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13.03.2017 | Psychiatrie und Psychosomatik | Originalien | Ausgabe 1/2018

Der Nervenarzt 1/2018

Stalking von Psychiatern und Psychotherapeuten

Ergebnisse einer Onlinestudie

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 1/2018
Autoren:
P. Praus, S. Riedel-Heller, H. Dressing

Zusammenfassung

Hintergrund

Es existieren deutliche Hinweise, dass Psychiater und Psychotherapeuten im Rahmen ihrer exponierten beruflich Position einem höheren Risiko als die Allgemeinbevölkerung ausgesetzt sind, Opfer von Stalking durch Patienten zu werden.

Fragestellung

Der Beitrag untersucht die Häufigkeit von Stalkingerfahrungen unter Psychiatern und Psychotherapeuten in der BRD und die psychosozialen Auswirkungen von Stalking.

Material und Methode

Ausgewertet wurde eine Onlinebefragung von Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde im Zeitraum 23.09.2015 bis 22.10.2015.

Ergebnisse

Insgesamt 26,5 % der Befragten gaben an, bis zum Erhebungszeitpunkt Opfer von Stalking geworden zu sein. In mehr als einem Drittel der Fälle wurde dies als stark bis sehr stark belastend empfunden. Die Mehrheit der Täter litt an einer psychotischen Störung oder einer Persönlichkeitsstörung. Männer wurden überdurchschnittlich häufig von einer Täterin gestalkt. Etwa jeder 10. Betroffene setzte die Behandlung des Täters fort. Die Mehrheit der Betroffenen erhielt keine Unterstützung durch den Arbeitgeber.

Schlussfolgerungen

Eine Verankerung des Phänomens Stalking durch Patienten in der ärztlichen und psychotherapeutischen Aus-, Fort- und Weiterbildung ist notwendig, z. B. im Rahmen spezialisierter Weiterbildungsveranstaltungen zum Umgang mit Stalking durch Patienten und durch eine systematische Integration in die Supervision. Hinsichtlich des institutionellen Umgangs mit Stalking durch Patienten, z. B. im Sinne eines umgehenden Behandlerwechsels stalkender Patienten und ggf. durch Unterstützung bei einer polizeilichen Meldung von Stalkingdelikten, besteht Verbesserungsbedarf.

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