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Die Onkologie

Überweisung zur Psychoonkologie und psychoonkologische Versorgung aus Sicht behandelnder Psychoonkolog*innen

Eine Common practice Analyse

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziel der Arbeit

Distress-Screenings haben sich als valide zur Identifikation psychisch belasteter Krebserkrankter erwiesen, sie reichen jedoch nicht aus, um eine psychoonkologische Versorgung sicherzustellen. Es bedarf ebenso der Optimierung gegenwärtiger Überweisungsprozesse (vom Screening zur Versorgung). In dieser Studie soll die Perspektive von Psychoonkolog*innen Einblicke in bestehende Abläufe („common practice“) geben und ermöglichen, Störungen im Prozess zu identifizieren, um eine „best practice“ zu generieren.

Methoden

In einer nichtinterventionellen, quantitativen, schriftlichen Befragung wurden Psychoonkolog*innen zum Erstkonsilgespräch befragt. Der selbstkonzipierte Fragebogen erfasste soziodemografische und onkologische Patient*innenmerkmale, Fragen zum Überweisungsprozess, Konsilablauf und zur psychischen Belastung sowie Gesundheitskompetenz von Patient*innen. Die Datenanalyse erfolgte mit IBM SPSS Statistics Version 28 (IBM Corp., Armonk, NY, USA). in Form deskriptiver und analytischer Statistik. Eine MANOVA prüfte die Wechselwirkung von Informationsvermittlung mit Konsildauer, Belastungs- und Gesundheitskompetenzeinschätzung.

Ergebnisse

Insgesamt 1048 Erstkonsilgespräche wurden von 9 Psychoonkolog*innen beurteilt. In 72,5 % (n = 754) der Konsile lag kein Distress-Screening vor. 27,7 % (n = 290) der Patient*innen wurden nach Angaben von Psychoonkolog*innen nicht über das Konsil informiert und 79,6 % (n = 467) erhielten keine schriftlichen Informationen über Psychoonkologie. In 29,0 % (n = 303) blieb die überweisende Person unbekannt. 16,0 % (n = 167) der Patient*innen lehnten psychoonkologische Unterstützung ab. 25,3 % (n = 263) der Patient*innen wurden von Psychoonkolog*innen als gering belastet eingeschätzt. In 63 % (n = 650) fand kein multiprofessioneller Austausch statt. Es bestand ein Zusammenhang F(3, 346) = 7,179, p < 0,001, zwischen geringer Informationsvermittlung vor dem Konsil und einer höheren Distress- und niedrigeren Gesundheitskompetenzeinschätzung sowie längeren Konsilgesprächsdauer.

Diskussion

Die Ergebnisse weisen auf Defizite in den Überweisungsprozessen hin. Eine Optimierung der Informationsvermittlung über psychoonkologische Angebote an Patient*innen, Standards zur Anwendung und Auswertung von Distress-Screenings sowie die Förderung eines multiprofessionellen Austauschs erscheinen geeignet, um die Versorgungsqualität zu verbessern und Fehlzuweisungen zu reduzieren.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Hinführung zum Thema

Distress-Screenings haben sich als valide zur Identifikation belasteter Patient*innen erwiesen. Distress-Screenings allein sind jedoch nicht ausreichend, um eine bedarfs- und bedürfnisgerechte psychoonkologische Versorgung zu gewährleisten. Es bedarf ergänzend der Optimierung gegenwärtiger Überweisungsprozesse vom Screeningprozess bis hin zu einer psychoonkologischen Versorgung. Die Sicht von Psychoonkolog*innen kann dazu beitragen, die „common practice“ abzubilden, um dadurch potenzielle Störungen zu identifizieren und Optimierungsansätze im Sinne einer „best practice“ zu generieren.

