Cross (X)-Union-Technik zur Behandlung der kongenitalen Tibiapseudarthrose (CPT)
- 31.07.2021
- Pseudarthrosen
- Fortbildung – OP-Technik
- Verfasst von
- Sebastian Lippross
- Konstantinos Tsaknakis
- Heiko M. Lorenz
- Prof. Dr. med. Anna K. Hell
- Erschienen in
- Die Unfallchirurgie | Ausgabe 9/2021
Auszug
Das Cross (X)-Union-Protokoll zur Behandlung der kongenitalen Tibiapseudarthrose (CPT) umfasst neben der operativen Sanierung auch die additive pharmakologische Behandlung mit Bisphosphonaten und dem Bone-morphogenic-Protein (BMP) und ist somit ein multimodales Therapiekonzept [1, 2]. Das Protokoll sieht primär 23, in der aktuelleren Version 44 Schritte vor, die im Folgenden mit eigenen Anmerkungen zusammengefasst werden:
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7–14 Tage präoperative i.v.-Bisphosphonat-Infusion, i.v. Calciumgluconat.
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Operatives Vorgehen:
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Präparation von Tibia und Fibula auf Höhe der CPT inklusive von Fasziotomien zur Kompartmentspaltung,
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vollständige Entfernung des CPT-Periosts/Hamartoms von Tibia und Fibula,
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Festlegen der Osteotomiehöhe durch Ausgradung des Unterschenkels,
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sparsame Resektion des Knochens von Tibia (Ziel guter Knochenkontakt, nicht Resektion der CPT),
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retrogrades Vorbohren der proxmialen Tibia; anterogrades Vorbohren in distale Tibia,
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Vorbohren der Fibula von der Fraktur/Osteotomie aus mit einem 1,5-mm-Kirschner-Draht (sehr kleiner intramedullärer Raum),
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Vorbereitung des Fassier-Duval-Teleskopnagels und Einbringen in die Tibia,
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falls eine zusätzliche Plattenosteosynthese gewählt wird, Applikation der Platte am Tibiaschaft,
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Kürzung der Fibula (bei Überlappung) und Auffädeln mit einem von distal eingebrachtem 1,5-mm-Kirschner-Draht in den vorgebohrten Kanal,
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Präparation eines oder bei kleinen Kindern beider Beckenkämme
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Abschieben des Periosts vom Ilium und Entnahme eines größtmöglichen Lappens vom M. Iliacus,
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Meshen dieses Lappens, um eine größere Fläche zu erreichen,
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großzügige Spongiosaentnahme nach vorheriger Spaltung des Beckenkamms/der Beckenkämme,
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Einbringen des Periostlappens um Tibia und Fibula herum, Auffüllen des Zwischenraums mit der gewonnenen Spongiosa und Einbringen von BMP (zwischen Weichteilgewebe und Knochen),
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Wundverschluss und ggf. Anlage eines Ringfixateurs zur Stabilisierung, falls keine Plattenosteosynthese gewählt wurde.
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Dynamisierung von Platte bzw. Fixateur externe im Verlauf.
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Zweite i.v.-Bisphosphonat-Infusion 3 Monate postoperativ.
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- Titel
- Cross (X)-Union-Technik zur Behandlung der kongenitalen Tibiapseudarthrose (CPT)
- Verfasst von
-
Sebastian Lippross
Konstantinos Tsaknakis
Heiko M. Lorenz
Prof. Dr. med. Anna K. Hell
- Publikationsdatum
- 31.07.2021
- Verlag
- Springer Medizin
- Erschienen in
-
Die Unfallchirurgie / Ausgabe 9/2021
Print ISSN: 2731-7021
Elektronische ISSN: 2731-703X - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00113-021-01057-9
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