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Der Nervenarzt

Integrated Youth Mental Health Services – niederschwellige, integrierte Angebote für junge Menschen in psychischen Krisen

Internationale Erfahrungen und die aktuelle Situation in Deutschland

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Junge Menschen in psychischen Krisen haben keinen einfachen Zugang zur klinischen Versorgung und zeigen die geringste Adhärenz zu den konventionellen klinischen Angeboten. Um diese Barrieren abzubauen und eine jugendgerechte Früherkennung, Frühintervention und psychosoziale Versorgung zu ermöglichen, werden niederschwellige und integrierte Angebote (Integrated Youth Mental Health Services [IYMHS]) international empfohlen.

Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die niederschwelligen IYMHS-Angebote weltweit und in Deutschland zu geben. Zudem sollen die internationalen Erfahrungen in der Inanspruchnahme berichtet und die Evidenz zur Wirksamkeit von IYMHS zusammengefasst werden.

Methoden

Die narrative Übersichtsarbeit basiert auf Recherchen in PubMed inklusive der Nutzung publizierter Reviews.

Ergebnisse

Internationale Entwicklungen zeigen, dass sich IYMHS als innovative Versorgungsmodelle für junge Menschen in psychischen Krisen etabliert haben. Australien gilt mit seinem landesweiten Netzwerk von headspace-Zentren als Vorreiter. In Deutschland gibt es mit soulspace ein erstes Modellprojekt, ein weiteres – ancora – befindet sich im Aufbau. Bisherige Evaluationen zeigen, dass viele junge Menschen, die sonst keine Hilfe in Anspruch genommen hätten, diese integrierten Angebote nutzen und überwiegend symptomatische und funktionelle Verbesserung erfahren.

