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28.11.2017 | Prävention in der Diabetologie | Leitthema | Ausgabe 8/2017

Der Diabetologe 8/2017

Extrembelastungen in der Kindheit

Ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes?

Zeitschrift:
Der Diabetologe > Ausgabe 8/2017
Autoren:
Prof. Dr. J. Kruse, Prof. Dr. med. K.‑H. Ladwig

Zusammenfassung

Hintergrund

Extreme Stresserfahrungen und Misshandlungen in der Kindheit sind Risikofaktoren für die Entwicklung unterschiedlicher psychischer und somatischer Erkrankungen.

Ziel der Arbeit

Im vorliegenden Beitrag wird die Bedeutung von Belastungen und Misshandlungen in der Kindheit für die Entwicklung des Diabetes mellitus im Erwachsenenleben beschrieben.

Belastung und Diabetesrisiko

Das Erleben von 4 und mehr Belastungsfaktoren sowie von ausgeprägten Misshandlungen in der Kindheit geht mit einem deutlich erhöhten Diabetesrisiko einher. Dabei zeichnet sich ab, dass extreme Stresserlebnisse in der Kindheit mit anhaltenden neurobiologischen und psychologischen Veränderungen assoziiert sind, die für den Typ-2-Diabetes prädisponieren. Auf biologischer Ebene werden neuronale, endokrinologische, immunologische und das Darmmikrobiom betreffende anhaltende Veränderungen in der Folge der Extrembelastungen in der Kindheit beobachtet. Auf psychischer Ebene sind insbesondere die Affektregulation, das Selbstwertgefühl und das interpersonelle Erleben und Verhalten beeinträchtigt. Diese Veränderungen gehen mit einem ungesunden Lebensstil einher.

Resümee

Die vorliegenden Studienergebnisse deuten darauf hin, dass biologische, psychische und soziale Faktoren intensiv mit der Entwicklung insbesondere des Typ-2-Diabetes interagieren.

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