener Menschen ist in den letzten 10 Jahren stark gestiegen. Der Anstieg Vertriebener ist auf Verfolgungen, Konflikte, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in vielen Regionen und Ländern weltweit zurückzuführen. Deutschland verzeichnete Ende 2021 rund 1,3 Mio. asylsuchende Geflüchtete, v. a. aus Syrien, Afghanistan und dem Irak [31]. Der Krieg in der Ukraine führt zu einem deutlichen Anstieg der Geflüchtetenzahlen in Deutschland; allein zwischen Februar und April 2022 wurden etwa 610.103 Geflüchtete aus der Ukraine bundesweit registriert [7].
Eine Flucht vor Krieg, Verfolgung oder Konflikten kann zu langfristigen psychischen Problemen führen [3], da Geflüchtete zahlreichenden Stressoren vor (Premigrationsstressoren), während (migrationsbedingte Stressoren) und nach der Ankunft im Aufnahmeland (Postmigrations- und akkulturationsbedingte Stressoren) ausgesetzt sind [16, 20, 31, 33]. Diese Stressoren können das Risiko für psychische Belastungen und Erkrankungen erhöhen [16] sowie das subjektive Wohlbefinden und die soziale Integration im Aufnahmeland beeinträchtigen [4, 13]. Bei Geflüchteten stehen diese Stressoren häufig im Zusammenhang mit allgemeiner psychischer Belastung, Ängsten, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS; [12, 16, 25]).
Angenommen wird, dass die Prävalenz und Intensität psychischer Belastungen bei Geflüchteten in Abhängigkeit von demografischen Merkmalen wie dem Alter und Geschlecht stark variiert [20, 32]. Atilla et al. berichten, dass weibliche Geflüchtete eine stärkere psychische Belastung berichteten als Männer [29]. Eine Analyse der Daten der zweiten Welle des sozioökonomischen Panels (SOEP) zeigt an einer Gruppe von n = 2639 Geflüchteten, dass 17 % der Frauen und 9 % der Männer unter starkem psychischen Stress litten [32]. Vermutet wird daher, dass geflüchtete Frauen mit einer schwierigeren Migrationserfahrung konfrontiert sind und vor größeren Herausforderungen bei der Integration in die Aufnahmegemeinschaft stehen [8]. Es wird zudem davon ausgegangen, dass Frauen bereits im Herkunftsland stärker als Männer psychisch belastet waren, was u. a. auf körperliche und verbale Gewalt [24], klassische Geschlechterrollen und eine damit einhergehende fehlende Beschäftigung [23] zurückzuführen ist.
Die Aussagekraft der Befunde zu Geschlechterunterschieden in Hinblick auf das Vorkommen psychischer Belastungen ist allerdings gering, da die Prävalenzzahlen, u. a. in Abhängigkeit der jeweiligen Gruppe an Geflüchteten und der Erhebungsmethoden, teilweise stark variieren [5].
Die Mehrheit der geflüchteten Menschen aus der Ukraine bilden Frauen und Kinder [28, 30]; der Anteil weiblicher Geflüchteter ist damit höher als der in vielen anderen international dokumentierten Fluchtbewegungen. UN Women and CARE International [30] verweist auf zahlreiche geschlechtsspezifische und intersektionelle Ungleichheiten und Diskriminierungen (wie z. B. Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit von Sozialleistungen), von denen Frauen in der Ukraine betroffen waren und die durch die humanitäre Krise im Zuge des Krieges weiter verschärft wurden. Diese Situation der ukrainischen Frauen und Mädchen ist laut UN Women and CARE International [30] bedingt durch einen mangelnden Zugang zu Bildungseinrichtungen, dem Engagement von Frauen in ehrenamtlichen Tätigkeiten, der Abwesenheit von Männern aufgrund ihres Einsatzes in den Streitkräften sowie einem deutlich erhöhten Sicherheits- und Schutzrisiko u. a. durch eine Zunahme von häuslicher sowie konfliktbezogener sexualisierter Gewalt. Frauen sind während des Krieges in der Ukraine und der Flucht zudem im besonderen Maße betroffen von einem eingeschränkten Zugang zu bzw. einer begrenzten Verfügbarkeit von sicheren Unterkünften, von Wasser, sanitären Einrichtungen und (Menstruations‑)Hygiene, von angemessenen Nahrungsmitteln, die auch den Ernährungsbedürfnissen von schwangeren oder stillenden Frauen und Neugeborenen entsprechen sowie von Gesundheitsversorgungen z. B. zur psychologischen Unterstützung oder für die sexuelle und reproduktive Gesundheit [30].
Die politische Unterstützung und das gesellschaftliche Engagement in Deutschland haben die Integrationserfahrungen vieler ukrainischer Geflüchteter beeinflusst. Die Solidarität der deutschen Regierung mit der ukrainischen Bevölkerung ermöglicht eine schnelle Integration durch die Gesetzgebung, die beispielsweise automatische Aufenthaltsgenehmigungen unterstützt und ukrainischen Geflüchteten Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Sozialleistungen eröffnet [2]. Für die zielgruppengenaue Ausrichtung von Angeboten zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention für aktuell aus der Ukraine Geflüchteten in Deutschland erscheint ein genaues Verständnis der psychischen Belastungen und spezifischen Bedarfe als überaus relevant. Da zu Geschlechterunterschieden in Bezug auf psychische Belastungen keine empirischen Daten für ukrainische Geflüchtete in Deutschland vorliegen, verfolgt der Beitrag folgende Ziele:
  • Darstellung der Häufigkeit psychischer Belastungen von aus der Ukraine geflüchteten Frauen und Männern in Deutschland sowie
  • Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede hinsichtlich psychischer Belastungen bei ukrainischen Geflüchteten in Deutschland.