Schlussfolgerung

Die bisherigen internationalen Erfahrungen und Pilotprojekte in Deutschland zeigen das Potenzial der IYMHS, jungen Menschen mit ersten psychischen Symptomen frühzeitig und niederschwellig Unterstützung anzubieten. Für Deutschland wird der Ausbau einer integrierten, sektorenübergreifenden Versorgungsstruktur empfohlen, realisiert durch die Bündelung von Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung und von öffentlichen Fördermitteln.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Psychische Störungen stellen für die Betroffenen und die Gesellschaft eine große Herausforderung dar und gehören unter allen Erkrankungen zu denen mit der höchsten Krankheitslast [14]. Obwohl die Therapieeffekte bei voll ausgebildeten Störungsbildern (etwa bei schweren oder chronischen psychischen Erkrankungen) im Erwachsenenalter nur moderat sind, steht bisher die Behandlung dieser Krankheitsstadien im Vordergrund der Versorgung, während Frühintervention und Prävention vernachlässigt werden [13, 21]. Übereinstimmend kann anhand epidemiologischer Daten gezeigt werden, dass 62,5 % der psychischen Störungen vor dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr beginnen [32]. Hinzu kommen Hinweise, dass die Inzidenzen psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den letzten zwei Jahrzehnten weltweit angestiegen sind, gegebenenfalls zusätzlich verstärkt durch die Coronavirus-disease-2019(COVID-19)-Pandemie [25]. Weitere Befunde sprechen für eine „sensitive Phase“ der Gehirn- und psychosozialen Entwicklung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter, die für die langfristige psychosoziale Entwicklung der jungen Menschen besonders bedeutsam ist. Darüber hinaus zeigen zahlreiche Studien, dass eine Frühintervention bei psychischen Störungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter besonders effektiv ist [13]. Trotzdem haben Jugendliche und junge Erwachsene den schlechtesten Zugang zur klinischen Versorgung und zeigen die geringste Adhärenz zu den konventionellen klinischen Angeboten [27].
Vor diesem Hintergrund formulieren viele namenhafte Expertinnen und Experten – unter anderem Kommissionen des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum [WEF]) und der Fachzeitschrift Lancet [18, 25] – die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in Psychiatrie und Psychotherapie hin zu einem Fokus auf „youth mental health“. Sie fordern eine Anpassung der klinischen Versorgungsangebote an den Bedarf junger Menschen [18, 25, 35]. Die Kommission aus Expertinnen und Experten des WEF, der auch junge Betroffene angehörten, erarbeitete die Prinzipien (Tab. 1) für jugendfreundliche, niederschwellige und integrierte Versorgungsangebote für junge Menschen in psychischen Krisen (Integrated Youth Mental Health Services [IYMHS]).
Tab. 1
Empfehlungen zu Strukturmerkmalen der Integrated Youth Mental Health Services (IYMHS). (Adaptiert nach World Economic Forum [18])
Öffentlichkeits- und Awareness-Arbeit für seelische Gesundheit
Beteiligung junger Menschen bei der Angebotsgestaltung und dem klinischen Angebot (Peer-Mitarbeitende)
Niederschwelliger, kostenloser, überweisungsfreier Zugang zu nichtstigmatisierenden Anlaufstellen in der Gemeinde (möglichst mit aufsuchender Komponente)
Optimistischer Ansatz mit Fokus auf Frühintervention
Integration von Kinder‑, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie (transitionspsychiatrischer „one-stop shop“)
Integration von psychiatrisch-psychotherapeutischen, Schul‑/Ausbildungs- und Arbeitsangeboten („supported employment and education“ [SEE]), Suchttherapie und (somatischen) Gesundheitsangeboten (interventioneller „one-stop shop“)
Enge Zusammenarbeit mit Schulen und Ausbildungsstätten
Einbezug von Angehörigen (Angehörigenangebote, Angehörigen-Peers)
Digitale Interventionsangebote
Inklusiv, kultursensibel und an Entwicklungsstadien angepasst
Auf Basis dieser Strukturmerkmale wird davon ausgegangen, dass die IYMHS für Betroffene attraktiver, akzeptabler und effektiver sind und somit langfristig zu besseren Krankheitsverläufen führen als konventionelle klinische Versorgungsstrukturen, die auf die Behandlung voll ausgebildeter Störungen im Erwachsenenalter ausgerichtet sind.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über bestehende IYMHS weltweit und in Deutschland zu geben. Darüber hinaus soll über internationale Erfahrungen mit der Inanspruchnahme und über die Evidenz zur Wirksamkeit dieser Angebote berichtet werden.

Methode

Diese narrative Übersichtsarbeit wurde auf der Grundlage der Reviews von Hetrick et al. [15], Settipani et al. [30] und der Lancet Psychiatry Commission on Youth Mental Health [25] erstellt. Eine zusätzliche Literaturrecherche in PubMed wurde für Publikationen nach 2023 durchgeführt, mit Suchbegriffen in Anlehnung an die beiden Reviews: mental youth services, youth mental health services, community mental health services, integrated mental healthcare, integrated youth mental health services, youth, teenager*, young adult*, emerging adults, walk-in centre, one-stop shop.

Ergebnisse

Angebote von Integrated Youth Mental Health Services weltweit

Einen Überblick über die Angebote von IYMHS weltweit gibt Tab. 2.
Tab. 2
Überblick über Integrated Youth Mental Health Services (IYMHS) und ihre Strukturmerkmale. (Adaptiert nach [15, 25, 30]).
Programm
Land
Anzahl der Zentren (+ im Aufbau)
Altersgruppe
Anzahl der Nutzenden (Zeitraum)
Peer-Beteiligung
Job- und Schulcoaching
Behandlung somatischer Erkrankungen
Angebote für Angehörige
Spezialisierte Behandlung von Ersterkrankungen
Verlaufsevaluation mit klinischen Outcomes
Youth One-Stop Shops (YOSS)
Neuseeland
14
10–25
11.430 (MW pro Jahr)
+
+
+
+
+
Maison des Adolescents
Frankreich
104
11–25
700–1000 pro Zentrum pro Jahr
+
+
+
+
k. A.
+
Headspace
Australien
164 (+9)
12–25
106.574 (2020–2021)
+
+
+
+
+
+
Jigsaw
Irland
14 (+1)
12–25
>44.000 (seit 2008)
+
+
+
+
 
