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Langzeitfolgen der Akuten Myeloischen Leukämie und ihrer Behandlung

Sind die aktuellen Nachsorgeempfehlungen ausreichend?

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Durch modernere Behandlungsoptionen hat sich die Prognose der akuten myeloischen Leukämie (AML) verbessert. Dadurch gewinnen Spätfolgen der Erkrankung und ihrer Behandlung immer mehr an Bedeutung. Zurzeit ist keine umfassende Nachsorgeempfehlung verfügbar, da die Datengewinnung unter anderem durch die relative Seltenheit der Erkrankung erschwert wird.

Ergebnisse

Aus Untersuchungen von Langzeitüberlebenden verschiedener anderer Tumorentitäten sind bereits häufig auftretende gesundheitliche Spätfolgen und Problembereiche bekannt. Einige davon konnten auch bei AML-Überlebenden identifiziert werden. Aus psychosozialer Sicht können basierend auf den vorhandenen Daten eine erhöhte Prävalenz von Depression, Angst und Fatigue sowie vermehrte finanzielle Sorgen beobachtet werden. Zudem ist das Risiko für verschiedene somatische Komorbiditäten wie kardiovaskuläre Erkrankungen und Sekundärmalignome bei AML-Langzeitüberlebenden erhöht.

Schlussfolgerung

Ergänzend zu regelmäßigen Kontrollen des Remissionsstatus sollten bei der Behandlung von Langzeitüberlebenden einer AML auch psychosoziale und somatische Begleit- und Folgeerkrankungen in der Nachsorge berücksichtigt werden. Außerdem sollte eine Ausweitung des intensiven Nachsorgeintervalls länger als fünf Jahre seit der Erstdiagnose erwogen werden. Weitere Studien zu Langzeitfolgen der Erkrankung sind zur Optimierung der Nachsorge von ehemaligen AML-Patienten nötig.
Titel
Langzeitfolgen der Akuten Myeloischen Leukämie und ihrer Behandlung
Sind die aktuellen Nachsorgeempfehlungen ausreichend?
Verfasst von
Anna S. Moret
Dennis Görlich
Maria C. Sauerland
Klaus H. Metzeler
Eva Telzerow
Publikationsdatum
06.09.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
best practice onkologie / Ausgabe 9/2022
Print ISSN: 0946-4565
Elektronische ISSN: 1862-8559
DOI
https://doi.org/10.1007/s11654-022-00430-3
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