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19.05.2015 | Originalien | Ausgabe 12/2016

Der Unfallchirurg 12/2016

Proximale Humerusfraktur im fortgeschrittenen Lebensalter

Lebensqualität, klinische Ergebnisse und Institutionalisierung nach primärer inverser Frakturprothesenimplantation

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 12/2016
Autoren:
D. Merschin, R. Stangl
Wichtige Hinweise

Redaktion

W. Mutschler, München
V. Braunstein, München
H. Polzer, München
Ein Erratum zu diesem Beitrag ist unter http://​dx.​doi.​org/​10.​1007/​s00113-017-0321-6 zu finden.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Behandlung der proximalen Humerusfraktur alter Patienten bleibt eine Herausforderung. Im Rahmen des demographischen Wandels werden sowohl die Inzidenz wie auch die mittelbaren und unmittelbaren Verletzungsfolgen in den kommenden Jahren zunehmen. Die Erfassung der optimalen Therapieoption sollte neben funktionellen Parametern auch globale Gesundheitsparameter wie die Lebensqualität inkludieren.

Ziel der Arbeit

Ziel dieser retrospektiven Studie ist die Erfassung der Schultergelenkfunktion, der Lebensqualität, des Ausmaßes einer anschließenden Institutionalisierung (die Notwendigkeit einer Versorgung in einer Pflegeeinrichtung, ggf. temporär) und des Einflusses eines kognitiven Defizits auf das Outcome und das Komplikationsmuster nach primärer inverser Schultergelenkprothesenimplantation.

Studiendesign und Untersuchungsmethoden

In dieser Studie wurden 34 Patienten (mittleres Alter 79,8 ± 6,7 Jahre; 29 weiblich) nach Implantation einer inversen modularen Frakturendoprothese nachuntersucht. Das Follow-up lag im Mittel bei 23 Monaten (SD ± 10,6 Monate). Erfasst wurden neben dem funktionellen Ergebnis (Constant-Score, CS) auch das Ausmaß bzw. die Änderung der Institutionalisierung und der Lebensqualität (vor und nach Traumaereignis) mithilfe des EQ-5D™-Fragebogens.

Ergebnisse

Die klinische Untersuchung zeigte im CS ein gutes bis befriedigendes Ergebnis (54 Punkte, SD ± 9). Bezug nehmend auf die altersadaptierten Normwerte entspricht dies 78,9 %. Der Vergleich von Patienten mit/ohne fortgeschrittenem kognitivem Defizit zeigte keinen relevanten Unterschied (53 vs. 54 Punkte im CS; p = 0,6525). Die Rate an dauerhaften Institutionalisierungen (z. B. Notwendigkeit einer Pflegeeinrichtung) nach Versorgung einer proximaler Humerusfraktur mit inverser Frakturprothese beträgt 2,94 %. Die Lebensqualitätsmessung entsprechend EQ-5D™ zeigte einen Wert von 0,801 im Fragebogen „health-related quality of life“ (HRQoL). Auch die Komplikationsrate beträgt 2,94 % mit einer in Regression befindlichen inkompletten N.-radialis-Läsion.

Diskussion

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen gute funktionelle Ergebnisse, eine sehr geringe Komplikations- und Institutionalisierungsrate und gute Ergebnisse der Lebensqualität. Zusätzlich sind die Ergebnisse – im Vergleich mit anderen Studienhinsichtlich der Lebensqualität im EQ-5D™ besser als jene nach winkelstabiler Plattenosteosynthese oder konservativer Therapie.

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