Hintergrund

Entsprechend dem Nationalen Krebsplan [1] und der S3-Leitlinie „Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatient*innen“ im Leitlinienprogramm Onkologie ([2]; nachfolgend: „S3-Leitlinie Psychoonkologie“) sollte Krebsbetroffenen bei psychischer Belastung („Bedarf“) und/oder einem Wunsch nach psychosozialer Unterstützung („Bedürfnis“) diese zur Verfügung gestellt werden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es der zielgerichteten Identifikation psychisch belasteter Patient*innen und einer bedarfsgerechten psychoonkologischen Versorgung [3]. Zur Identifikation psychisch belasteter Krebspatient*innen wurden Distress-Screenings entwickelt und ihr Nutzen in der Praxis nachgewiesen [4]. Trotz der Validität jener Screeninginstrumente und der Akzeptanz bei Patient*innen [5, 6] bestehen häufig Hindernisse in der praktischen Durchführung der Screenings und Störungen im Überweisungsprozess zur Psychoonkologie [7]. Neben Hürden auf Patient*innenseite wie Hemmungen zur Hilfesuche oder Angst vor Stigmatisierung [8] finden sich auch personelle, strukturelle und organisatorische Hürden auf System- und Behandler*innenseite [9]. So scheint die Durchführung von Distress-Screenings in der gegenwärtigen Praxis nicht stringent zu sein. Die Durchführungs- und Auswertungsverantwortung bleibt häufig ungeklärt [10]. Darüber hinaus zeigen sich Unsicherheiten des medizinischen Teams (ärztliches und pflegendes Personal) hinsichtlich psychischer Belastung der Patient*innen sowie mangelndes Wissen über psychosoziale Angebote [10, 11]. Dies kann zur unzureichenden Aufklärung von Patient*innen über psychische Belastungen und mögliche psychosoziale Hilfsangebote führen als auch die Gesundheitskompetenz und Inanspruchnahme psychoonkologischer Versorgung negativ beeinflussen [12]. Ca. die Hälfte aller klinisch belasteten Patient*innen möchte psychoonkologische Unterstützung wahrnehmen [13], allerdings fühlen sich weniger als 40 % ausreichend über psychoonkologische Angebote informiert [9]. Auch der multiprofessionelle Austausch zwischen ärztlichem, pflegendem und psychoonkologischem Team scheint nicht immer gegeben [14, 15] und kann zu Informationslücken in einer ganzheitlichen onkologischen Behandlung führen [16]. Die Folgen können in einer nicht zielgerichteten personellen und finanziellen psychoonkologischen Ressourcennutzung [17] sowie einem Versorgungsmissstand bedürftiger Patient*innen liegen [18].
Folglich verweisen die S3-Leitlinie Psychoonkologie sowie verschiedene Expert*innengruppen [3, 19, 20] darauf, dass die Bereitstellung von Distress-Screenings nicht ausreicht, um eine ressourcen- und bedarfsorientierte psychoonkologische Versorgung zu gewährleisten. Es bedarf vielmehr der Schaffung von „best practice“-Modellen [19, 21, 22] und einer Stärkung der interdisziplinären Kommunikation, um die Informationsweitergabe an Patient*innen und den multiprofessionellen Austausch zu gewährleisten.
Zur Identifikation potenzieller Barrieren wurden bisher Patient*innen [23] und vereinzelt behandelnde Onkolog*innen und Pflegekräfte [24] befragt. Befunde zur Versorgungssituation sowie potenziellen Hürden aus Sicht behandelnder Psychoonkolog*innen fehlen weitestgehend. Dabei verfügen Psychoonkolog*innen über die praktische Expertise, um Einschätzungen über die bestehenden Störungen in Überweisungs- und Versorgungsabläufen vorzunehmen. Psychoonkolog*innen sind im Versorgungsalltag aktiv und können damit genaue Angaben zu personellen, organisatorischen und strukturellen Hürden geben. Zudem haben sie die erforderliche fachspezifische Ausbildung sowie wiederholten, intensiven Kontakt zu Patient*innen und verfügen damit über Einsichten in psychische Belastungen und Bedürfnisse der Betroffenen, welche über ein Distress-Screening hinausgehen.

Ziel der Arbeit

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, bestehende Überweisungs- und Versorgungsprozesse („common practice“) aus Sicht behandelnder Psychoonkolog*innen systematisch zu untersuchen. Die Untersuchung gliedert sich in zwei zentrale Analysebereiche:
1.
Analyse der Überweisungsprozesse:
 
Untersucht werden die aktuellen Überweisungswege in die psychoonkologische Versorgung. Dabei sollen überweisende Behandler*innen identifiziert sowie soziodemografische und onkologische Merkmale der überwiesenen Patient*innen deskriptiv erfasst werden. Aufgrund der inkonsistenten Befundlage (vgl. [25]) wird auf spezifische Hypothesen zu Alter, Geschlecht und Tumorentität der überwiesenen Patient*innen verzichtet. Zudem werden die Verfahren zur Identifikation psychischer Belastungen vor einer Überweisung analysiert: Wird ein Distress-Screening durchgeführt („Bedarf“)? Wird der subjektive Unterstützungswunsch („Bedürfnis“) aktiv erfasst? Erfolgt eine Informationsvermittlung über psychoonkologische Angebote durch das medizinische Team?
2.
Analyse der Erstkonsilgespräche:
 
Die Abläufe psychoonkologischer Erstkonsilgespräche sollen hinsichtlich Gesprächsdauer und umgebender Bedingungen (z. B. Raumgestaltung, Lärm) analysiert sowie der Umfang und die Qualität des multiprofessionellen Austauschs aus Sicht von Psychoonkolog*innen ermittelt werden. Zusätzlich werden klinische Einschätzungen der Psychoonkolog*innen zur psychischen Belastung und Gesundheitskompetenz der Patient*innen erhoben.
Zentrale Annahmen: Es wird angenommen, dass die Erhebung von „Bedarf“ (erhöhte Distress-Screening-Werte) und „Bedürfnis“ (Gesprächswunsch) mit der Erstkonsildauer sowie der klinischen Einschätzung von Psychoonkolog*innen korrespondieren. In gruppenvergleichenden Analysen soll untersucht werden, ob das Vorliegen eines Distress-Screenings und ein Gesprächswunsch der Patient*innen zu Unterschieden in der Gesprächsdauer und in der Einschätzung von Psychoonkolog*innen hinsichtlich der psychischen Belastung und der Gesundheitskompetenz von Patient*innen beitragen. In Anlehnung an bestehende Forschungsergebnisse [9, 12] wird zudem angenommen, dass insbesondere das Ausmaß an Informationsvermittlung durch das medizinische Team einen Einfluss auf die Gesprächsdauer, den wahrgenommenen Distress und die Gesundheitskompetenz von Patient*innen hat.

Methoden

Ablauf der Studie

Es handelt sich um eine nichtinterventionelle, quantitative, schriftliche Expert*innenbeurteilung von Psychoonkolog*innen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Querschnitt. Die Expert*innenbeurteilung beinhaltet die konsekutive Analyse von psychoonkologischen Erstkonsilgesprächen mittels des „Konsiliarbeurteilungsbogens“ unmittelbar nach dem Erstgespräch. Die Erstkonsilgespräche waren Teil der medizinischen Routineversorgung. In die Beurteilung wurden psychoonkologische stationäre Erstkonsilgespräche zwischen März 2020 und Dezember 2022 eingeschlossen. Ausgeschlossen wurden Rekonsilgespräche und weiterführende psychosoziale Interventionen. Psychoonkologische Erstkonsilgespräche mit einer Dauer von <5 min wurden wegen unzureichendem Aussagegehalt ausgeschlossen. Die Studie war eingebettet in die Multicenterstudie „OptiScreen“ („Optimierte psychoonkologische Versorgung durch einen interdisziplinären Versorgungsalgorithmus – vom Screening zur Intervention“ [20]), gefördert von der Deutschen Krebshilfe. Ein positives Ethikvotum der Ethikkommission der MHH (Nr. 8478_BO_K_2019) liegt vor.