Methoden

In einer Querschnittuntersuchung wurden anhand standardisierter Fragebögen quantitative Daten zum allgemeinen Gesundheitszustand und zu psychischen Belastungen von aus der Ukraine Geflüchteten erfasst. Zusätzlich wurden sozioökonomische und soziodemografische Merkmale erhoben. Die Einhaltung ethischer Standards wurde von der Ethikkommission des Competence Center Gesundheit (CCG) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg geprüft und das Vorhaben genehmigt (Zulassung ab 21.03.2022).

Stichprobe

Teilnehmende dieser Studie waren Frauen, Männer und Diverse ab 18 Jahren, die vor Kriegsbeginn im Februar 2022 einen Hauptwohnsitz in der Ukraine hatten und seit Beginn des Krieges in Deutschland Zuflucht gesucht haben. Insgesamt wurden n = 389 ukrainische Geflüchtete im Zeitraum von Mai bis August 2022 befragt. Fälle mit umfangreichen fehlenden Daten wurden aus dem Datensatz entfernt (n = 85). Insgesamt konnten Angaben von n = 304 ukrainischen Geflüchteten in die Analyse einbezogen werden.

Durchführung

Die Rekrutierung der Teilnehmer*innen erfolgte über aktive und passive Rekrutierungsmethoden. Die aktive Rekrutierung wurde von geschulten Interviewer*innen unternommen, die fließend Ukrainisch sprachen. Die Ansprachen erfolgten an öffentlichen Orten in Hamburg und Schleswig-Holstein: in Erstaufnahmezentren (Registrierungsstellen für Erstaufnahmen), an verschiedenen Treffpunkten für ukrainische Flüchtlinge (z. B. Kirchen) sowie vor Jobcentern. An diesen öffentlichen Orten wurden die Teilnehmer*innen sowohl schriftlich als auch mündlich in ihrer Muttersprache über das Vorhaben informiert und vor Beginn der Befragung um eine schriftliche Einverständniserklärung gebeten.
Bei der passiven Rekrutierung wurden Informationsblätter inklusive einer Studienbeschreibung, Kontaktdaten der Studiendurchführenden, ein QR-Code sowie ein Link zum Online-Fragebogen in ukrainischer Sprache verteilt und an öffentlichen Orten (bspw. in Lebensmittelgeschäften und Discountern) ausgehängt sowie über persönliche Netzwerke verteilt. Zudem wurde für die Studie in sozialen Medien (z. B. auf Facebook und Telegram) geworben. Alle Teilnehmenden wurden vor der Befragung über die Freiwilligkeit, Anonymität und Datenschutz der Studie informiert, und sie erhielten kein Incentive für ihre Teilnahme.

