Zum Inhalt

Cross (X)-Union-Technik zur Behandlung der kongenitalen Tibiapseudarthrose (CPT)

Erschienen in:

Auszug

Das Cross (X)-Union-Protokoll zur Behandlung der kongenitalen Tibiapseudarthrose (CPT) umfasst neben der operativen Sanierung auch die additive pharmakologische Behandlung mit Bisphosphonaten und dem Bone-morphogenic-Protein (BMP) und ist somit ein multimodales Therapiekonzept [1, 2]. Das Protokoll sieht primär 23, in der aktuelleren Version 44 Schritte vor, die im Folgenden mit eigenen Anmerkungen zusammengefasst werden:
  • 7–14 Tage präoperative i.v.-Bisphosphonat-Infusion, i.v. Calciumgluconat.
  • Operatives Vorgehen:
    • Präparation von Tibia und Fibula auf Höhe der CPT inklusive von Fasziotomien zur Kompartmentspaltung,
    • vollständige Entfernung des CPT-Periosts/Hamartoms von Tibia und Fibula,
    • Festlegen der Osteotomiehöhe durch Ausgradung des Unterschenkels,
    • sparsame Resektion des Knochens von Tibia (Ziel guter Knochenkontakt, nicht Resektion der CPT),
    • retrogrades Vorbohren der proxmialen Tibia; anterogrades Vorbohren in distale Tibia,
    • Vorbohren der Fibula von der Fraktur/Osteotomie aus mit einem 1,5-mm-Kirschner-Draht (sehr kleiner intramedullärer Raum),
    • Vorbereitung des Fassier-Duval-Teleskopnagels und Einbringen in die Tibia,
    • falls eine zusätzliche Plattenosteosynthese gewählt wird, Applikation der Platte am Tibiaschaft,
    • Kürzung der Fibula (bei Überlappung) und Auffädeln mit einem von distal eingebrachtem 1,5-mm-Kirschner-Draht in den vorgebohrten Kanal,
    • Präparation eines oder bei kleinen Kindern beider Beckenkämme
    • Abschieben des Periosts vom Ilium und Entnahme eines größtmöglichen Lappens vom M. Iliacus,
    • Meshen dieses Lappens, um eine größere Fläche zu erreichen,
    • großzügige Spongiosaentnahme nach vorheriger Spaltung des Beckenkamms/der Beckenkämme,
    • Einbringen des Periostlappens um Tibia und Fibula herum, Auffüllen des Zwischenraums mit der gewonnenen Spongiosa und Einbringen von BMP (zwischen Weichteilgewebe und Knochen),
    • Wundverschluss und ggf. Anlage eines Ringfixateurs zur Stabilisierung, falls keine Plattenosteosynthese gewählt wurde.
  • Dynamisierung von Platte bzw. Fixateur externe im Verlauf.
  • Zweite i.v.-Bisphosphonat-Infusion 3 Monate postoperativ.
Titel
Cross (X)-Union-Technik zur Behandlung der kongenitalen Tibiapseudarthrose (CPT)
Verfasst von
Sebastian Lippross
Konstantinos Tsaknakis
Heiko M. Lorenz
Prof. Dr. med. Anna K. Hell
Publikationsdatum
31.07.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Unfallchirurgie / Ausgabe 9/2021
Print ISSN: 2731-7021
Elektronische ISSN: 2731-703X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00113-021-01057-9
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Arthropedia

Grundlagenwissen der Arthroskopie und Gelenkchirurgie erweitert durch Fallbeispiele, Videos und Abbildungen. Zur Fortbildung und Wissenserweiterung, verfasst und geprüft von Expertinnen und Experten der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA).


Jetzt entdecken!

Neu im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie

Video

S2e-Leitlinie Hallux valgus

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland leiden unter Hallux valgus – eine Fehlstellung des Großzehs, die je nach Schweregrad und Symptomen behandelt wird. Welche neuen Empfehlungen die aktualisierte S2e-Leitlinie bietet, erklärt der Orthopäde Prof. Sebastian Baumbach im MedTalk Leitlinie KOMPAKT der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie.

MedTalk Leitlinie KOMPAKT

Zwei auf einen Streich: Wie sicher ist der simultane bilaterale Gelenkersatz?

Ein französisch-belgisches Team hat Komplikationsrisiko und Transfusionsraten nach simultanem bilateralem Hüft- bzw. Kniegelenkersatz in mehr als 280 Fällen untersucht. Die Ergebnisse sind vielversprechend, vor allem beim beidseitigen Teilersatz des Kniegelenks.

Krankenkassen erklären sich bereit, therapeutische Wundprodukte weiterhin zu erstatten

  • 05.12.2025
  • EBM
  • Nachrichten

Aktuell gesteigertes Regressrisiko bei der Verordnung therapeutischer Wundauflagen? Vielerorts signalisieren Kassen und KVen schon Entwarnung.

Gelenkinfektion: Datenlage spricht für frühen Wechsel auf orales Antibiotikum

Im Fall einer periprothetischen Gelenkinfektion kann die antibiotische Behandlung wohl frühzeitig von intravenös auf oral umgestellt werden, ohne dass der Therapieerfolg darunter leidet. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Metaanalyse.

Update Orthopädie und Unfallchirurgie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Arthropedia, Operation an der Hand/© karegg / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Knochensäge im Einsatz bei Knie-TEP/© Issara / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Versorgung einer infizierten Wunde bei diabetischem Fuß/© kirov1969 / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Älterer Mann schaut kritisch auf Tabletten/© Mediteraneo / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)