Stichprobe

Die Stichprobe setzt sich aus allen im o. g. Zeitraum in der Psychoonkologie tätigen Psychoonkolog*innen (N = 9) zusammen, die Erstkonsilgespräche durchführten und Beurteilungen mittels des „Konsiliarbeurteilungsbogens“ vornahmen. Alle Psychoonkologinnen waren weiblich und im Mittel 30,44 Jahre alt (SD = 6,74, Range = 22–42). Die Psychoonkologinnen waren seit M = 28,67 Monaten (SD = 28,11, Range = 1–89) im psychoonkologischen Konsildienst an der MHH tätig. Deskriptive Angaben zur beruflichen Qualifikation und Tätigkeit sind Tab. 1 zu entnehmen.
Tab. 1
Deskriptive Angaben zur beruflichen Qualifikation und Tätigkeit der Psychoonkologinnen (N = 9)
Berufsausbildung
% (n)
Hochschulabschluss Psychologie
100 (9)
Approbation vorliegend/in Ausbildung
88,9 (8)
Psychoonkologische Zertifizierung vorliegend/in Ausbildung
66,6 (6)
Teilnahme an Inter- und Supervision (wöchentlich)
88,9 (8)
Teilnahme an psychoonkologischen Fortbildungen (mind. jährlich)
55,5 (5)
Berufliche Tätigkeit
% (n)
Tätig im psychoonkologischen Dienst >1 Jahr
55,5 (5)
Tätig im psychoonkologischen Dienst >15 h pro Woche
66,6 (6)

Messinstrumente

Der „Konsiliarbeurteilungsbogen“ basierte inhaltlich auf dem Fragebogenkatalog der „OptiScreen“-Studie und enthielt standardisierte Items zur Soziodemografie (Geschlecht, Alter) und Onkologie (Tumorentitäten, Diagnoseart, Behandlungsprognose) der Patient*innen. Der „Konsiliarbeurteilungsbogen“ beinhaltete zudem selbstkonzipierte Fragen zur Überweisung an die Psychoonkologie (vorangegangene Informationsvermittlung durch das medizinische Team, Distress-Screening, Gesprächswunsch der Patient*innen), zum psychoonkologischen Konsilablauf (Gesprächsdauer, Gesprächsperson, umgebende Bedingungen) und multiprofessionellen Austausch (Häufigkeit, Qualität) aus der Perspektive von Psychoonkolog*innen. Ergänzend wurden die psychische Belastung und Gesundheitskompetenz von Patient*innen aus Sicht von Psychoonkolog*innen eingeschätzt. Eine Aufstellung der Fragebogeninhalte ist Tab. 2 zu entnehmen. Die Einschätzung der psychischen Belastung durch die Psychoonkolog*innen als auch das Distress-Screening erfolgten mittels des NCCN Distress-Thermometers (DT; [26]) – eines ultrakurzen Selbstbeurteilungsinstruments mit einer einzigen Item-Skala zur Erfassung der krebsspezifischen psychischen Belastung (Likert-Skala von 0 „gar nicht belastet“ bis 10 „extrem belastet“). Ein DT-Cut-off-Wert von ≥5 markiert einen erhöhten Distress und signalisiert einen psychoonkologischen Unterstützungsbedarf. Zur Fremdbeurteilung wurde das NCCN Distress-Thermometer sprachlich adaptiert. Fragen zur wahrgenommenen Gesundheitskompetenz der Patient*innen orientieren sich am Health Literacy Survey Questionnaire (HLS‑Q, Item 2, 8; [27]) mit einer Likert-Skala von 0 „sehr schwierig“ bis 3 „sehr einfach“. Höhere Punktzahlen weisen auf eine bessere Gesundheitskompetenz hin. Ergänzt wurde der HLS‑Q durch ein selbstkonzipiertes Item, siehe Tab. 2.
Tab. 2
Inhalte, Items und Antwortskalierung des „Konsiliarbeurteilungsbogens“
Themenbereiche
Inhalt
Item
Antwortskalierung
Soziodemografie
Geschlecht
Einfachauswahl
Alter
Offene Frage
Onkologiea
Tumorentitäten
Offene Frage
Diagnoseart
Einfachauswahl
Behandlungsprognose
Einfachauswahl
Distress-Screening
Vorliegen Distress-Screening
Einfachauswahl
Distress-Wert
Offene Frage
Gründe für Fehlen des Screeningbogens
Offene Frage
Konsilablauf
Gesprächsdauer
Offene Frage
Gesprächsperson
Einfachauswahl
Überweisende Person
Einfachauswahl
Beurteilung umgebender Faktoren
„Wie bewerten Sie die umgebenden Faktoren (Organisation, Materialien, Räumlichkeiten, Verfügbarkeit des Patienten/der Patientin, Dokumentation etc.), um eine psychoonkologische Unterstützung zu gewährleisten?“
1 „unzureichend“ bis 5 „sehr hochwertig“
Art potenzieller unzureichender umgebender Faktoren
Mehrfachauswahl
Multiprofessioneller Austausch
Art
Einfachauswahl
Professur
Mehrfachauswahl
Qualität
„Wie bewerten Sie den Austausch mit dem Behandlungsteam bzgl. dieser/dieses Patient*in?“
1 „unzureichend“ bis 5 „sehr hochwertig“
Übereinstimmungen hinsichtlich des psychischen Belastungsausmaßes
„Gab es unterschiedliche Einschätzung hins. der psychischen Belastung dieser/dieses Patient*in zwischen Ihnen und dem medizinischen Behandlungsteam?“
Einfachauswahl
Übereinstimmungen hinsichtlich des Behandlungsbedarfs
„Gab es unterschiedliche Einschätzung hins. des psychoonkologischen Versorgungsbedarfs dieser/dieses Patient*in zwischen Ihnen und dem medizinischen Behandlungsteam?“
Einfachauswahl
Distress-Screening
Distress-Thermometer [26] in Fremdbeurteilung durch Psychoonkologin
„Bitte kreuzen Sie die Zahl an (0–10), die am besten beschreibt, wie psychisch belastet Sie die/den Patient*in erlebt haben?“
0 „gar nicht belastet“ bis 10 „extrem belastet“
Distress-Thermometer [26] in Selbstbeurteilung durch die/den Patient*in
„Bitte kreuzen Sie die Zahl an (0–10), die am besten beschreibt, wie belastet Sie sich in den letzten Wochen einschließlich heute gefühlt haben?“
0 „gar nicht belastet“ bis 10 „extrem belastet“
Gesundheitskompetenz
Item 2 des Health Literacy Survey Questionnaire [27]
„Wie einfach ist es Ihrer Meinung nach für die/den Patient*in herauszufinden, wo sie/er professionelle Hilfe erhält, wenn sie/er krank ist?“
0 „sehr schwierig“ bis 3 „sehr einfach“
Item 8 des Health Literacy Survey Questionnaire [27]
„Wie einfach ist es Ihrer Meinung nach für die/den Patient*in, Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten bei psychischen Problemen, wie Depression, zu finden?“
0 „sehr schwierig“ bis 3 „sehr einfach“
Kompetenz, eigenen psychoonkologischen Unterstützungsbedarf zu erkennen
„Wie schätzen Sie die Kompetenz der/des Patient*in ein, den eigenen psychoonkologischen/psychotherapeutischen Unterstützungsbedarf zu erkennen?“
1 „sehr gering“ bis 5 „sehr hoch“
Informiertheit
Informiertheit der/des Patient*in über das Stattfinden des Konsils
„Patient*in über Konsil vorab informiert?“
Einfachauswahl
Informationserhalt schriftlich über psychosoziale Angebote
„Patient*in vorab Flyer zu psychosozialen Angeboten erhalten?“
Einfachauswahl
Informationserhalt mündlich und/oder schriftlich über psychosoziale Angebote durch ärztliches Personal
„Wie viel Information hat die/der Patient*in Ihrer Meinung nach vom ärztlichen Personal hins. psychoonkologischer Unterstützung vorab erhalten?“
1 „sehr wenig“ bis 4 „sehr viel“
Informationserhalt mündlich und/oder schriftlich über psychosoziale Angebote durch pflegendes Personal
„Wie viel Information hat die/der Patient*in Ihrer Meinung nach vom Pflegepersonal hins. psychoonkologischer Unterstützung vorab erhalten?“
1 „sehr wenig“ bis 4 „sehr viel“
aAnmerkung: Onkologische Krankendaten, die nicht im Gespräch exploriert werden konnten, wurden aus der medizinischen Akte entnommen