+
Community Health Assessment Team (CHAT)
Singapur
1
16–30
3343 (2009–2019)
+
k. A.
k. A.
k. A.
Headspace [5]
Dänemark
28 (+4)
12–25
k. A.
+
k. A.
+
+
Derzeit evaluiert
ACCESS Open Minds
Kanada
14
11–25
8043 Überweisungen und 5280 untersuchte Jugendliche (2016–2020)
+
+
+
k. A.
+
Headspace [16]
Israel
2
12–25
652 (1 Zentrum)
+
+
+
+
Foundry
Kanada
17 (+18)
12–24
4783 (2015–2018)
+
+
+
+
+
+
Mindlink [19]
Südkorea
16
15–30
206 (2019)
+
k. A.
k. A.
+
+
Youth Wellness Hubs Ontario
Kanada
25 (+5)
12–25
9585 (2020–2023)
+
k. A.
+
+
+
+
@ease [6, 22]
Niederlande
12 (+4)
12–25
>750 persönlich, > 3000 Online-Chats
+
k. A.
+, derzeit evaluiert
Soulspace [3, 4]
Deutschland
1
15–35
899 transit (2018–2020)
558 FIT (2016–2021)
+
+
+
+
Headspace*
Island
2 (+22 Satellitendienste)
12–25
390
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
Levelmind mit Headwind (Online-Service; [17])
Hongkong
8
12–25
>18.000
+
k. A.
k. A
k. A.
+
+
Piki [12]
Neuseeland
k. A.
18–25
5307 (2019–2020)
+
SODA [34]
Japan
1
12–35
105 (März bis September 2020)
k. A.
k. A.
+
k. A.
+
Allcove [33]
USA
2(+9)
12–25
5000 (2021–2023)
+
+
+
+
k. A.
k. A.
Originalquellen wurden nur dann zitiert, wenn in [15, 25, 30] keine Angaben dazu gemacht wurden
k.A. keine Angabe, MW Mittelwert
*Unveröffentlichte Daten
Das umfangreichste Beispiel für IYMHS ist das australische headspace-Programm mit aktuell 169 Zentren landesweit, gefolgt von Kanada mit verschiedenen Angeboten wie ACCESS Open Minds, Aire ouverte, Foundry oder Youth Wellness Hubs Ontario, Irland mit Jigsaw und den Niederlanden mit @ease (Tab. 2). Die meisten IYMHS sind in Ländern mit hohem Einkommen wie Australien, Kanada oder in Nordeuropa entstanden.
Die Angebote orientieren sich weitgehend an den in Tab. 1 genannten Prinzipien, sind niederschwellig, jugendfreundlich gestaltet, außerhalb von Krankenhäusern lokalisiert und adressieren Jugendliche und junge Erwachsene. Der Umsetzungsgrad und die Schwerpunktsetzungen unterscheiden sich jedoch teilweise [25]. Die meisten Angebote sind transdiagnostisch konzipiert und unterstützen auch bei sozialen oder beruflichen Problemlagen mit Sozialarbeit, Job- oder Schul‑/Ausbildungs-Coaching („supported employment and education“ [SEE]), einzelne adressieren auch körperliche Gesundheit [15, 30]. Einige Programme bestehen in erster Linie aus Angeboten von geschulten Peers oder Ehrenamtlichen (beispielsweise [22]), andere primär aus Angeboten von Fachkräften oder ausschließlich multiprofessionellen Teams (unter anderem [3]). Das Spektrum der Interventionen reicht von minimaler unterstützender Begleitung und basaler psychosozialer Beratung bis hin zur spezifischen Behandlung häufiger und schwerer psychischer Erkrankungen (etwa lösungsorientierte Kurztherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Krisenintervention, medikamentöse Behandlung) und Vorhaltung spezialisierter multiprofessioneller Behandlung. Darüber hinaus bieten einige IYMHS Online-Dienste in Form von Online-Chats, Gruppenchats oder Online-Therapieangeboten (z. B. [1, 8]). Auch die adressierten Altersgruppen unterscheiden sich geringfügig, adressiert werden beispielsweise 12- bis 25-Jährige oder 15- bis 30-Jährige.

