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Update zur Prämaturen Ovarialinsuffizienz – welche genetischen Ursachen sind bekannt

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Zusammenfassung

Die Prämature Ovarialinsuffizienz (POI) stellt für betroffene Frauen eine erhebliche Herausforderung dar, denn sie hat weitreichende körperliche wie auch emotionale Konsequenzen. Zudem deuten aktuelle Daten darauf hin, dass die POI häufiger vorkommt als bisher angenommen (3,5 % statt 1 %). Das Krankheitsbild der POI ist komplex, die Ursachen multifaktoriell. Diese umfassen genetische, immunologische und iatrogene Faktoren. Bisher bleibt bei der Mehrzahl der Patientinnen die zugrunde liegende Pathogenese unklar. Im Bereich der genetischen Diagnostik haben aktuelle technologische Fortschritte zu differenzierteren Erkenntnissen hinsichtlich der molekularen Pathomechanismen geführt. So ermöglichte die Einführung von Next Generation Sequencing, einschließlich Whole Exome und Whole Genome Sequencing, die Identifikation neuer pathogener Varianten in bekannten oder neu mit POI assoziierten Genen. Dies führt zu einer höheren Rate positiver genetischer Befunde und leistet einen bedeutenden Beitrag zur pathogenetischen Zuordnung der POI. Etwa 20–25 % der ursprünglich als idiopathisch eingestuften POI-Fälle lassen sich mittlerweile auf genetische Ursachen zurückführen. Neben den bereits bekannten X‑chromosomalen Loci sind zusätzlich vor allem Gene hervorzuheben, die an DNA-Reparatur-Prozessen, insbesondere an der homologen Rekombination, sowie an mitochondrialen Funktionen und Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Mutationen oder funktionelle Polymorphismen in diesen Genen können zu einer beschleunigten ovariellen Alterung und in der Folge zur POI führen. Zunehmend gewinnen auch epigenetische Mechanismen an Bedeutung; Umwelteinflüsse können die Genexpression im Ovar modulieren und stellen eine zusätzliche Ebene der ovariellen Alterungsprozesse dar. Ziel dieser Arbeit ist es, den aktuellen Stand zu genetischen Ursachen beschleunigter ovarieller Alterungsvorgänge und der POI darzustellen.
Titel
Update zur Prämaturen Ovarialinsuffizienz – welche genetischen Ursachen sind bekannt
Verfasst von
Dr. med. univ. Helena Bralo, M.Sc.
Nina Rogenhofer
Katrin Schaudig
Christian J. Thaler
Publikationsdatum
19.12.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Gynäkologische Endokrinologie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 1610-2894
Elektronische ISSN: 1610-2908
DOI
https://doi.org/10.1007/s10304-025-00657-7
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