Statistische Auswertung

Statistische Analysen wurden mittels IBM SPSS Statistics 28 durchgeführt. Zur deskriptiven Beschreibung der Patient*innenstichprobe sowie der Überweisungs- und der Erstkonsilverläufe wurden Prävalenzen (N), Prozentsätze (%), Mittelwerte (M) und Standardabweichungen (SD) für die Gesamtstichprobe und getrennt nach Geschlecht ermittelt. Zusammenhänge zwischen den Variablen wurden mittels Korrelationsanalyse nach Bravais-Pearson und Spearman untersucht. Ein zweiseitiger p-Wert von <0,01 wurde als statistisch signifikant bewertet [28]. Effektstärken orientieren sich an Cohen [29]. Gruppenunterschiede wurden mittels unabhängiger t‑Tests und Chi-Quadrat-Tests durchgeführt. Um einer α‑Fehler-Kumulierung entgegenzuwirken, erfolgte eine Adjustierung des Signifikanzniveaus nach Bonferroni. Zur Untersuchung der Einflüsse von Informationsvermittlung auf die Gesprächsdauer, Belastungs- und Gesundheitskompetenzeinschätzung im Erstkonsilgespräch wurde eine MANOVA berechnet. Multivariate Ausreißer wurden mittels Mahalanobis-Distanz (p > 0,001) ermittelt.

Ergebnisse

Überweisung zur Psychoonkologie

N = 1048 „Konsiliarbeurteilungsbögen“ wurden in die Studie eingeschlossen. Patient*innen, welche an ein psychoonkologisches Erstkonsilgespräch überwiesen wurden, waren in 51,1 % (n = 536) weiblich und in 46,7 % (n = 489) männlich. Das mittlere Alter der Patient*innen betrug M = 60,57 Jahre (SD = 14,53, Range: 18–93). Zwei Drittel der Patient*innen waren erstmalig an Krebs erkrankt (66,6 %, n = 679) und in kurativer Behandlung (39,6 %, n = 409). Mit 27,6 % (n = 289) waren die häufigsten Tumorentitäten bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane (ICD-10: C15–C26). Alle onkologischen Daten sind Tab. 3 zu entnehmen.
Tab. 3
Onkologische Daten (Tumorentität, Diagnoseart, Behandlungsprognose) von Patient*innen im Erstkonsilgespräch
 
