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11.10.2016 | übersichtsarbeit | Ausgabe 4/2016 Open Access

Psychotherapie Forum 4/2016

Psychiatrie in der Medizin – Psychotherapie in der Medizin

Zuhören – Verarbeiten – In Beziehung sein – Intervenieren. Die Rolle der Psychiatrie und Psychotherapie in der Medizin

Zeitschrift:
Psychotherapie Forum > Ausgabe 4/2016
Autoren:
Henriette Löffler-Stastka, Bettina Fink, Karin Matuszak-Luss, Reinhold Glehr, August Ruhs
Wichtige Hinweise
Für die AG Ambulante Psychotherapie der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGPP)

Zusammenfassung

Um dem Gegenstandsbereich der Psychotherapie in der Psychiatrie gerecht zu werden, gilt es die Subjektivität des Menschen zu betonen. Seit über 100 Jahren gilt die Zielsetzung der ersten psychotherapeutischen Tradition, der Psychoanalyse, sich nicht nur als therapeutische Methode zu verstehen, sondern auch in ihrer kulturtheoretischen Dimension, und sich vor allem in ihrer gesellschaftskritischen Aufgabenstellung immer wieder zu Wort zu melden.
In diesem Zusammenhang gilt es sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass gerade die Psychotherapie durch die Inklusion von geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsfragen das naturwissenschaftliche Forschungsparadigma erweitert und ergänzt. Aus diesem Grund gestaltete die AG Ambulante Psychotherapie der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGPP) angesichts des Tagungstitels der ÖGPP-Jahrestagung 2015 „Psychiatrie in der Medizin“ in Gmunden einen Workshop zum Thema Psychotherapie in der Medizin und lud zur Diskussion ein. Wir stellten eine Literaturanalyse vor: Anhand von Thomas Bernhards Aussagen über „Die Medizin“, „Das Patiententum“, „Die Mediziner“ und „Der Medizinbetrieb“ wurde eine Abhandlung über das Subjektive im Menschen gezeigt, wobei diese Auseinandersetzung als Diskussions-Start diente, in der versucht wurde, den medizinischen Diskurs wieder gezielt mit geisteswissenschaftlichen Diskursformen zusammenzubringen. Eine Auseinandersetzung als eine Übung, die nun schon beinahe vergessen worden war – und, um der Klage, dass über Ökonomie, Spezialisierung und Effizienzsteigerung, die Rolle der Ärztin/des Arztes als „Wesen an sich“ in der Gesellschaft, nicht mehr befriedigend reflektiert werden kann.
Um Thomas Bernhards Reflexionen und Anwürfe dem Leser näherzubringen und für die Aufnahme und Reflexion der Gedankengänge Offenheit zu erhalten, wurde auf folgende Werke Thomas Bernhards fokussiert: „Ein Kind“, „Die Kälte“, „Der Atem“ und „Frost“. Die Diskussion fokussiert Versorgungsaspekte (Karin Matuszak-Luss), gesellschaftliche Aspekte (August Ruhs), die Berufspolitik (Bettina Fink), die Ausbildung (Henriette Löffler-Stastka) und Aspekte der Kooperation (Reinhold Glehr). Im Folgenden werden Thomas Bernhards Positionen sowie deren mögliche Bedeutung für unser Fachgebiet der Psychiatrie als Anregung zur Reflexion erläutert.

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Literatur
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