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15.08.2019 | Prophylaxe | Nachrichten

Präventionspreis 2019

Die eigene Mundgesundheit zu optimieren ist ein langer Weg, der viele Anstrengungen erfordert – vor allem auch zwischen den regelmäßigen Besuchen in der Zahnarztpraxis. Gefragt sind individuelle Strategien und maßgeschneiderte Empfehlungen, um die Patienten zu eigenverantwortlichem Handeln zu motivieren. Das neue Schwerpunkt-Thema der Initiative von BZÄK und CP GABA widmet sich daher der Allianz aus Patient und zahnärztlichem Team, um nachhaltige Erfolge für eine umfassende Mundgesundheit zu erzielen. „Zwischen Patienten und Praxis-Teams herrscht ein besonderes Vertrauensverhältnis – das müssen wir noch stärker als bislang für unsere präventiven Botschaften nutzen“, so Professor Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK. Ein Schlüssel liegt für ihn in der sprechenden Zahnmedizin, um Patienten in ihrer Lebenswelt erreichen, individuell beraten und zielgerichtet motivieren zu können und damit das Mundgesundheitsverhalten positiv zu beeinflussen.

Dr. Marianne Gräfin Schmettow, Leiterin Scientific Affairs bei CP GABA und Co-Initiatorin, betont ebenfalls die herausragende Rolle von Präventionsberatung. „Ziel ist es, die Patienten auch für die Zeit zwischen den Zahnarztbesuchen mit allem auszustatten, was sie an Wissen, Techniken und Unterstützung für eine eigenverantwortliche, erfolgreiche Mundhygiene benötigen“, so die Biologin. „Als Experten für Mundgesundheit können wir die entsprechende Arbeit der Spezialisten mit auf wissenschaftlicher Basis entwickelten Produkten unterstützen.“

Experten mit Leidenschaft für Prävention
Der prominent besetzte Kreis von Expertinnen und Experten spiegelt den Team-Aspekt des aktuellen Schwerpunktthemas wider.

Prof. Dr. Ulrich Schiffner, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, sieht als Mitautor der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) und als Fortbildungsreferent der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) den Informationsfluss aus der Forschung in die Praxis und umgekehrt als wesentlichen Faktor für gelungene Prävention. Nur wenn Forschungsergebnisse adäquat und verständlich zu den Patienten getragen und umgekehrt Defizite und Erfolge aus der täglichen Praxis zurück gespiegelt werden, könne die Mundgesundheitssituation insgesamt verbessert werden. Dazu benötigen die Patienten maßgeschneiderte Empfehlungen, die ihrer Lebenssituation entsprechen. Dabei spiele die Arbeit des Praxisteams als empathischer Vermittler eine wichtige Rolle, so Schiffner.

Prof. Dr. med. dent. Stefan Zimmer, Universität Witten/Herdecke, ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) und beschäftigt sich mit dem Thema orale Prävention aus vielen Perspektiven. Erfolgreiche Prävention ist für ihn eine Team-Aufgabe – und zu diesem Team gehören neben dem zahnmedizinischen Fachpersonal auch die Patienten. Wertschätzung aller Team-Mitglieder ist dabei ein wichtiger Faktor. Die Bereitschaft der Patienten zur nachhaltigen Mitarbeit zu wecken, sei das schwierigste Stück Arbeit im Hinblick auf Prävention – aber gerade deswegen auch besonders reizvoll, so Zimmer. Mit den Patienten gemeinsam eine partizipative Entscheidung über die Behandlung zu treffen, hält Zimmer dabei für essentiell. Gute Ansätze für die Kommunikation mit den Patienten sieht der Experte beispielsweise in der Technik des Motivational Interviewing.

Für DH Sabrina Dogan, Dentalhygienikerin aus Mauer, lauten die Zutaten für gelungene Prophylaxe im Team: Herzblut, Einfühlungsvermögen, Motivation – und eine gemeinsame Sprache mit den Patienten. Qualifiziertes Fachpersonal, das empathisch und verständnisvoll mit den Patienten kommuniziert, spielt dabei aus ihrer Sicht eine wesentliche Rolle. Zudem sollten die Praxisteams, so die Expertin, eine klare Vorstellung vom individuellen „Bilderbuch-Zahnputzbecher“ ihrer Patienten für die optimale tägliche Mundhygiene haben und diese patientengerecht vermitteln können

Dr. Sonja Sälzer, Universitätsklinikum Kiel und DG PARO-Spezialistin für Parodontologie®, sieht einen wesentlichen Ansatzpunkt für bessere Mundhygiene in der individualisierten Aufklärung, bei der zahnärztliches Team und Patient gemeinsam einen Lösungsansatz suchen. In diesem Bereich besteht ihrer Einschätzung nach derzeit allerdings noch eine Wissenslücke: „Obwohl Mundhygieneinstruktionen durch das zahnmedizinische Fachpersonal täglich millionenfach gegeben werden, gibt es hierfür keinen einheitlichen Standard“, so die Parodontologin. „Es existieren kaum Studien, die sich der Frage widmen, welche Methoden bei der Hinführung der Patienten zu einem besseren Mundgesundheitsverhalten besonders sinnvoll sind.“

Jetzt bewerben: Präventionspreis 2019
Auch in diesem Jahr schreiben die Initiatoren den Präventionspreis aus. Gesucht werden gute Ideen mit Potenzial. Eine bereits erprobte Umsetzung ist nicht zwingend notwendig. Es sollen Konzepte und Projekte ausgezeichnet werden, die sich einer Verbesserung der eigenverantwortlichen häuslichen Mundhygiene widmen. Die Ausschreibungsdetails finden Sie hier: https://bit.ly/31hwWZQ

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