Gesamt
Weiblich
Männlich
N
1048
536
489
Diagnoseart nach ICD-10 [30]
% (n)
C00–C14 Bösartige Neubildungen der Lippe, der Mundhöhle und des Pharynx
4,8 (49)
3,3 (17)
6,7 (32)
C15–C26 Bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane
28,1 (289)
26,2 (137)
29,5 (142)
C30–C39 Bösartige Neubildungen der Atmungsorgane und sonstiger intrathorakaler Organe
9,3 (95)
10,1 (53)
8,3 (40)
C43–C44 Melanom und sonstige bösartige Neubildungen der Haut
6,3 (65)
7,8 (41)
4,6 (22)
C45–C49 Bösartige Neubildungen des mesothelialen Gewebes und des Weichteilgewebes
5,2 (53)
5,0 (26)
5,4 (26)
C64–C68 Bösartige Neubildungen der Harnorgane
4,6 (47)
3,6 (19)
5,6 (27)
C81–C96 Bösartige Neubildungen des lymphatischen, blutbildenden und verwandten Gewebes
15,3 (157)
13,8 (72)
16,8 (81)
Andere onkologische Neubildungen (Häufigkeit je <4,5%)
17,8 (182)
18,0 (94)
18,1 (87)
Diagnoseart
% (n)
Erstdiagnose
66,6 (679)
64,0 (332)
69,7 (333)
Rezidiv
21,6 (220)
22,0 (114)
20,7 (99)
Weitere onkologische Diagnose (Zweittumoren)
11,8 (120)
14,1 (73)
9,6 (46)
Behandlungsprognosea
% (n)
Bekannt
68,5(708)
70,0 (369)
66,3 (321)
– kurativ
39,6 (409)
43,3 (228)
36,0 (174)
– palliativ
27,0 (279)
25,4 (134)
27,7 (134)
– supportiv
1,9 (20)
1,3 (7)
2,7 (13)
Unbekannt
31,5 (326)
30,0 (158)
33,7 (163)
aAnmerkung: Entsprechend der Deutschen Krebsgesellschaft [31] erfolgt die Unterteilung der Behandlungsprognosen in „kurativ“ = heilend; „palliativ“ = nichtheilbar, symptomlindernd; „supportiv“ = unterstützend, Begleit‑, Akut- und Spätfolgen reduzierend
Von N = 1048 psychoonkologischen Erstkonsilgesprächen erfolgten 47,8 % (n = 498) der Überweisungen durch behandelnde Ärzt*innen und 13,8 % (n = 144) durch das Case-Management. In 1,4 % (n = 15) wurde ein Konsil durch das Pflegepersonal initiiert. In 29,1 % (n = 303) blieb dem psychoonkologischen Team unklar, durch wen das Konsil veranlasst wurde. Laut Psychoonkologinnen äußerten 69,2 % (n = 724) der Patient*innen einen psychoonkologischen Gesprächswunsch („Bedürfnis“). 16,0 % (n = 167) wurden für ein Erstkonsilgespräch angemeldet, obwohl sie ein psychoonkologisches Gespräch ablehnten.
In 75,6 % (n = 270) schätzten Psychoonkologinnen das Ausmaß der Informationsvermittlung über Psychoonkologie durch das ärztliche Personal (mündlich und schriftlich über Psychoonkologie und psychoonkologische Angebote) als „sehr wenig bis eher wenig“ ein. In 88,5 % (n = 278) schätzten Psychoonkologinnen die Informationsvermittlung durch Pflegepersonal als „sehr wenig bis eher wenig“ ein. 79,6 % (n = 467) erhielten keine schriftlichen Informationen (Flyer, Broschüre etc.) über Psychoonkologie und psychosoziale Angebote. 27,7 % (n = 290) der Patient*innen waren laut Psychoonkolog*innen nicht über das Stattfinden des psychoonkologischen Konsils informiert. Von N = 1048 Erstkonsilen lag in 72,5 % (n = 754) kein Distress-Screening vor. Als häufigste Ursache für das Fehlen eines Distress-Screenings benannten Psychoonkologinnen ein reguläres Fehlen des Distress-Screenings auf den jeweiligen Stationen (47,6 %, n = 160), vgl. Tab. 4.
Tab. 4
Deskriptive Statistik zum Einsatz des Distress-Thermometers (DT). Einschätzungen von Psychoonkologinnen
Distress-Screening vor dem Konsil
% (n)
Vorhanden
27,5 (286)
Nicht vorhanden
32,1 (334)
Summe aus „nicht vorhandenen“ und „nicht auffindbaren“ Distress-Screenings: 72,5 % (754)
Nicht auffindbar/unklarer Verbleib
40,4 (420)
Gründe für fehlendes Distress-Screening
% (n)
Wird von Station regulär nicht verwendet
47,6 (160)
Wurde von Station bisher nicht ausgehändigt
20,8 (70)
Nicht in Akte/Akte nicht auffindbar
19,6 (66)
Von Patient*in nicht ausgefüllt
8,6 (29)
Nicht vorhanden, da Spontangespräch
0,9 (3)
Patient*in nicht fähig (kognitiv, körperlich, sprachlich), Screening auszufüllen
0,9 (3)
Sonstige Gründe
1,5 (5)
Bei 75,4 % (n = 190) der Patient*innen, bei denen ein Distress-Screening vorlag, zeigte sich eine erhöhte Belastung (DT-Cut-off-Wert ≥5). Bei 24,6 % (n = 62) lag ein niedriger Distress-Wert (DT-Cut-off-Wert <5) vor. Die mittlere Belastung im DT lag bei M = 6,06, SD = 2,44. Die Selbstbeurteilung der Patient*innen im DT (M = 6,06, SD = 2,44) korrelierte positiv mit der Fremdbeurteilung durch die Psychoonkologinnen (M = 5,68, SD = 1,92), r = 0,722, p < 0,001, n = 252, d = 0,50. Angaben zum zeitlichen Abstand zwischen Selbst- und Fremdbeurteilung lagen nicht vor.

