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01.03.2016 | Prostatakarzinom | Leitthema | Ausgabe 3/2016

Der Urologe 3/2016

Strahlentherapie beim nodal-positiven Prostatakarzinom

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 3/2016
Autoren:
PD Dr. D. Bottke, D. Bartkowiak, C. Bolenz, T. Wiegel

Zusammenfassung

Hintergrund

Es gibt zahlreiche randomisierte Studien zum Management von Patienten mit lokalisiertem oder metastasiertem Prostatakarzinom, aber nur wenige, meist retrospektive Studien haben das Vorgehen bei nodal-positiven Patienten untersucht. Folglich ist die optimale Therapie in dieser Situation unklar. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine alleinige Androgendeprivationstherapie (ADT) oder eine Strahlentherapie plus eine ADT.

Fragestellung

Diese Übersicht fasst die vorliegenden Daten zur Strahlentherapie als definitive Therapie und als adjuvante bzw. Salvage-Strahlentherapie beim nodal-positiven Prostatakarzinom zusammen. In diesem Zusammenhang diskutieren wir auch verschiedene PET-Tracer (Positronenemmissionstomographie) in der Diagnostik von Patienten mit biochemischem Rezidiv nach Prostatektomie.

Ergebnisse

Retrospektive Studien deuten darauf hin, dass eine ADT plus Strahlentherapie als definitive Therapie das Gesamtüberleben im Vergleich zur alleinigen ADT verbessert. Diese Studien zeigen auch, dass viele Patienten mit nodal-positivem Prostatakarzinom mit intensivierter Therapie ein Langzeitüberleben erreichen können und somit eine kurative Chance haben. Der Einfluss einer adjuvanten Strahlentherapie auf das Überleben von Patienten mit pN1-Prostatakarzinom scheint wesentlich von bestimmten Tumorcharakteristika abzuhängen. Männer mit ≤2 positiven Lymphknoten, einem intermediären oder hohen Grading und positiven Schnitträndern oder Patienten mit 3–4 positiven Lymphknoten scheinen die idealen Kandidaten für eine adjuvante Strahlentherapie (in Kombination mit einer ADT) nach radikaler Prostatektomie zu sein.

Schlussfolgerung

Randomisierte Studien sind notwendig, um den Stellenwert der Strahlentherapie als definitive oder adjuvante Behandlung bei Patienten mit nodal-positivem Prostatakarzinom weiter zu untersuchen.

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