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09.04.2020 | Prostatakarzinom | Leitthema

Therapiekonzepte beim primär oligometastasierten Prostatakarzinom

Zeitschrift:
Der Urologe
Autoren:
Dr. S. Knipper, M. Graefen, B. Hadaschik, T. Wiegel

Zusammenfassung

Hintergrund

Das primär metastasierte Prostatakarzinom (PCa) betrifft etwa 5 % aller neudiagnostizierten Prostatakarzinompatienten in Deutschland. Dieses hormonsensitive metastasierte Stadium (metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom, mHSPC) wurde bisher leitliniengemäß mittels systemischer Therapie behandelt. Zusätzlich zu einer Lokaltherapie wird der mögliche Nutzen einer metastasengerichteten Therapie („metastasis directed therapy“, MDT) diskutiert.

Ziel der Arbeit

Die Arbeit gibt einen Überblick über die aktuelle Literatur zur lokalen Therapie und MDT des mHSPC.

Methoden

Es wurde eine selektive Literaturrecherche durchgeführt.

Ergebnisse

Ende 2018 wurden erstmals prospektiv randomisierte Daten bzgl. der Lokaltherapie im mHSPC-Stadium aus der STAMPEDE-Studie veröffentlicht, in der zwischen „standard of care“ (SOC) ± Strahlentherapie (RT) der Prostata randomisiert wurde. In der Gesamtkohorte konnte kein Unterschied im Gesamtüberleben nach 3 Jahren beobachtet werden. In einer vordefinierten Subgruppenanalyse nach Metastasenlast konnte jedoch in der Low-volume-Subgruppe (<4 Knochenmetastasen, keine viszeralen Metastasen) ein signifikanter Überlebensvorteil beobachtet werden. Ähnliche Ergebnisse konnten in retrospektiven Analysen mit der radikalen Prostatektomie beobachtet werden, prospektiv randomisierte Studien hierzu sind aber noch ausstehend. Bezüglich eines möglichen Nutzens der MDT liegen bislang keine ausreichenden Daten im mHSPC-Stadium vor.

Schlussfolgerung

Nach aktueller Datenlage wird im mHSPC-Stadium eine Systemtherapie empfohlen. Bei Patienten mit niedriger Metastasenlast konnte der Nutzen für eine perkutane Strahlentherapie des Primärtumors gezeigt werden, für die radikale Prostatektomie liegen bisher nur retrospektive Daten vor. Der Nutzen einer zusätzlichen MDT in diesem Stadium ist bislang nicht belegt.

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