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21.12.2020 | Prostatakarzinom | Übersichten | Ausgabe 2/2021

Der Urologe 2/2021

Fortgeschrittenes Prostatakarzinom: Sequenz aus androgenrezeptorgerichteten Substanzen und Chemotherapie entscheidet über das Langzeitüberleben

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 2/2021
Autoren:
Prof. Dr. med. Christian Wülfing, Peter J. Goebell, Rolf Eichenauer, Carsten Lange, Stefan Machtens, Christian Schwentner, Tilman Todenhöfer, Robert Tauber, Martin Schostak
Wichtige Hinweise
Die Autoren Christian Wülfing, Peter J. Goebell, Robert Tauber und Martin Schostak haben zu gleichen Teilen zum Manuskript beigetragen.

Zusammenfassung

Die Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms befindet sich im Wandel. Neue Studiendaten und daraus resultierende neue Therapieoptionen führen zu immer differenzierteren Therapieentscheidungen. Trotz der sich verändernden Therapielandschaft ist und bleibt die Taxan-basierte Chemotherapie im metastasierten Stadium als lebensverlängernde Behandlung ein unverzichtbarer Therapiebestandteil für Chemotherapie-fitte Patienten. Die aktuellen Ergebnisse der randomisierten CARD-Studie zeigen bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), die nach Behandlung mit Docetaxel und einer gegen den Androgenrezeptor gerichteten Substanz (ARTA, „androgen receptor targeted agent“) einen Progress aufweisen, dass Cabazitaxel gegenüber einer zweiten ARTA eine signifikant höhere Wirksamkeit inklusive einer signifikanten Lebensverlängerung erzielt, die mit einem besseren Effekt auf Lebensqualitätsparameter verbunden ist. Beim metastasierten kastrationsnaiven Prostatakarzinom (mCNPC) hat sich die Kombinationstherapie aus Androgendeprivationstherapie (ADT) plus Docetaxel bzw. plus einer ARTA etabliert. Darüber hinaus wurden kürzlich drei ARTA für die Behandlung des nichtmetastasierten kastrationsrefraktären Prostatakarzinoms (nmCRPC) zugelassen, nachdem gezeigt werden konnte, dass durch ihren Einsatz in Phase-III-Studien sowohl das metastasenfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben signifikant verlängert werden kann. Der potenzielle frühe Einsatz der ARTA hat auch Auswirkungen auf die Behandlung des mCRPC. Ziel der vorliegenden Publikation ist es, vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage eine Orientierungshilfe für den klinischen Alltag zu geben und Kriterien für die individuelle Therapieentscheidung unter besonderer Berücksichtigung der Chemotherapie zu erarbeiten.

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