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26.06.2019 | Schwerpunkt: Dermatologie und Innere Medizin | Ausgabe 8/2019

Der Internist 8/2019

Pruritus bei systemischen Erkrankungen

Häufiges und Seltenes

Zeitschrift:
Der Internist > Ausgabe 8/2019
Autoren:
MHBA PD Dr. Dr. A. E. Kremer, Prof. Dr. T. Mettang
Wichtige Hinweise

Redaktion

H. Haller, Hannover
T. Werfel, Hannover
Der Beitrag ist eine leicht überarbeitete Übernahme aus: Kremer AE, Mettang T (2016) Pruritus bei systemischen Erkrankungen. Hautarzt 67:606. https://​doi.​org/​10.​1007/​s00105-016-3826-y

Zusammenfassung

Chronischer Pruritus tritt bei zahlreichen internistischen Erkrankungen auf. Im Gegensatz zu Pruritus bei Hauterkrankungen liegen bei Patienten mit internistischen Erkrankungen keine primären Hautveränderungen vor. Allerdings kann intensives Kratzen zu sekundären Hautveränderungen wie Erosionen, Exkoriationen, Krusten, Prurigo nodularis und als Folge auch zu Narbenbildung führen. Die häufigsten internistischen Ursachen für chronischen Pruritus stellen die chronische Niereninsuffizienz, Leber- und Gallengangserkrankungen, hämatoonkologische Erkrankungen sowie Medikamentennebenwirkungen dar. Seltener tritt dieses Symptom bei Patienten mit endokrinen oder metabolischen Störungen, Malassimilationssyndromen, Infektionskrankheiten sowie soliden Tumoren auf. Die Pathogenese des Pruritus bei internistischen Erkrankungen ist noch weitgehend ungeklärt, erste Erkenntnisse liegen für den urämischen und cholestatischen Pruritus vor. Die antipruritische Behandlung ist daher meist symptomatisch und kann eine klinische Herausforderung darstellen. Bei chronischer Niereninsuffizienz ist die Wirksamkeit der Kalziumkanal-Blocker Gabapentin und Pregabalin am besten belegt. In Japan ist der κ‑Opioidrezeptor-Agonist Nalfurafin zugelassen. Eine UVB-Lichttherapie kann ebenfalls Linderung bringen. Bei hepatobiliären Erkrankungen ist neben dem Gallensalzbinder Cholestyramin der Enzyminduktor Rifampicin effektiv. Ebenfalls kommen Bezafibrat, μ‑Opioidrezeptor-Antagonisten und in Japan Nalfurafin zum Einsatz. Für die Behandlung anderer internistischer Erkrankungen liegen dagegen keine randomisierten kontrollierten Studien vor, und die Behandlung ist symptomorientiert und richtet sich auf eine effektive Therapie der Grunderkrankung.

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