Inanspruchnahme der Integrated Youth Mental Health Services

Laut ersten Daten werden die Angebote häufiger von Frauen als von Männern [22, 24, 26] und häufiger von älteren jungen Erwachsenen in Anspruch genommen [15]. IYMHS werden verhältnismäßig oft von Personen genutzt, die als „unterversorgt“ bzw. vulnerabel identifiziert werden (Personen mit Migrationshintergrund, aus einkommensschwachen Familien, ohne Erwerbstätigkeit oder nicht in Ausbildung, „lesbian, gay, bisexual, transgender, queer plus“ [LGBTQ+]; [15, 25]). Insgesamt werden die Zentren laut ihren Routinedaten von einer großen Anzahl der jungen Menschen aufgesucht (vergleiche Tab. 2).
Die von Nutzenden genannten Gründe für die Inanspruchnahme – mit Fokus auf psychische Gesundheit – werden in den Zentren unterschiedlich erhoben und umfassen unter anderem Ärger, Stress, Angstzustände, depressive Beschwerden, Stimmungsschwankungen, Substanzkonsum, Beziehungs- und Anpassungsprobleme, sexuelle Übergriffe und häusliche Gewalt sowie Probleme in der Schule einschließlich Mobbing. Die Zentren werden von einer erheblichen Anzahl junger Menschen mit Risikosymptomen für schwere psychische Erkrankungen, aber auch mit ersten psychotischen Episoden [21] oder mit Suizidalität aufgesucht [7, 13, 21].

Evidenz zur Wirksamkeit der Integrated Youth Mental Health Services

Bisher liegen nur unkontrollierte Verlaufsstudien (Prä-post-Vergleiche) vor ([15, 25, 30]; Tab. 2). Eine erste quasiexperimentelle Studie mit „propensity score matching“ wird derzeit in Dänemark durchgeführt [5]. Junge Menschen berichten, dass sie von diesen Angeboten profitierten und sehr zufrieden mit der Beratung und/oder Behandlung waren [15, 25]. Für Personen mit schwereren Symptomen und für Personen, die weniger Leistungen erhalten haben, zeigen sich geringere Effekte. Sie haben weniger profitiert, was auf die Notwendigkeit einer Integration von bzw. Überweisung in spezialisierte Versorgung hinweist [15]. Aktuelle Evaluationsstudien aus den Niederlanden und Australien belegen eine klinisch relevante Verbesserung („reliable clinical change“) des psychosozialen Stresslevels, der sozialen und beruflichen Funktionalität sowie der Lebensqualität – je nach Outcome bei 9–40 % aller Nutzerinnen und Nutzer [6, 28].

