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05.10.2017 | Prostatakarzinom | Leitthema | Ausgabe 11/2017

Der Urologe 11/2017

Radikale Prostatektomie beim klinisch lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 11/2017
Autoren:
PD Dr. Dr. P. Mandel, Prof. Dr. D. Tilki, Prof. Dr. M. Graefen

Zusammenfassung

Hintergrund

In den letzten Jahren hat sich eine inverse Stadienverschiebung mit einer Zunahme von aggressiveren und lokal fortgeschritteneren Prostatakarzinomen (PCa) gezeigt. Der natürliche Verlauf dieser Patienten ohne lokale Therapie zeigt eine erhöhte Rate an lokalen Komplikationen sowie einen schlechten weiteren onkologischen Verlauf.

Ziel der Arbeit

Die Arbeit hat die Erörterung des Stellenwerts der radikalen Prostatektomie (RP) bei klinisch lokal fortgeschrittenem PCa zum Ziel.

Material und Methoden

Es wird eine systematische Literaturrecherche und Zusammenstellung relevanter Artikel aus PubMed und Medline vorgestellt.

Ergebnisse

In den aktuellen Leitlinien wird die lokale Therapie als eine der Behandlungsalternativen aufgeführt. Hierbei gibt es keine sichere Evidenz, welche Lokaltherapie (Bestrahlung oder RP) zu bevorzugen ist. Im Vergleich zu einem Verzicht auf eine Lokaltherapie haben Patienten nach RP möglicherweise ein besseres onkologisches Outcome und ein reduziertes Risiko für lokale Komplikationen. Aufgrund der erschwerten Operationsbedingungen und einem ggf. notwendigen multimodalen Therapiekonzept bestehen jedoch eine erhöhte perioperative Morbidität und schlechtere funktionelle Ergebnisse im Vergleich zu Patienten mit lokal begrenztem PCa. Hierbei gibt es bisher keine belastbaren klinischen Daten für den standardmäßigen Einsatz einer neoadjuvanten Therapie. Die Indikation für eine adjuvante oder Salvagetherapie ergibt sich dabei aus den pathologischen Ergebnissen und dem weiteren postoperativen laborchemischen und klinischen Verlauf.

Schlussfolgerung

Für Patienten mit klinisch lokal fortgeschrittenem PCa stellt die RP eine der zu empfehlenden Therapiemöglichkeiten mit guten Langzeitergebnissen dar. Dennoch müssen die Patienten insbesondere über die etwas schlechteren funktionellen Ergebnisse im Vergleich zu lokal begrenzten PCa aufgeklärt werden.

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