Instrument

Der eingesetzte Fragebogen, bestehend aus verschiedenen standardisierten Instrumenten, wurde in ukrainischer Sprache zur Verfügung gestellt. Wir folgten für die Übersetzung dem etablierten Hin- und Rückübersetzungsverfahren für standardisierte Erhebungsinstrumente [9]. Eine erste Übersetzung in eine ukrainische Version erfolgte durch eine fließend Ukrainisch und Deutsch sprechende Person. Anschließend erfolgte eine Rückübersetzung der Instrumente aus der ukrainischen Sprache in eine deutsche Version durch eine unabhängige Person mit ukrainischen und deutschen Sprachkenntnissen und es wurde ein Abgleich der Rückübersetzung mit der deutschen Originalversion vorgenommen.
Um die Verständlichkeit des Fragebogens zu gewährleisten wurde ein Pretest durchgeführt. Der Fragebogen konnte online entweder über einen QR-Code oder den Umfragelink aufgerufen werden. Darüber hinaus stand auch eine gedruckte Version des Fragebogens zur Verfügung, die von den Teilnehmer*innen selbstständig ausgefüllt werden konnte. Für die Online-Datenerhebung wurde das Online-Umfrage-Tool LimeSurvey verwendet [21].
Allgemeiner Gesundheitszustand und psychische Belastungen:
Um die Schwere von psychischen Gesundheitsbelastungen der Teilnehmer*innen in den letzten Wochen zu beurteilen, wurde der aus 12 Items bestehende Fragebogen zur allgemeinen Gesundheit (General Health Questionnaire, GHQ-12 [11]) verwendet. Der GHQ-12 ist ein Screeninginstrument, bei dem Schlafgewohnheiten aufgrund von Sorgen, Gefühl unter Druck zu stehen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gefühl von Nützlichkeit, Auseinandersetzung mit Problemen und Schwierigkeiten im Treffen von Entscheidungen auf einer vierstufigen Likert-Skala (0 = „gar nicht“ bis 3 = „viel schlechter als sonst“) zu bewerten sind. Die Summenwerte für den GHQ-12 können zwischen 0 und 36 liegen. Höhere Werte deuten auf ein höheres Maß an psychischen Belastungen hin. Cronbachʼs Alpha-Werte zeigten für dieses Instrument ein zufriedenstellendes Ergebnis (α = 0,83).
Zur Erfassung von depressiven und Angstsymptomen wurde der Patient Health Questionnaire‑4 (PHQ‑4 [22]) verwendet. Der PHQ‑4 ist ein sehr kurzer standardisierter Fragebogen, der aus einer 2‑Punkte-Depressionsskala (PHQ-2) und einer 2‑Punkte-Angstskala (GAD-2) besteht. Enthalten sind Fragen zu Interesse oder Freude an Tätigkeiten, Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit, Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung, sowie dem Nicht-in-der-Lage-sein, Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren [22]. Die 4 Fragen werden auf einer vierstufigen Likert-Skala beantwortet (0 = „überhaupt nicht“ bis 3 = „beinahe jeden Tag“). Die Cronbachʼs Alpha-Werte zeigten für dieses Instrument ein zufriedenstellendes Ergebnis (α = 0,81).
Soziodemografische und sozioökonomische Merkmale:
Die Teilnehmer*innen wurden nach ihrem Alter (Wie alt bist du?), ihrem Geschlecht (weiblich, männlich, divers), ihrem Familienstand (ledig/allein, verheiratet, in Partnerschaft lebend, geschieden, verwitwet) sowie nach Kindern (ja/nein) gefragt. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer*innen dazu befragt, ob sie die Ukraine mit allen Familienmitgliedern oder alleine verlassen haben. Fragen zu den sozioökonomischen Daten beinhalteten Angaben zum höchsten Bildungsabschluss (von fehlendem Bildungsabschluss bis hin zu Hochschuldoktorat oder Gleichwertigem).

Auswertung

Die statistischen Auswertungen erfolgten mit dem Statistikprogramm IBM SPSS Version 24 [14]. Deskriptive Angaben wurden als Mittelwerte (MW) und Standardabweichungen (SD) sowie als absolute Häufigkeiten und Prozente angegeben. Für den allgemeinen psychischen Gesundheitszustand (GHQ-12) wurden Summenwerte berechnet und in Kategorien eingeteilt. GHQ-Summenwerte von 0–12 wurden als „normal“, Werte von 13–15 als „mild“, Werte von 16–19 als „moderat“ und Werte von 20–36 als „schwer“ eingeordnet. Für die Analyse der PHQ-4-Werte wurden Summenwerte von 0–2 als „normal“, von 3–5 als „mild“, von 6–8 als „moderat“ und von 9–12 als „schwer“ interpretiert [18]. Daten von Teilnehmenden, die sich als „Divers“ oder „Andere“ identifizieren (n = 2), wurden aufgrund der kleinen Stichprobe aus den Analysen ausgeschlossen. T‑Tests wurden verwendet, um mögliche signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu überprüfen. Das Signifikanzniveau wurde auf 0,05 festgelegt.

Ergebnisse

Insgesamt haben n = 304 ukrainische Geflüchtete an den Befragungen teilgenommen. Etwa 77 % der Befragten waren weiblich (Tab. 1). Das Durchschnittsalter der Frauen lag bei 40 (SD = 12,2; Range = 18–78) Jahren bzw. bei Männern bei 37 (SD = 10,6; Range = 19–66) Jahren. Die Mehrheit der Teilnehmer*innen gab an, in einer Partnerschaft zu leben oder verheiratet zu sein (62 % der Frauen, 74 % der Männer). Etwa 71 % der Teilnehmerinnen gaben an, ein Kind zu haben. Mindestens ein enges Familienmitglied in der Ukraine zurückgelassen hatten 75 % aller Teilnehmenden. Die meisten Teilnehmenden verfügten über einen Universitätsabschluss (66 % der Frauen, 65 % der Männer). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Deutschland betrug 2,3 (SD = 2,0 Range = 0–9) Wochen.
Tab. 1
Soziodemografische und sozioökonomische Merkmale der ukrainischen Frauen und Männer (n = 304)
  