Ablauf von Erstkonsilgesprächen

In 92,3 % (n = 964) erfolgte das Erstkonsilgespräch mit den Patient*innen alleine. 7,7 % (n = 80) der Patient*innen nahmen das Konsil gemeinsam mit Angehörigen wahr, am häufigsten mit den Lebensgefährt*innen (61,3 %, n = 49). Männer hatten genauso häufig Angehörigenbeistand wie Frauen, p = 0,066, n=1021, CC = 0,058. Die Dauer der Erstkonsilgespräche (exklusive der Zeit zur Beantwortung des „Konsiliarbeurteilungsbogens“) betrug im Mittel M = 38 min (SD = 19, Range: 5–120). 24,1 % (n = 251) aller Erstgespräche dauerten <25 min, weitere 44,8 % (n = 467) bis zu 50 min und 26,0 % (n = 271) wiesen eine Dauer von über 50 min auf.
In 57,6 % (n = 582) aller Erstkonsilgespräche schätzten die Psychoonkologinnen die umgebenden Konsilbedingungen, wie Räumlichkeiten, Lärm, Anwesenheit der Patient*innen beim Aufsuchen etc., als „teilweise unzureichend“ bis „unzureichend“ ein (M = 3,18, SD = 1,13). Als häufigste Störfaktoren wurden (1) die Räumlichkeiten (42,5 %, n = 228), z. B. Mehrbettzimmer oder fehlende Rückzugsmöglichkeit, (2) die Lärmkulisse (26,3 %, n = 141), z. B. Störungen durch Mitpatient*innen, Fernseher etc. und (3) der hinderliche kognitive/körperliche/sprachliche Zustand der Patient*innen für ein Gespräch (17,0 %, n = 91) genannt. Zwischen der Beurteilung der umgebenden Konsilbedingungen und der Belastungseinschätzung (Distresseinschätzung) durch die Psychoonkologinnen bestand eine annähernde Korrelation, r = −0,021, p = 0,023.
Vor oder nach erfolgtem psychoonkologischem Konsil fand in 63,0 % (n = 650) aller Konsile zwischen dem medizinischen und psychoonkologischen Team kein Austausch statt. Wenn ein Austausch erfolgte (n = 382), fand dieser meist persönlich (87,8 %, n = 325) und mit dem Pflegepersonal (37,7 %, n = 142) statt, vgl. Tab. 5.
Tab. 5
Deskriptive Angaben zum multiprofessionellen Austausch aus Sicht von Psychoonkologinnen
Austausch erfolgta
% (n)
Ja
37,0 (382)
Nein
63,0 (650)
Art des Austauschs
% (n)
Persönlich
87,8 (325)
Telefonisch
9,7 (36)
E‑Mail
2,4 (9)
Profession
% (n)
(Ober‑)Ärzt*in
29,4 (111)
Pflegekraft
37,7 (142)
Sozialdienst
0,3 (1)
Andere (Case-Management, Seelsorge, Physiotherapeut*in)
16,0 (60)
Mehrere Professionen/Teambesprechungen
% (n)
(Ober‑)Ärzt*in und Pflegekraft
12,5 (47)
(Ober‑)Ärzt*in und Sozialdienst
0,3 (1)
(Ober‑)Ärzt*in, Pflegekraft und Sozialdienst
2,1 (8)
Pflegekraft und Case-Management
1,3 (5)
Einschätzung hins. Qualität des multiprofessionellen Austauschsb
% (n)
Unzureichend – eher unzureichend
7,4 (28)
Teils, teils
26,1 (99)
Eher hochwertig – sehr hochwertig
66,6 (253)
Einschätzung hins. psych. Belastung des/der Patient*in
% (n)
Übereinstimmende Einschätzung
87,3 (473)
Unterschiedliche Einschätzung
12,7 (69)
„Ich [Psychoonkologin] schätze die Belastung höher ein“
21,7 (15)
„Ich schätze die Belastung niedriger ein“
78,3 (54)
Einschätzung hins. psychoonkologischen Versorgungsbedarfs
% (n)
Übereinstimmende Einschätzung
88,1 (489)
Unterschiedliche Einschätzung
11,9 (66)
„Ich sehe keinen Versorgungsbedarf“
83,3 (55)
„Ich sehe einen Versorgungsbedarf“
9,1 (6)
„Ich sehe einen anderen Versorgungsbedarf“
7,6 (5)
aAnmerkung: Austausch mit medizinischem Behandlungsteam vor oder nach dem psychoonkologischen Erstkonsilgespräch
bAnmerkung: Austauschqualität ursprüngliche Antwortskala von 1 „unzureichend“ bis 5 „sehr hochwertig“, verkürzt zur 3‑stufigen Skalierung
Die Austauschqualität wurde von Psychoonkologinnen auf einer Skala von 1 „unzureichend“ bis 5 „sehr hochwertig“ im Mittel mit 3,77 (SD = 0,97) bewertet. In 66,6 % (n = 253) der Konsile wurde der Austausch als „hochwertig“ bis „sehr hochwertig“ eingeschätzt. Sofern ein Austausch erfolgte, ergaben sich übereinstimmende Einschätzungen zwischen dem medizinischen und dem psychoonkologischen Team hinsichtlich der psychischen Belastung (87,3 %, n = 473) sowie hinsichtlich des psychoonkologischen Versorgungsbedarfs (88,1 %, n = 489) der Patient*innen. Bei unterschiedlichen Einschätzungen in der psychischen Belastung (n = 69) wurde in 78,3 % (n = 54) das Belastungsausmaß der Patient*innen von Psychoonkologinnen niedriger eingeschätzt als vom medizinischen Team.
Im Mittel beurteilten die Psychoonkologinnen die psychische Belastung von Patient*innen mit M = 5,68 (SD = 1,92). 74,7 % (n = 777) der Patient*innen wurden von den Psychoonkologinnen im Erstkontakt als signifikant klinisch belastet (DT-Cut-off-Wert ≥5) eingeschätzt. 24,6 % (n = 62) der Patient*innen wurden im Erstkonsilgespräch als „nicht oder niedrig belastet“ (DT-Cut-off-Wert <5) eingeschätzt. Mit M = 2,93 (SD = 1,29) bewerteten die Psychoonkologinnen die Gesundheitskompetenz von Patient*innen, den eigenen psychoonkologischen/psychotherapeutischen Unterstützungsbedarf zu erkennen, als „eher gering“. Insgesamt wurden 65,0 % (n = 675) als „gering bis teilweise kompetent“ wahrgenommen.