Aktuelle Situation in Deutschland

Die ersten IYMHS in Deutschland sind soulspace in Berlin [3, 4] und das in Aufbau befindliche ancora in Frankfurt [36]. In beiden IYMHS wird die niederschwellige, gemeindeintegrierte Angebotskomponente durch eine Finanzierung aus Landes- (Sozialgesetzbuch [SGB] IX, soulspace) oder Stiftungsmitteln (Crespo Foundation, ancora) zusätzlich zu den aus Krankenkassenmitteln (SGB V) finanzierten klinischen Leistungen der Institutsambulanzen der Erwachsenen- sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie erreicht.
Soulspace liegt in Berlin-Kreuzberg und ist ein Zusammenschluss von transit – Kontakt- und Beratungsstelle für junge Menschen der ajb GmbH Berlin und Teilen der Institutsambulanzen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Vivantes Klinikums Am Urban (Erwachsenenpsychiatrie) und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Vivantes Klinikums im Friedrichshain (Kinder- und Jugendpsychiatrie) unter einem Dach [4]. Die Beratungsstelle transit dient als erste Anlaufstelle, in der ohne Einlesen einer Krankenkassenkarte Einzel‑, Paar- und Familiengespräche sowie Kurse zu Stress- und Konfliktbewältigung angeboten werden. Bei Verdacht auf eine psychische Störung erfolgt eine Überleitung in den Ambulanzteil von soulspace zur spezifischen (Früh‑)Diagnostik und multiprofessionellen Behandlung oder eine Weitervermittlung in das weitere überwiegend ambulante Versorgungsnetzwerk. Das Ambulanzteam von soulspace arbeitet im Falle der Erstmanifestation einer schweren psychischen Störung eng und verzahnt mit dem spezialisierten Home Treatment zusammen, dem teilstationären und stationären Angebot des Frühinterventions- und Therapiezentrums FRITZ am Urban [31]. In soulspace sind die meisten der oben beschriebenen Strukturmerkmale für IYMHS erfüllt (Tab. 2). Erste Evaluationen deuten darauf hin, dass in soulspace wesentlich mehr junge Menschen der Erstkontakt mit dem Hilfesystem gelungen ist als in konventionellen Früherkennungsangeboten psychiatrischer Krankenhäuser [3].