Gesamtstichprobe (n = 304)
Männlich
(n = 69)
Weiblich
(n = 235)
t‑Test
  
MW
SD
MW
t
t
SD
t
p
Alter
39
11,8
37
10,6
40
12,2
−1,65
0,10
  
n
%
n
%
n
%
  
Familienstand
Ledig
49
16,1
13
18,8
36
15,3
Verheiratet
133
43,8
28
40,6
105
44,7
In Partnerschaft
63
20,7
23
33,6
40
17,1
Geschieden
29
9,5
2
2,9
27
11,5
Verwitwet
17
5,6
1
1,4
16
6,8
Keine Angabe
13
4,3
2
2,9
11
4,7
Eigene Kinder
Ja
202
66,4
35
50,7
167
71,1
3,18
0,00
Nein
102
33,6
34
49,3
68
28,9
Mit allen Familienmitgliedern in Deutschland
Ja
77
25,3
24
34,8
53
22,6
−2,06
0,04
Nein
227
74,7
45
65,2
182
77,4
Höchster Bildungsabschluss
Keine
3
1,0
3
1,3
−0,91
0,37
Primarschule
1
0,3
1
0,4
Sekundarschule
20
6,6
6
8,7
14
6,0
Technische Hochschule
39
12,8
5
7,2
34
14,5
Sekundarschule mit Hochschulabschluss
32
10,5
12
17,4
20
8,5
Universitäts-Bachelor-Abschluss
92
30,3
31
44,9
61
26,0
Universitäts-Master-Abschluss
109
35,9
14
20,3
95
40,4
Hochschuldoktorat oder gleichwertig
4
1,3
4
1,7
Keine Angabe
4
1,3
1
1,4
3
1,3
Anmerkungen: MW Mittelwert, SD Standardabweichung. Divers Teilnehmende wurden aufgrund der kleinen Stichprobe (n = 2) nicht aufgeführt

Allgemeiner psychischer Gesundheitszustand im Geschlechtervergleich

Etwa 74 % aller Teilnehmenden gaben an, unter leichter bis schwerer psychischer Belastung zu leiden. Im Vergleich zu den Männern (20,3 %) gaben Frauen (46,4 %) doppelt so häufig eine schwere psychische Belastung an (Abb. 1).
Abb. 1
Psychische Belastungen der Teilnehmenden (Angaben in Prozent für die Gesamtstichprobe [n = 304] und getrennt nach Geschlecht)
Bild vergrößern
Etwa 52 % der befragten Männer und 69 % der befragten Frauen gaben an, aufgrund von Sorgen schlechter oder viel schlechter als üblich schlafen zu können (Tab. 2). Der t‑Test für unabhängige Stichproben bestätigt in Bezug auf die Schlafprobleme statistisch signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede (t = 7,571; p = 0,006). Zudem berichteten 45 % der Teilnehmer und 68 % der Teilnehmerinnen, dass sie sich mehr als üblich oder viel mehr als üblich unter Druck fühlten. Hierbei zeigten sich ebenfalls signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern (t = 13,166; p ≤ 0,000).
Tab. 2
Allgemeiner psychischer Gesundheitszustand der Teilnehmenden (n = 304, Angaben im Geschlechtervergleich)
    
