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01.10.2009 | Übersichten | Ausgabe 5/2009

Der Schmerz 5/2009

Prävalenz und Prädiktoren von Schmerzen in mehreren Körperregionen

Ergebnisse einer repräsentativen deutschen Bevölkerungsstichprobe

Zeitschrift:
Der Schmerz > Ausgabe 5/2009
Autoren:
Dr. W. Häuser, G. Schmutzer, H. Glaesmer, E. Brähler

Zusammenfassung

Hintergrund

Aus Deutschland liegen keine Daten aus repräsentativen Stichproben der Gesamtbevölkerung zu Prädiktoren von Schmerzen in mehreren Körperregionen (WP) und des Fibromyalgiesyndroms (FMS) vor.

Methodik

Personen ≥14 Jahre aus einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Gesamtbevölkerung wurden im Rahmen einer Querschnittsstudie mit standardisierten Fragebögen untersucht. Schmerzorte, das Vorliegen eines WP und FMS wurden mit der Regionalen Schmerzskala RPS, körperliche Symptombelastung bzw. Depressivität mit den Modulen des Fragebogens zum Gesundheitszustand PHQ 15 bzw. PHQ 9 und der subjektive Gesundheitszustand mit der Kurzform des Fragebogens zum Gesundheitszustand SF-12 erfasst.

Ergebnisse

Die Studie beendeten 2524/4064 (62,1%) der kontaktierten Personen. Die Prävalenz des CWP war 8,6%, des FMS 3,8%. Das Geschlechtsverhältnis Frauen zu Männer war bei WP und FMS 1:1; 52,4% der Varianz der Zahl der Schmerzorte wurden durch höheres Alter, niedrigen sozialen Schichtindex, hohe körperliche Symptombelastung, geringe Depressivität und subjektiv niedrigen körperlichen Gesundheitszustand prädiziert (p<0,001). Höheres Lebensalter (OR 2,0, 95%-KI 1,71; 2,36; p<0,001), niedrige soziale Schicht (OR 0,64; 95%-KI 0,46; 0,91; p=0,01) und mögliches somatoformes Syndrom (OR 3,0; 95%-KI 1,27; 7,15; p<0,001) prädizierten mit einer 94,4% Wahrscheinlichkeit einen WP. Höheres Lebensalter (OR 1,39, 95%-KI 1,19; 1,62, p<0,001), niedrige soziale Schicht (OR 0,61, 95%-KI 0,40, 0,93; p=0,02) und mögliches somatoformes Syndrom (OR 19,42; 95%-KI 10,31; 36,61; p<0,001) prädizierten mit einer 97,7% Wahrscheinlichkeit ein FMS.

Schlussfolgerung

WP und FMS sind Bestandteile eines Komplexes von vermehrter körperlicher Symptombelastung, höherem Alter und niedriger sozialer Schicht.

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