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Über dieses Buch

Dieses Buch bietet das Praxiswissen für die notwendige differenzierte schlafmedizinische Diagnostik und eine darauf basierende optimale kurz-, mittel- und langfristige Therapie.

Schlafstörungen - eine der häufigsten Erkrankungen
Über eine halbe Million Menschen nehmen in Deutschland regelmäßig Schlafmittel ein. Darüber hinaus können Beschwerden durch nicht erholsamen Schlaf Leistung und Lebensqualität der Betroffenen massiv beeinträchtigen, oft mit langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Das Lehr- und Lernbuch zur Prüfungsvorbereitung

Qualifikationsnachweis Somnologie der DGSM

Zusatzbezeichnung Schlafmedizin

„BUB“-Kurse

Der Ratgeber für die tägliche Arbeit in Klinik und Praxis

Grundlagen, Pathophysiologie

Diagnostik, Differentialdiagnostik

Therapiestandards und Alternativen

Alles, was wichtig, häufig und klinisch relevant ist mit

Praxistipps, Fallbeispielen

Fragen zur Prüfungsvorbereitung

NEU u.a.

Aktualisierte Richtlinien zu Indikation und Auswertung der Polysomnographie

Berücksichtigung der aktuellen Leitlinien zur Insomnie und zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen

Deutliche Erweiterung des Kapitels zu den kindlichen Schlafstörungen

Nach neuesten Klassifizierungen und Empfehlungen

ICSD-3

Scoring Manual der AASM

Leitlinie “Insomnie” und “Schlafbezogene Atmungsstörungen”

Gültig für den gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).
Nach den Empfehlungen der

Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

European Sleep Research Society

American Academy of Sleep Medicine

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Physiologische Grundlagen des normalen und gestörten Schlafes

Schlaf ist im Gegensatz zum Wachzustand durch sehr geringe motorische Aktivität und Reaktionsbereitschaft gekennzeichnet. Körperfunktionen und Hormonsekretion werden im Schlaf moduliert. Körperkerntemperatur und Kortisolsekretion sind die Marker des endogenen Rhythmus, der durch den Nucleus suprachiasmaticus mit dem 24-Stunden-Tag synchronisiert wird. Der Wechsel von Schlaf und Wach wird durch einen homöostatischen und einen zirkadianen Prozess (etwa 24 h), der Wechsel zwischen REM- und NonREM-Schlaf durch einen ultradianen Prozess (<24 h) ermöglicht. Die Bedeutung des Schlafes für körperliche und geistige Erholung, Thermoregulation, Immunsystem, Gedächtniskonsolidierung und Ontogenese werden diskutiert. Beim gesunden Schläfer werden NonREM-Schlaf (N1, N2, N3), REM-Schlaf (R) und Wachzustand (W) anhand des EEG, EOG und submentalen EMG unterschieden. In der 3. Version der Internationalen Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD-3, 2014) werden 7 Hauptgruppen differenziert.
J. T. Maurer, H.-G. Weeß, M. Schredl