Analyse nach Geschlecht
  
Insgesamt
Weiblich
Männlich
t‑Test
GHQ-12
 
n
%
n
%
n
%
t
Sig. (2-seitig)
Haben Sie in den letzten Wochen wegen Sorgen weniger geschlafen?
Nein, gar nicht
48
15,8
30
12,8
18
26,1
7,571
0,006
Nicht schlechter als üblich
59
19,4
44
18,7
15
21,7
Schlechter als üblich
115
37,8
92
39,1
23
33,3
Viel schlechter als üblich
82
27,0
69
29,4
13
18,8
Haben Sie das Gefühl gehabt, dauernd unter Druck zu stehen?
Nein, gar nicht
62
20,4
41
17,4
21
30,4
13,166
0,000
Nicht mehr als üblich
51
16,8
34
14,5
17
24,6
Mehr als üblich
127
41,8
103
43,8
24
34,8
Viel mehr als üblich
64
21,1
57
24,3
7
10,1
Haben Sie sich in den letzten Wochen auf das, was Sie gemacht haben, konzentrieren können?
Besser als üblich
10
3,3
6
2,6
4
5,8
16,853
0,000
So wie üblich
112
36,8
75
31,9
37
53,6
Schlechter als üblich
131
43,1
107
45,5
24
34,8
Viel schlechter als üblich
51
16,8
47
20,0
4
5,8
Haben Sie in den letzten Wochen das Gefühl gehabt, für etwas nützlich zu sein?
Mehr als üblich
146
48,0
112
47,7
34
49,3
0,299
0,585
So wie üblich
109
35,9
82
34,9
27
39,1
Weniger als üblich
29
9,5
26
11,1
3
4,3
Viel weniger als üblich
20
6,6
15
6,4
5
7,2
Haben Sie in den letzten Wochen das Gefühl gehabt, sich mit Ihren Problemen auseinanderzusetzen?
Mehr als üblich
219
72,0
174
74,0
45
65,2
0,936
0,334
So wie üblich
60
19,7
42
17,9
18
26,1
Weniger als üblich
13
4,3
10
4,3
3
4,3
Viel weniger als üblich
12
3,9
9
3,8
3
4,3
Ist es Ihnen in den letzten Wochen schwer gefallen, Entscheidungen zu treffen?
Nein, gar nicht
48
15,8
33
14,0
15
21,7
7,820
0,005
So wie üblich
58
19,1
41
17,4
17
24,6
Schwerer als üblich
122
40,1
94
40,0
28
40,6
Viel schwerer als üblich
76
25,0
67
28,5
9
13,0
Haben Sie in den letzten Wochen den Eindruck gehabt, dass Sie mit Ihren Schwierigkeiten nicht zu Rande kommen?
Nein, gar nicht
60
19,7
30
12,8
30
43,5
36,122
0,000
Nicht schlechter als üblich
69
22,7
51
21,7
18
26,1
Schlechter als üblich
119
39,1
104
44,3
15
21,7
Viel schlechter als üblich
56
18,4
50
21,3
6
8,7
Alles in allem, haben Sie sich in den letzten Wochen einigermaßen zufrieden gefühlt?
Mehr als üblich
37
12,2
23
9,8
14
20,3
7,242
0,008
So wie üblich
77
25,3
55
23,4
22
31,9
Weniger als üblich
105
34,5
88
37,4
17
24,6
Viel weniger als üblich
85
28,0
69
29,4
16
23,2
Konnten Sie in den letzten Wochen Ihren Alltagsverpflichtungen mit Freude nachgehen?
Mehr als üblich
22
7,2
16
6,8
6
8,7
4,129
0,043
So wie üblich
107
35,2
75
31,9
32
46,4
Weniger als üblich
109
35,9
90
38,3
19
27,5
Viel weniger als üblich
66
21,7
54
23,0
12
17,4
Haben Sie sich in den letzten Wochen unglücklich und deprimiert gefühlt?
Nein, gar nicht
52
17,1
31
13,2
21
30,4
21,373
0,000
Nicht mehr als üblich
47
15,5
31
13,2
16
23,2
Mehr als üblich
108
35,5
87
37,0
21
30,4
Viel mehr als üblich
97
31,9
86
36,6
11
15,9
Haben Sie in den letzten Wochen einen Mangel an Selbstvertrauen gespürt?
Nein, gar nicht
54
17,8
32
13,6
22
31,9
23,937
0,000
Nicht mehr als üblich
57
18,8
37
15,7
20
29,0
Mehr als üblich
106
34,9
89
37,9
17
24,6
Viel mehr als üblich
87
28,6
77
32,8
10
14,5
Haben Sie sich in den letzten Wochen wertlos gefühlt?
Nein, gar nicht
116
38,2
83
35,3
33
47,8
4,758
0,030
Nicht mehr als üblich
67
22,0
50
21,3
17
24,6
Mehr als üblich
76
25,0
65
27,7
11
15,9
Viel mehr als üblich
45
14,8
37
15,7
8
11,6
GHQ General Health Questionnaire
Geschlechterunterschiede lassen sich auch in acht weiteren Aspekte der allgemeinen psychischen Gesundheit erkennen: Frauen berichteten, im Vergleich zu Männern, signifikant häufiger von schlechteren Konzentrationsfähigkeiten (t = 16,853; p ≤ 0,000), von Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung (t = 7,820; p = 0,005), sowie über Schwierigkeiten bei der Bewältigung (t = 36,122; p ≤ 0,000), Zufriedenheit (t = 7,242; p = 0,008) und Erledigung täglicher Aufgaben mit Freude (t = 4,129; p = 0,043), über das Gefühl des Unglücks und der Deprimiertheit (t = 21,373; p ≤ 0,000), über mangelndes Selbstvertrauen (t = 23,937; p ≤ 0,000) sowie das Gefühl der Wertlosigkeit (t = 4,758; p = 0,030). In Bezug auf das Gefühl, nützlich zu sein (t = 0,299; p = 0,585) und bezüglich der Auseinandersetzung mit Problemen (t = 0,936; p = 0,334) zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den befragten Frauen und Männern.
Ein χ2-Test auf Unabhängigkeit wurde durchgeführt, um geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich der psychischen Belastung zu untersuchen. Die Ergebnisse bestätigen einen signifikanten Unterschied (χ2 [3, N = 304] = 31,56, p  ≤ 0,000), was darauf hindeutet, dass Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit über psychische Belastungen berichten als Männer.

