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01.06.2014 | Leitthema | Ausgabe 6/2014

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 6/2014

Prävention von Verletzungen bei kleinen Kindern

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 6/2014
Autoren:
Dr. G. Ellsäßer, G. Trost-Brinkhues, M. Albrecht
Wichtige Hinweise
Der Autor Dr. M. Albrecht war bis 2010 Chefarzt der Kinderchirurgischen Klinik Dortmund.

Zusammenfassung

Epidemiologische Studien in Deutschland zeigen, dass bei Verletzungen Säuglinge und kleine Kinder am stärksten gefährdet und schutzbedürftig sind. Von allen Kindern unter 15 Jahren haben diese die höchsten Raten bei den tödlichen und schweren Verletzungen. Ziel dieses Beitrages ist daher, aus wissenschaftlicher Sicht darzustellen, welche Maßnahmen in der Unfallprävention für diese Altersgruppe als erfolgreich gelten. Es werden einerseits internationale Fachempfehlungen, andererseits evidenzbasierte Erkenntnisse zu Interventionen auf der Grundlage von Cochrane Reviews vorgestellt. Die WHO empfiehlt für die 4 häufigsten Verletzungsmechanismen bei Kindern (Ertrinken, Vergiftungen, Verbrennungen und Stürze) ein Bündel von Maßnahmen aus Gesetzgebung, Regelungen, Umweltveränderung, Bildung und notfallmedizinischer Versorgung. Metaanalysen zur Wirksamkeit von Interventionen bezogen auf die Sicherheit im häuslichen Bereich stellten fest, dass die persönliche Elterninformation (face-to-face) und diese verbunden mit einer kostenlosen Sicherheitsausstattung (wie Treppenschutzgitter, Rauchmelder) die Sicherheitspraktiken der Eltern signifikant erhöhten. Hierzu gehörte auch der Verzicht auf eine Lauflernhilfe. Komplexe Elternbildungsprogramme (als Hausbesuchsprogramme bzw. in pädiatrischen Einrichtungen) hatten den größten Effekt, da sie die häuslichen Unfälle der Kinder nachweislich reduzierten. Die Prävention von Verletzungen bei kleinen Kindern sollte einen komplexen und datengestützten Ansatz verfolgen. Die Frühen Hilfen auf kommunaler Ebene sind besonders geeignet, die Unfallprävention im häuslichen Bereich zu integrieren, da sie mit Familienbesuchsprogrammen verbunden sind.

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