Diskussion

IYMHS werden von namenhaften Expertinnen und Experten gefordert, um jungen Menschen mit ersten psychischen Symptomen leichter zugängliche und akzeptablere Versorgungsangebote zu machen und damit die Chance zu erhöhen, die langfristigen Verläufe psychischer Erkrankungen zu verbessern. Erste Evaluationen zeigen, dass IYMHS von jungen Menschen erheblich in Anspruch genommen werden, diese jungen Menschen überwiegend zufrieden mit dem Angebot sind und sie häufig über relevante symptomatische, funktionelle und weitere subjektive Verbesserungen berichten [6, 15, 25, 28].
Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von IYMHS liegen noch nicht vor bzw. sind noch nicht abgeschlossen [5]. Dies ist zum Teil ethischen Überlegungen geschuldet, vor deren Hintergrund Forschende es als nicht akzeptabel bewerteten, erstmals hilfesuchende junge Menschen in eine Wartegruppe oder eine Gruppe ohne Behandlungsangebot zu randomisieren [7]. Auch ist der Zusammenhang zwischen den empfohlenen Strukturmerkmalen und Inanspruchnahme, klinischer Effektivität oder Zufriedenheit der Nutzenden bisher nicht empirisch untersucht. Diese Forschungslücke soll durch das von der Europäischen Union (EU) geförderte Projekt YOUTHreach, das Anfang 2025 gestartet ist, geschlossen werden. Das Ziel des Projekts besteht darin, einerseits die Wirksamkeit von IYMHS sowie zweier digitaler Mental-Health-Interventionen in sieben europäischen Ländern und Australien zu evaluieren [9]. Im Rahmen des YOUTHreach-Projekts wird auch soulspace in Berlin evaluiert, um die Evidenzlage für Deutschland zu erweitern. Dabei sollen die Strukturmerkmale verschiedener europäischer IYMHS in Bezug auf ihre Wirksamkeit quantitativ und qualitativ untersucht werden. Berücksichtigt werden dabei die Symptomatik (beispielsweise psychosozialer Stresslevel, Depression, Angst) und die soziodemografischen Merkmale der Nutzenden, um weitere Aufschlüsse über die Wirksamkeit bei bestimmten Personengruppen zu gewinnen.
Obwohl auch für Deutschland eine Reform der Versorgung hin zu mehr präventiven Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene gefordert wird [11, 29], existiert bisher mit soulspace in Berlin nur ein einziges aktives Zentrum und mit ancora in Frankfurt ein weiteres im Aufbau. In beiden Fällen wird die niederschwellige, gemeindeintegrierte Angebotskomponente durch eine Finanzierung aus Landesmitteln (soulspace) bzw. Stiftungsmitteln (ancora) zusätzlich zu den aus Krankenkassenmitteln finanzierten klinischen Angeboten der Institutsambulanzen der Erwachsenen- und der Kinder- und Jugendpsychiatrie erreicht. Eine weitere Möglichkeit zur Etablierung von IYMHS im deutschen Versorgungssystem liegt in der Zusammenführung von Krankenkassenmitteln und Mitteln des Öffentlichen Gesundheitsdiensts. Zwar sind in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten vor allem in Großstädten verschiedene Früherkennungs- und Therapiezentren entstanden [2, 10]. Diese sind jedoch in der Regel an Krankenhäusern angesiedelt, auf die Identifizierung von klinischen Risikosymptomen einzelner Krankheitsbilder ausgerichtet und erreichen nur wenige Betroffene, die bislang außerhalb des Hilfesystems standen [23]. Die Früherkennungszentren könnten allerdings Ausgangspunkt für die Entwicklung weiterer IYMHS in Deutschland werden, wenn sie unter Beteiligung der Nutzenden um die Beratungskomponente erweitert und mit Unterstützung von Landes- oder Bundesmitteln an einem Standort außerhalb der Kliniken in der Kommune etabliert werden.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Stärkung der Versorgung im Youth-Mental-Health-Bereich mit der Etablierung zahlreicher IYMHS international weit fortgeschritten ist, während Deutschland im internationalen Vergleich weit zurückliegt. Die Ergebnisse aus den ersten Pilotprojekten zeigen jedoch, dass IYMHS durch eine Zusammenführung von Krankenkassen- und Landes- oder Stiftungsmitteln, also durch die Realisierung einer vielfach geforderten sektorenübergreifenden Versorgung [20], auch im deutschen Versorgungssystem fruchtbar etabliert werden können. Auch wenn die Evaluationsdaten noch verbessert werden sollten, bietet der Aufbau von IYMHS die Hoffnung, jungen Menschen mit ersten psychischen Symptomen frühzeitig akzeptable Behandlungsangebote zu bieten, die den Krankheitsverlauf verbessern können und damit das Potenzial haben, viel Leid bei Betroffenen und ihren Angehörigen zu vermeiden und die erheblichen gesellschaftlichen Kosten zu reduzieren. Bei der Etablierung von IYMHS sollte die Versorgung von Personen mit ausgeprägterer Symptomatik differenzierter mitgedacht werden. Vor diesem Hintergrund sollten klinisches Personal und Gesundheitspolitik auf Krankenkassen‑, Landes- oder Bundesebene dringend ein Etablierungsprogramm für IYMHS in Deutschland erarbeiten.

Fazit für die Praxis

  • Während Länder wie Australien, die Niederlande, Dänemark und Irland bereits umfassende Strukturen der Integrated Youth Mental Health Services (IYMHS) etabliert haben, existieren in Deutschland bislang nur vereinzelte Pilotprojekte wie soulspace und ancora.
  • Soulspace und ancora werden durch Landes- bzw. Stiftungsmittel zusätzlich zu Krankenkassenmitteln der Erwachsenen- sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie finanziert und zeigen, dass sektorenübergreifende IYMHS-Modelle auch im deutschen Versorgungssystem realisierbar sind.
  • Eine nationale Strategie zur flächendeckenden Implementierung der niederschwelligen Angebote fehlt hierzulande bislang.
  • Bereits bestehende Früherkennungs- und Therapiezentren könnten als Ausgangspunkt für die Entwicklung weiterer IYMHS dienen. Durch die Erweiterung um Beratungsangebote und die Verlagerung in kommunale Strukturen könnten diese Zentren eine breitere Bedarfsgruppe erreichen und den Zugang für junge Menschen erleichtern.
  • Verstärkte Forschung ist notwendig, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von IYMHS empirisch zu belegen und ihre Implementierung evidenzbasiert zu gestalten.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