2. Diagnostische Methoden

Schlafstörungen sind nur vordergründig einfache, leicht zugängliche Krankheitsbilder. Tatsächlich handelt es sich um komplexe Störungsbilder, die einer ausführlichen und sorgfältigen Diagnostik bedürfen. Schlafstörungen, insbesondere bei Älteren, besitzen häufig eine multifaktorielle Genese und bedürfen in der Regel eines interdisziplinären Ansatzes. Nach der Internationalen Klassifikation von Schlafstörungen in ihrer revidierten Version von 2014 (ICSD-3) lassen sich über 50 Schlafstörungen unterscheiden. Schlafstörungen können auf einzelne organische, physiologische, psychologische, psychopathologische oder pharmakologische Faktoren zurückgeführt werden, treten aber häufig erst im Zusammenwirken verschiedener ätiologischer Bedingungen zutage. Im folgenden Kapitel soll das gesamte Spektrum der schlafmedizinischen Diagnostik von der Anamnese bis hin zur apparativen Diagnostik beim Erwachsenen dargestellt werden. Dabei steht die Beschreibung der „Herzstücke“ der schlafmedizinischen Diagnostik, der Polygrafie und Polysomnografie, im Mittelpunkt der Betrachtung. Dargestellt werden die Standard-Ableiteparameter der Polysomnografie nach den Kriterien der DGSM. Ergänzt werden diese durch die mittlerweile durch die American Academy of Sleep Medicine (AASM) jährlich aktualisierten Auswerteregeln der Polysomnografie und Polygrafie. Es werden die deskriptiven Kenn- und Normwerte sowie die Indikationen zur Polysomnografie bei verschiedenen Schlafstörungen nach den evidenzbasierten Kriterien der AASM dargestellt. Darüber hinaus werden die typischen polysomnografischen Besonderheiten der verschiedenen Schlafstörungen ausführlich beschrieben. Die Beschreibung spezifischer diagnostischer Methoden bei Kindern erfolgt im Kap. 11.
H.-G. Weeß

3. Insomnien

Insomnien gehören zu den häufigsten Schlafstörungen und Insomniesind durch eine Diskrepanz zwischen Schlafbedürfnis und Schlafvermögen gekennzeichnet. Als charakteristisch gelten eine erhöhte Einschlafzeit, vermehrte nächtliche Wachphasen und frühmorgendliches Erwachen bei ausreichender Bettzeit. Kennzeichnend und als diagnostische Kriterien unabdingbar sind Beschwerden am Tage wie z. B. psychosoziale Leistungseinschränkungen, motivationale und emotionale Veränderungen. Chronische Insomnien gehen mit vermehrten Fehlzeiten am Arbeitsplatz, einer reduzierten Produktivität und einem erhöhten Risiko für Unfälle einher und erhöhen darüber hinaus das Gesundheitsrisiko. So ist die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und psychische Störungen bei chronischer Insomnie erhöht und die Lebenserwartung verkürzt.
H.-G. Weeß

4. Schlafbezogene Atmungsstörungen

Die Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS)schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) lassen sich in Atmungsstörungen ohne und mit Obstruktion der oberen Atemwege unterteilen, darüber hinaus wird seit der dritten Auflage der ICSD auch das Schnarchen wieder unter den SBAS geführt. Auch wenn sich zahlreiche Überschneidungen in Diagnostik und Therapie ergeben, unterscheiden sich die beiden Krankheitsbilder in Hinblick auf Ätiologie und Pathogenese erheblich. Insbesondere die schlafbezogenen Atmungsstörungen mit Obstruktion sind ein weit verbreitetes Phänomen. Nicht nur die Erkrankung selbst, auch die öffentliche Wahrnehmung v. a. der obstruktiven Schlafapnoe hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Von noch weit höherer Prävalenz und in den Medien nahezu allgegenwärtig ist das Schnarchen des Erwachsenen.
B. A. Stuck, J. T. Maurer

5. Hypersomnische Störungen

Eine erhöhte Neigung, tagsüber einzuschlafen, ist ein häufiges Symptom bei einer Reihe von weit verbreiteten schlafmedizinischen Erkrankungen, z. B. bei schlafbezogenen Atmungsstörungen. Hypersomnien, wie die Narkolepsie und die idiopathische (primäre) Hypersomnie als eigenständige Krankheitsbilder sind sehr selten. Das Symptom der exzessiven Tagesschläfrigkeit stellt jedoch eine hohe Belastung für die Patienten dar. Die adäquate und häufig langfristig notwendige Behandlung ist eine Herausforderung für den Schlafmediziner.
M. Schredl