Depressive und Angstsymptome im Geschlechtervergleich

Etwa 85 % der befragten ukrainischen Geflüchteten gaben an, unter leichten bis schweren depressiven und Angstsymptomen zu leiden. Etwa 16 % aller Befragten zeigten eine als normal einzuordnende psychische Gesundheit unter Berücksichtigung der abgefragten depressiven und Angstsymptome. Im Vergleich zu den Männern gaben ukrainische Frauen mehr als doppelt so häufig (10,1 % vs. 23,4 %) an, unter schweren depressiven und Angstsymptomen zu leiden. Etwa ein Drittel der befragten ukrainischen Männer gab Symptome im normal kategorisierbaren Bereich an.
Etwa 38 % der befragten Frauen und 29 % der befragten Männer aus der Ukraine gaben an, an mehr als der Hälfte der Tage oder beinahe jeden Tag wenig Interesse oder Freude an alltäglichen Aktivitäten zu haben (Tab. 4). Der t‑Test für unabhängige Stichproben bestätigt, dass diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern signifikant sind (t = 8,829; p = 0,003). Ebenso berichteten signifikant mehr Männer (35 %) als Frauen (14 %), keine Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit zu fühlen (t = 11,813; p = 0,001). Signifikante Unterschiede zwischen Männern (16 %) und Frauen (7 %) zeigten sich zudem im Fehlen von Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung, (t = 5,565; p = 0,019). Etwa 19 % der Männer und 31 % der Frauen gelang es an mehr als der Hälfte der Tage oder beinahe jeden Tag nicht, Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren (t = 5,068; p = 0,025).
Ein χ2-Test auf Unabhängigkeit wurde durchgeführt, um geschlechtsspezifische Unterschiede bzgl. depressiver Symptome und Angstzustände zu untersuchen. Die Ergebnisse bestätigen einen signifikanten Unterschied χ2 (3, N = 304) = 13,88, p = 0,003, zwischen den Geschlechtern und zeigen eine Benachteiligung von Frauen (Abb. 2).
Abb. 2
Häufigkeit der Schweregrade von depressiven und Angstsymptomen (PHQ-4) der Teilnehmenden (Angaben in Prozent für die Gesamtstichprobe [n = 304] und getrennt nach Geschlecht)
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Tab. 3
Häufigkeit der Schweregrade von depressiven und Angstsymptomen der Teilnehmenden, für die Gesamtstichprobe (n = 304) und getrennt nach Geschlecht
  
Gesamtstichprobe
(n = 304)
Männlich
(n = 69)
Weiblich
(n = 235)
χ2-Test
Geschlechtsunterschiede
  
n
%
n
%
n
%
χ2
p
Depressive Symptome (PHQ-2)
Normaler Bereich
168
55,3
46
66,7
122
51,9
4,6949
0,030
Depressive Symptome
136
44,7
23
33,3
113
48,1
Angststörungen (GAD-2)
Normaler Bereich
149
49,0
37
53,6
112
47,7
0,7591
0,383
Angstsymptome
155
51,0
32
46,4
123
52,3
Der χ2-Test zur Untersuchung von Geschlechterunterschieden zeigte hinsichtlich depressiver Symptome (PHQ-2) einen signifikanten Unterschied zugunsten der Männer, χ2 (3, N = 304) = 4,70, p = 0,030. Der χ2-Test für Angstzustände (GAD-2) ergab jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern, χ2 (3, N = 304) = 0,76, p = 0,383 (Tab. 3).
Tab. 4
Depressive und Angstsymptome der Teilnehmenden (n = 304, Angaben im Geschlechtervergleich)
Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?
Insgesamt
Analyse nach Geschlecht
Weiblich
Männlich
t‑Test
n
%
n
%
n
%
t
Sig. (2-seitig)
Wenig Interesse oder Freude an Ihren Tätigkeiten
Überhaupt nicht
63
20,7
42
17,9
24
34,8
8,829
0,003
An einzelnen Tagen
139
45,7
105
44,7
25
36,2
An mehr als der Hälfte der Tage
54
17,8
46
19,6
13
18,8
Beinahe jeden Tag
48
15,8
42
17,9
7
10,1
Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit
Überhaupt nicht
57
18,8
33
14,0
24
34,8
11,813
0,001
An einzelnen Tagen
128
42,1
103
43,8
25
36,2
An mehr als der Hälfte der Tage
58
19,1
45
19,1
13
18,8
Beinahe jeden Tag
61
20,1
54
23,0
7
10,1
Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung
Überhaupt nicht
27
8,9
16
6,8
11
15,9
5,565
0,019
An einzelnen Tagen
118
38,8
91
38,7
27
39,1
An mehr als der Hälfte der Tage
72
23,7
54
23,0
18
26,1
Beinahe jeden Tag
87
28,6
74
31,5
13
18,8
Nicht in der Lage sein, Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren
überhaupt nicht
86
28,3
61
26,0
25
36,2
5,068
0,025
An einzelnen Tagen
132
43,4
101
43,0
31
44,9
An mehr als der Hälfte der Tage
54
17,8
45
19,1
9
13,0
Beinahe jeden Tag
32
10,5
28
11,9
4
5,8