Zusammenhänge zwischen Überweisungs- und Konsilabläufen

Es bestand eine positive Korrelation zwischen dem vorangegangenen Distress-Screening (Selbstbeurteilung der Patient*innen) und der Erstkonsilgesprächsdauer. Je höher der DT-Wert, desto länger war die Gesprächsdauer (Spearmans ρ = 0,306; p = 0,001; n = 124). Der Effekt war mit ρ > 0,3 mittelstark. Ein Mittelwertvergleich zwischen den Gruppen „wenig belastet“ (Selbstbeurteilung der Patient*innen, DT-Cut-off-Wert <5) und „signifikant belastet“ (DT-Cut-off-Wert ≥5) zeigte einen Unterschied, p < 0,001, n = 275. Patient*innen mit einem DT-Cut-off-Wert von ≥5 sprachen im Mittel 43 min mit den Psychoonkologinnen, während Patient*innen mit einem DT von <5 im Mittel 31 min Gesprächsdauer zeigten. Die Gesprächsdauer korrelierte zudem mit dem geäußerten Gesprächswunsch („Bedürfnis“), r = −0,292, p < 0,001, n = 928.
Auch zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Gesprächswunsch und der Distresseinschätzung durch die Psychoonkologinnen. Patient*innen mit einem Gesprächswunsch (M = 6,36, SD = 1,43) wurden im Gruppenvergleich mit Patient*innen ohne einen Gesprächswunsch (M = 3,95, SD = 1,93) als signifikant stärker belastet wahrgenommen, p < 0,001, 95 %-CI [2,15, 2,65], r = 0,601. Der geäußerte Gesprächswunsch korrelierte positiv mit der wahrgenommenen Gesundheitskompetenz. Wenn ein Gesprächswunsch geäußert wurde, wurden Patient*innen von den Psychoonkologinnen als kompetenter eingeschätzt, den eigenen psychoonkologischen Unterstützungsbedarf zu erkennen (r = 0,262, p < 0,001, n = 924). Das wahrgenommene Maß an Informationsvermittlung durch das medizinische Team zeigte einen positiven Zusammenhang zur Distresseinschätzung durch die Psychoonkologinnen. Im Vergleich zwischen den Gruppen „wenig informiert“ durch Ärzt*innen (M = 6,39, SD = 1,72) und „hoch informiert“ durch Ärzt*innen (M = 5,29, SD = 2,04) wurden die wenig informierten Patient*innen als belasteter eingestuft, p < 0,001, d = −0.558.
Bei den Patient*innen, die von Psychoonkologinnen als „wenig informiert“ durch Pflegekräfte eingeschätzt wurden, wurde die psychische Belastung höher eingeschätzt (M = 6,44, SD = 2,10) im Vergleich zu Patient*innen, die als „hoch informiert“ durch Pflegekräfte (M = 5,31, SD = 2,04) eingeschätzt wurden, p = 0,002, d = −0,554.
Das Ausmaß der Informationsvermittlung durch das ärztliche Personal korrelierte zudem negativ mit der wahrgenommenen Gesundheitskompetenz der Erkrankten, den eigenen psychoonkologischen Unterstützungsbedarf zu erkennen, r = −0,294, p < 0,001 (n = 357). Im Chi-Quadrat-Gruppenvergleich „sehr wenig bis eher wenig“ und „eher viel bis sehr viel“ Informationsvermittlung durch das ärztliche Personal ließ sich in der Gruppe „eher viel bis viel“ Informationsvermittlung häufiger ein Gesprächswunsch verzeichnen, p < 0,001, n = 881, CC = 0,433. Unter der Adjustierung des Signifikanzniveaus nach Bonferroni blieben die p-Werte signifikant.
Es zeigte sich keine signifikante Korrelation zwischen der Informationsvermittlung durch das Pflegepersonal und der wahrgenommenen Gesundheitskompetenz von Patient*innen, r = −0,076, p = 0,206 (n = 277).
Eine einfaktorielle MANOVA der Variable (Informationsvermittlung durch Ärzt*innen) mit den Ausprägungen „eher wenig“ bis „sehr wenig“ Informationsvermittlung und „eher viel“ bis „sehr viel“ Informationsvermittlung mit den abhängigen Variablen „psychische Belastungseinschätzung“ (Distress), „Gesundheitskompetenzeinschätzung“ und „Gesprächsdauer“ zeigte einen signifikanten Unterschied, F(3, 346) = 7,179, p < 0,001, partielles η2 = 0,059, Pillai-Spur = 0,059. Post-hoc-Tests mit einfaktoriellen ANOVA zeigten signifikante Unterschiede zwischen der Ausprägung der Informationsvermittlung und der Distresseinschätzung (F(1, 348) = 19.419, p < 0,001, partielles η2 = 0,053) sowie der Gesundheitskompetenzeinschätzung (F(1, 348) = 13.634, p < 0,001, partielles η2 = 0,038). Patient*innen der Gruppe „wenig informiert“ durch Ärzt*innen wurden im Erstkonsilgespräch als psychisch belasteter und als weniger gesundheitskompetent eingeschätzt. Zwischen der Ausprägung der Informationsvermittlung und der Gesprächsdauer des Konsils zeigte sich kein signifikanter Unterschied, F(1, 348) = 1,480, p = 0,225, partielles η2 = 0,004.

