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24.11.2016 | Prostatakarzinom | Leitthema | Ausgabe 1/2017

Der Urologe 1/2017

Radionuklidtherapie des Prostatakarzinoms mittels PSMA-Lutetium

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 1/2017
Autoren:
M. M. Heck, M. Retz, R. Tauber, K. Knorr, C. Kratochwil, M. Eiber

Zusammenfassung

Die gegen das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) gerichtete Radionuklidtherapie ermöglicht eine gezielte Therapie gegen PSMA-überexprimierende Prostatakarzinomzellen. Hierfür wurden unterschiedliche Liganden entwickelt, von denen aktuell v. a. die mit dem Beta-Strahler Lutetium-177 markierten Liganden PSMA-617 sowie PSMA-I&T im Rahmen individueller Heilversuche bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) angewendet werden. Die PSMA-gerichtete Radionuklidtherapie wird inzwischen in vielen nuklearmedizinischen Kliniken in Deutschland angeboten. Erste retrospektive Fallserien belegen die Wirksamkeit mit einem PSA-Wertabfall (prostataspezifisches Antigen) >50 % bei 30–60 % der mCRPC-Patienten. Gleichzeitig scheint die Toxizität der Therapie vergleichsweise gering. Es werden nur vereinzelt hämatologische Grad-3-, jedoch keine Grad-4-Toxizitäten berichtet. Als typische nicht-hämatologische Nebenwirkungen wurde eine intermittierende Mundtrockenheit aufgrund unspezifischer PSMA-Expression in den Speicheldrüsen sowie eine leichte Fatigue und Übelkeit beobachtet. Bisher gibt es keine prospektiven Studien zur Evaluierung der PSMA-gerichteten Radionuklidtherapie und ein Überlebensvorteil gegenüber einer der zugelassenen Standardtherapien wie Abiraterone, Enzalutamid, Radium-223-Dichlorid, Docetaxel oder Cabazitaxel beim mCRPC ist nicht nachgewiesen. Daher sollte aktuell die PSMA-gerichtete Radionuklidtherapie nur nach strenger Indikationsstellung mit Ausreizung der zugelassenen Standardtherapien angeboten werden.

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