6. Zirkadiane Rhythmusschlafstörungen

Die Erkrankungsgruppe ist gekennzeichnet durch eine fehlende Synchronisation des intrinsischen zirkadianen Rhythmus mit dem Hell-Dunkel-Wechsel. Entweder ist der intrinsische Schrittmacher selbst gestört oder der Schlaf-Wach-Rhythmus weicht aufgrund externer Faktoren von einem normalen intrinsischen zirkadianen Rhythmus ab. Insomnische oder hypersomnische Beschwerden bzw. beides sind die Folge. Kann der Betroffene seine Schlafzeiten nach seinem inneren Rhythmus ausrichten, sind Schlafdauer und -qualität, ebenso wie die Leistungsfähigkeit in der Wachphase normal.Zirkadiane Rhythmusschlafstörungen Am häufigsten ist die Schlafstörung bei Schichtarbeit mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen und eingeschränktem Leistungsvermögen am Arbeitsplatz. Schlaftagebücher sind Grundlage der Diagnostik, die strenge Einhaltung von festen Bettzeiten in Verbindung mit einer Lichttherapie Grundlage der Therapie.
J. T. Maurer

7. Parasomnien

Obwohl ParasomnienParasomnien nicht direkt die Schlafqualität oder die Erholsamkeit des Schlafes beeinträchtigen, können sie für die betroffenen Personen eine große Belastung darstellen. So können sich Albträume negativ auf die Tagesstimmung auswirken, der Pavor nocturnus und das Schlafwandeln werden von betroffenen Erwachsenen häufig als peinlich erlebt, zudem kann es zu Verletzungen kommen. Insbesondere der Umstand, dass man während des Schlafes Handlungen ausführt, über die man keine Kontrolle hat und an die man sich morgens nicht erinnern kann, wird dabei als unangenehm empfunden. Parasomnien sind häufiger im Kindesalter zu finden, können aber auch im Erwachsenenalter auftreten bzw. bis ins Erwachsenenalter persistieren. Etwa 5 % der Erwachsenen geben an, unter Albträumen zu leiden. Schlafwandeln und Pavor nocturnus sind bei Erwachsenen jedoch recht selten (unter 1 %).
M. Schredl

8. Bewegungsstörungen im Schlaf

Eine Reihe von BewegungsstörungenBewegungsstörungen im Schlaf können eine Insomnie und Tagesschläfrigkeit zur Folge haben, werden aber nicht immer vom Patienten selbst wahrgenommen. In erster Linie sind sie durch relativ einfache, meist stereotype Bewegungen charakterisiert, welche über wiederholte Weckreaktionen die Erholungsfunktion des Schlafes stören. Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist in dieser diagnostischen Kategorie nicht aufgrund seines klinischen Beschwerdebildes, sondern vielmehr aufgrund seiner hohen Assoziation mit periodischen Bewegungen der Gliedmaßen im Schlaf aufgelistet. Obwohl das RLS zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern zählt und die Lebensqualität der Betroffenen bis hin zur Berentung erheblich einschränken kann, wird es nach wie vor häufig nicht erkannt oder falsch diagnostiziert.
H.-G. Weeß

9. Isolierte Symptome, Normvarianten und andere Schlafstörungen

Nicht alle Phänomene oder Symptome zwischen Einschlafen und Aufwachen lassen sich den großen Gruppen der Schlafstörungen eindeutig zuordnen, auch wenn sie in der ICSD-3 jeweils gemäß ihrer vorherrschenden Phänomenologie eingruppiert wurden. Manche treten isoliert auf, haben überhaupt keinen oder lediglich einen marginalen Krankheitswert, sind bisher noch zu wenig erforscht oder zeigen eine zu variable Symptomatik, um sie entweder einer bestehenden Schlafstörung zuordnen zu können oder zu einer eigenen Schlafstörung zu erklären. Die Schlafstörung durch umgebungsbedingte Einflüsse wie z. B. Lärm, Wärme oder auch den Bettpartner ist hier ebenfalls einzuordnen, da sowohl der objektiv vorhandene Störfaktor als auch seine subjektive Bewertung zu einer Insomnie, Hypersomnie und/oder zu nichterholsamem Schlaf führen können.
J. T. Maurer