A. Bechdolf, L. Holzner, J. Kambeitz, K. Leopold, D. Jäckel, C.U. Correll, A. Reif und P.J. Uhlhaas haben Vertragshonorare, Reisestipendien, Beraterhonorare oder Forschungsförderungen von diversen Pharmafirmen (u. a. Janssen-Cilag, Boehringer Ingelheim, Lundbeck, Otsuka, Recordati, Lilly, Ferring, ROVI, Compass Pathways, Medice, Takeda) erhalten. C.U. Correll ist darüber hinaus an zahlreichen weiteren Firmen beratend tätig gewesen, hat Studien unterstützt, Vorträge gehalten, Aktienoptionen bzw. Beteiligungen erhalten und in Gremien wie Data Safety Monitoring Boards mitgewirkt. A. Reif berichtet ebenfalls über Honorare für Vorträge und Advisory Boards sowie Forschungsförderung. O.M. Domanska, T. Hellenschmidt, L. von Hardenberg, N. Koutsouleris, N. Kusserow, E. Meisenzahl, A. Pfennig, U. Reininghaus, O. Shmuilovich und M. Schellong gaben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

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DRUCKEN
Titel
Integrated Youth Mental Health Services – niederschwellige, integrierte Angebote für junge Menschen in psychischen Krisen
Internationale Erfahrungen und die aktuelle Situation in Deutschland
Verfasst von
Prof. Dr. med. Andreas Bechdolf
Christoph U. Correll
Tobias Hellenschmidt
Laura Holzner
Laura von Hardenberg
Dorothea Jäckel
Joseph Kambeitz
Nikolaus Koutsouleris
Norma Kusserow
Karolina Leopold
Eva Meisenzahl
Andrea Pfennig
Andreas Reif
Ullrich Reininghaus
Mario Schellong
Olga Shmuilovich
Peter J. Uhlhaas
Olga Maria Domanska
Publikationsdatum
04.09.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Der Nervenarzt / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407
DOI
https://doi.org/10.1007/s00115-025-01895-7
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Neu in den Fachgebieten Neurologie und Psychiatrie

Frau "erspült" sich ein Kubitaltunnelsyndrom

Beim Abwaschen wurden die Rückenschmerzen jedes Mal unerträglich. Eine 74-Jährige behalf sich mit einem Trick – und erreichte damit, dass ihr nun auch noch der Arm wehtat und die Finger kribbelten.

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Wenn sich in der Medizin verhängnisvolle Komplikationen oder Fehler ereignen, gibt es neben den betroffenen Patienten oft ein zweites Opfer: die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte. Eine dafür besonders anfällige Disziplin ist die Chirurgie.

Herzinsuffizienz: Vorsicht bei diesen Medikamenten!

Eine Herzinsuffizienz kann durch bestimmte Medikamentenkombinationen verschlimmert oder auch getriggert werden. Ein internationales Expertengremium hat zusammengefasst, bei welchen Konstellationen erhöhte Vorsicht geboten ist.

Schützt oder schadet die menopausale Hormontherapie vor Demenz?

Ob und wie sich eine menopausale Hormontherapie auf das Demenzrisiko auswirkt, ist seit Jahren umstritten. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse mit Daten von über einer Million Frauen liefert Erkenntnisse und zeigt, warum die Frage noch nicht abschließend beantwortet ist.

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Schmutziges Geschirr/© Thomas Northcut / Getty Images / iStock, Arzt stützt sich nachdenklich ab/© Wavebreakmedia / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Ältere Person sortiert Medikamente/© Przemek Klos / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Ältere Dame hält Tabletten und Packungsbeilage in den Händen/© Vladimir Vladimirov / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)