Diskussion

Ziel der durchgeführten Studie war es, psychische Belastungen von in Deutschland lebenden erwachsenen Geflüchteten aus der Ukraine, unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterunterschiede, abzubilden. Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen einerseits, dass in der Gruppe der ukrainischen Geflüchteten ein hoher Anteil an Befragten unter psychischen Belastungen wie depressiven und Angstsymptomen, aber auch allgemeinen psychischen Beeinträchtigungen wie Schlaf- und Konzentrationsproblemen litt. Anderseits zeigt die vorliegende Studie in Übereinstimmung mit vielen national und international durchgeführten Untersuchungen zum Wohlbefinden in Geflüchtetensamples [19, 27, 32], dass die geflüchteten Frauen in fast allen erhobenen Aspekten stärker von psychischen Belastungen betroffen waren als die befragten geflüchteten Männer.
Geschlechts- und genderspezifische Unterschiede bei psychischen Belastungen und Erkrankungen gehören zu den stabilsten Erkenntnissen in der klinischen und Präventionsforschung [26]. Die psychische Vulnerabilität von Frauen wird u. a. auf höhere Raten von zwischenmenschlichen Stressfaktoren und geschlechtsspezifischer Gewalt und – auf gesellschaftlicher Ebene – auf mangelnde Gleichstellung und Diskriminierung zurückgeführt [26]. Untersuchungen zu Geschlechterunterschieden in Bezug auf das psychische Wohlbefinden von Geflüchteten ergaben, neben geschlechtsunspezifischen, zahlreiche geschlechtsspezifische Postmigrationsstressoren, die insbesondere bei geflüchteten Frauen mit psychischen Belastungen assoziiert waren, wie z. B. geringere Zufriedenheit in der Ehe durch häusliche Konflikte oder Gewalt, geringeres Selbstwertgefühl, geringere Lebenszufriedenheit, unsicherer Aufenthaltsstatus bzw. kürzere Aufenthaltsdauer im Aufnahmeland [1, 6, 10, 15, 17].
Die von UN Women und CARE International durchgeführte Rapid Gender Analysis hat, auf der Basis von unterschiedlichen Primär- und Sekundärdaten, zahlreiche Hinweise dazu offen gelegt, dass ukrainische Frauen und Mädchen bereits vor Kriegsbeginn im erheblichen Maße geschlechtsspezifischen Stressoren für die psychische Gesundheit und Diskriminierungen aufgrund ihres Geschlechts ausgesetzt waren und sich diese Situation durch den Beginn von Krieg und (Binnen‑)Flucht noch weiter verschärft hat [30]. Bei den aus der Ukraine geflüchteten Frauen könnten die psychischen Belastungen evtl. auf das Zusammenwirken von (biologisch determinierten) Vulnerabilitätsfaktoren, geschlechtsunspezifischen Postmigrationsstressoren und einer intersektionalen Diskriminierung, d. h. der Benachteiligung aufgrund von Geschlecht und Fluchtgeschichte im Sinne eines sog. „double jeopardy“, zurückgeführt werden.

Limitationen

Die empirischen Daten wurden im Rahmen einer Querschnittuntersuchung erhoben, so dass die Befunde keine kausalen Schlüsse oder Veränderungen im Zeitverlauf zulassen. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss zudem berücksichtigt werden, dass es sich um keine repräsentative Stichprobe handelt, so dass sich generalisierende Aussagen auf der Grundlage der vorliegenden Studie nur bedingt ableiten lassen. Entsprechend des sehr hohen Anteils von Frauen, die aus der Ukraine geflüchtet sind [28, 30], waren weibliche Teilnehmende im Vergleich zu den männlichen im Sample überrepräsentiert. Die Rekrutierung der Studienteilnehmer*innen fand an unterschiedlichen Orten statt, ohne dass die Aufenthaltsdauer der Befragten als Kontrollvariable erfasst wurde. Es ist allerdings anzunehmen, dass sich Geflüchtete, die in Erstaufnahmezentren und daher vermutlich erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben, in Hinblick auf die psychische Belastung von Personen, die in Jobcentern rekrutiert wurden und daher vermutlich schon länger in Deutschland leben, unterscheiden. Da Studien wie von Jarallah und Baxter [15] oder Gleeson et al. [10] die Bedeutung von Aufenthaltsdauer und Dauer des Asylverfahrens für die Aufklärung von Geschlechterunterschieden bei psychischen Belastungen belegen, sollten diese soziodemografischen Merkmale in zukünftigen Befragungen erfasst und bei den Analysen als Kontrollvariablen einbezogen werden. Ebenso könnte die konkrete Herkunftsregion in der Ukraine, die in der vorliegenden Studie nicht erfasst wurde, mit einem unterschiedlichen Ausmaß an prä- und peritraumatischen Erfahrungen und so mit der psychischen Gesundheit im Exilland zusammenhängen und sollte daher perspektivisch in Untersuchungen erfasst werden. Zudem muss limitierend gesagt werden, dass passive und aktive Rekrutierungsschritte sowie die Möglichkeit von Face-to-face-Interviews und der Nutzung eines QR-Codes notwendig waren, um die Zielgruppe zu erreichen. Dies lässt nicht ausschließen, dass es dadurch zu unterschiedlichen Antwortverhalten im Sinne einer sozialen Erwünschtheit und auch zu Selektionsbias gekommen ist. Psychische Belastungen sind ein besonders sensibles Thema, so dass für Fragebogenerhebungen übliche Antwortverzerrungen nicht ausgeschlossen werden können. Der über den QR-Code zugängliche Fragebogen wurde von den Teilnehmenden an selbst gewählten Orten ausgefüllt, so dass keine Aussage dazu getroffen werden kann, ob es sich jeweils um sichere Orte gehandelt hat; mögliche Einflüsse durch Kontextfaktoren sind daher nicht auszuschließen.
In die Analyse wurden ausschließlich die Antworten von Geflüchteten einbezogen, die sich dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet haben. Zwei Teilnehmende, die sich als divers oder andere identifizierten, wurden zugunsten einer Geschlechterdichotomie von Frauen vs. Männern aus der Stichprobe ausgenommen, obwohl die Auswirkungen des Krieges für Menschen aus der Community der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Queers, Intersexuellen und Asexuellen (LGBTQIA+) in der Ukraine als unverhältnismäßig stark beschrieben wurden [30].