10. Sekundäre Schlafstörungen

Schlafstörungen können als sekundäre Schlafstörungensekundäre Schlafstörungen Zeichen organischer oder psychischer bzw. psychiatrischer Krankheiten sein. Sie können als begleitendes oder passageres Symptom erscheinen, tragen jedoch bei chronischen Erkrankungen z. T. in erheblichem Maße zur Morbidität und zur Aufrechterhaltung des Krankheitsgeschehens bei. Eine Behandlung der Schlafstörung kann sich in diesen Fällen günstig auf den Verlauf der Grunderkrankung auswirken. Der Schlafmediziner ist dann gefordert, wenn die Schlafstörung eine zusätzliche Therapie erforderlich macht. Darüber hinaus können sich organische oder psychische bzw. psychiatrische Erkrankungen auch primär als Schlafstörung manifestieren. Aufgabe des Schlafmediziners ist es dann, die zugrunde liegende Ursache der Schlafstörung zu erkennen und einer angemessenen Behandlung zuzuführen.
B. A. Stuck, M. Schredl

11. Schlafstörungen im Kindesalter

Schlafstörungen im Kindesalter sind weit verbreitet. Viele klassische schlafmedizinische Erkrankungen können sich bereits im Kindes- oder Jugendalter manifestieren, andere treten sogar typischerweise oder ausschließlich im Kindesalter auf. Besonders häufig sind im Vor-, Grundschul- und Jugendalter die insomnischen Störungen mit Ein- und Durchschlafstörungen zu finden. Aber auch Parasomnien wie der Pavor nocturnus und die Albtraumstörung sind im Kindesalter weit verbreitet. Die Therapie der Schlafstörungen für Kinder und Jugendliche unterscheidet sich von der der Erwachsenen und sollte altersgerecht gestaltet werden. Das folgende Kapitel befasst sich darüber hinaus mit den schlafbezogenen Atmungsstörungen im Kindesalter, allen voran mit der kindlichen obstruktiven Schlafapnoe. Während klinisches Bild und Pathophysiologie der obstruktiven schlafbezogenen Atmungsstörungen bei Kindern und Erwachsenen vieles gemein haben, unterscheidet sich die Therapie in vielfältiger Weise.
A. A. Schlarb, B. A. Stuck

12. Begutachtung

Geschätzt wird, dass jährlich 17.000 der Arbeitsunfälle, welche der gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet wurden auf eine obstruktive Schlafapnoe zurückzuführen sind. Tagesschläfrigkeit tritt als Symptom vieler primärer und sekundärer Schlafstörungen auf. Vor allem bei schlafbezogenen Atmungsstörungen und neurologisch bedingten Schlafstörungen wie Narkolepsie, idiopathischer Hypersomnie, rezidivierender posttraumatischer Hypersomnie, Restless-Legs-Syndrom und periodischen Bewegungsstörungen im Schlaf, aber auch bei Parasomnien kann es zu Einschränkungen im sozialen Leben kommen. Tagesschläfrigkeit kann dabei zu erhöhter Eigen- und Fremdgefährdung in Alltagssituationen führen und sich dadurch negativ auf die Fahrtauglichkeit und die Arbeits- und Berufsfähigkeit auswirken. Studien zeigen, dass bei unbehandelten schlafbezogenen Atmungsstörungen und bei Narkolepsie mit Kataplexie von einem bis zu 7-fach erhöhten Unfallrisiko ausgegangen werden kann.
Schätzungen gehen davon aus, dass bei etwa 3 Mio. Deutschen häufig oder dauerhaft Tagesschläfrigkeit mit Einschlafneigung auftritt und dass infolge Tagesschläfrigkeit ein jährlicher volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe entsteht. Auf deutschen Straßen sterben in etwa doppelt so viele Menschen infolge Sekundenschlaf als infolge Alkohol am Steuer.
H.-G. Weeß

Backmatter

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