Ausblick

Die Auswertungen der Befragungen wurden in einer binären Geschlechterzuordnung (weiblich, männlich) durchgeführt. Zur Erhöhung der Sensibilität von genderspezifischer Diversität sollte die Varianz an (nicht-binären) Geschlechtsidentitäten in zukünftigen Befragungen (z. B. bei der Auswahl von Einschlusskriterien, Rekrutierungsstrategien und Instrumenten) Berücksichtigung finden. Daraus können Erkenntnisse zu (psychischen) Folgen von intersektionaler geschlechtsspezifischer Diskriminierung von Geflüchteten gewonnen werden. Für das tiefergehende Verständnis von Geschlechterunterschieden wäre zudem interessant, den Einfluss von Alters- und Generationsunterschieden in die Analysen einzubeziehen, da das höhere Alter ebenso wie das weibliche Geschlecht wiederholt im Zusammenhang mit stärkeren psychischen Belastungen von geflüchteten Menschen gefunden wurde [32]. Ukrainische Geflüchtete unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Aufnahmebedingungen z. B. in Bezug auf das Asylverfahren, Sozialleistungen und Arbeitserlaubnis in Deutschland von Geflüchteten aus vielen anderen Herkunftsländern. Daher erscheint es perspektivisch insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Prävention und Gesundheitsförderung als relevant, ähnlich wie in der Studie von Walther et al. [32], eine vergleichende Analyse der geschlechtsspezifischen Unterschiede zur psychischen Gesundheit unter Berücksichtigung einerseits der an Aufenthaltstitel bzw. Herkunftsländer geknüpften Asylbedingungen sowie andererseits der begleitenden bzw. zurückgelassenen Angehörigen vorzunehmen.

Fazit für die Praxis

  • Zur Ansprache von Geflüchteten aus der Ukraine sollte ein niedrigschwelliger, aufsuchender Zugang mit Multiplikator*innen ermöglicht werden, um kulturelle, sprachliche und strukturelle Barrieren zu reduzieren.
  • Bei der Vermittlung sensibler Themen, wie psychischer Belastungen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit, sollten, zur Erklärung dieser Belastungen, relevante Aspekte wie bspw. die familiäre Situation, mögliche Gewalterfahrungen, Situationen in den Aufnahmeeinrichtungen und dem Aufnahmeland, sowie fehlende Möglichkeiten der Befriedigung existentieller Bedürfnisse (bspw. Hygiene und Ernährung) thematisiert werden.
  • Es sollten frühzeitig unterstützende Maßnahmen, z. B. in Form von fachlich begleiteten Gruppendiskussionen, die gendersensibel ausgerichtet sind, heterogene psychische Belastungen berücksichtigen und an den (neuen) und individuellen Lebensbedingungen der Geflüchteten orientiert sind, geplant und angeboten werden.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

J. Buchcik, F. Metzner, V. Kovach und A. Adedeji geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Alle beschriebenen Untersuchungen am Menschen oder an menschlichem Gewebe wurden mit Zustimmung der zuständigen Ethikkommission, im Einklang mit nationalem Recht sowie gemäß der Deklaration von Helsinki von 1975 (in der aktuellen, überarbeiteten Fassung) durchgeführt. Die Teilnahme an der Befragung gilt als Einverständnis der Studienteilnahme. Die Studie wurde durch die Ethikkommission des Competence Center Gesundheit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften genehmigt.
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Titel
Prävalenz psychischer Belastungen bei ukrainischen Flüchtlingen in Deutschland – Betrachtung von Geschlechterunterschieden
Verfasst von
Prof. Dr. J. Buchcik
Dr. F. Metzner
V. Kovach
Dr. A. Adedeji
Publikationsdatum
14.08.2023
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Prävention und Gesundheitsförderung / Ausgabe 3/2024
Print ISSN: 1861-6755
Elektronische ISSN: 1861-6763
DOI
https://doi.org/10.1007/s11553-023-01066-z
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