Diskussion

In der vorliegenden Studie wurden bestehende Strukturen und Abläufe („common practice“) im psychoonkologischen Konsildienst durch Psychoonkolog*innen eingeschätzt. Dabei zeigten sich Fehlüberweisungen zur Psychoonkologie. Ein Viertel der zugewiesenen Patient*innen wurde von Psychoonkolog*innen als nicht oder gering belastet (DT < 5) eingeschätzt. 17 % der Überwiesenen zeigten einen für das Gespräch unzureichenden kognitiven, körperlichen oder sprachlichen Zustand. 16 % lehnten vorab psychoonkologische Unterstützung ab, wurden dennoch zu einem Erstkonsil angemeldet [32]. Die hohe Rate der „nicht klinisch belasteten“ oder „ablehnenden“ Patient*innen kann nicht auf eine Belastungsremission bis zum Stattfinden des Gesprächs zurückgeführt werden, sondern weist eher auf eine Fehleinschätzung/-überweisung durch das medizinische Team hin. Möglicherweise werden Patient*innen routinemäßig und/oder zur Erfüllung notwendiger Zertifizierungskennzahlen [33], ohne Überprüfung des Bedarfs und Bedürfnisses, an die Psychoonkologie überwiesen. Zudem scheinen Distress-Screenings nur unzureichend eingesetzt oder ausgewertet zu werden (Screeningrate unter 28 %), vgl. ähnliche Befunde [34]. Ursachen können in personellen und strukturellen Hürden liegen. Folglich könnte die Festlegung einer personellen Verantwortung für Durchführung, Auswertung und Interpretation von Distress-Screenings zu einem stringenten Einsatz beitragen. Bisher blieb in einem Drittel aller Erstkonsilgespräche für die Psychoonkologinnen unklar, durch wen die Zuweisung initiiert wurde. Für Psychoonkolog*innen bleibt damit ungeklärt, mit wem potenzielle Belastung oder Indikationen rückkommuniziert werden sollten. Interessanterweise wurden in dieser Studie 1 % aller Konsile durch das Pflegepersonal initiiert, gleichzeitig wurden jedoch fast 40 % der Rückmeldungen an das Pflegepersonal gegeben. Dies weist auf ein Sender-Empfänger-Problem hin und zeigt die Verbesserungsnotwendigkeit in der Kommunikationsstruktur zwischen dem medizinischen und psychoonkologischen Team. Intrapsychische oder interpersonelle Belastungen, persönliche Besonderheiten, ergänzendes Symptomwissen über Patient*innen und Möglichkeiten zur Stärkung der Behandlungsadhärenz können dadurch nicht ausgetauscht werden. Ursachen für den fehlenden Austausch könnten (1) personelle Faktoren wie fehlende Integration von Psychoonkolog*innen im medizinischen Behandlungsteam, Unsicherheiten in der gegenseitigen Kommunikationsaufnahme oder wechselnde Ansprechpersonen durch Rotation oder Verlegung sein. Zudem können auch (2) strukturelle Einflüsse, wie z. B. übermäßige Arbeitsdichte und damit unzureichende zeitliche Verfügbarkeit für einen Austausch, räumliche Barrieren, abweichende Arbeitszeiten oder fehlende Kontinuität der medizinischen Behandler*innen im Behandlungsverlauf, verantwortlich sein. Die Überwindung dieser Hindernisse hin zu einem konstanten multiprofessionellen Austausch könnte bestehende Informationslücken reduzieren und den Informationsfluss über Psychoonkologie gegenüber Patient*innen verbessern [16]. Auch könnten unterschiedliche Einschätzungen hinsichtlich des Belastungs- und Unterstützungsausmaßes von Patient*innen verringert werden und zu einer Reduktion der Fehlzuweisungen beitragen. Zudem sollte auch die Informationsvermittlung an Patient*innen durch das medizinische Team erhöht werden, denn sie steht im Zusammenhang mit der wahrgenommenen Belastung und der Gesundheitskompetenz von Patient*innen. Vor allem die Förderung von Gesundheitskompetenz ist bedeutsam, denn „Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz nutzen seltener präventive Maßnahmen oder Screeninguntersuchungen, ihr Gesundheitszustand ist schlechter und sie werden häufiger hospitalisiert“ (S. 427; [35]). Eine bessere Aufklärung über psychische Belastungen und mögliche Hilfsangebote könnte zu einer geringeren Belastung sowie höheren Gesundheitskompetenz beitragen und damit die Versorgungskapazität reduzieren [36]. Zudem könnten Hemmungen auf Patient*innenseite abgebaut und die Adhärenz gestärkt werden [14].
Zur Optimierung der psychoonkologischen Versorgung sollten auch die Rahmenbedingungen verbessert werden. In über der Hälfte aller Konsilgespräche waren die umgebenden Konsilbedingungen, wie Räumlichkeiten oder Lärmkulisse, für Psychoonkologinnen unbefriedigend. Es scheint notwendig, die Räumlichkeiten und die Lärmkulisse zu optimieren, um einer überhöhten Belastungseinschätzung entgegenzuwirken. Entsprechend verweist auch die S3-Leitlinie Psychoonkologie wiederholt auf die Notwendigkeit zur Schaffung geeigneter „Räumlichkeiten …, die eine ungestörte und vertrauliche psychoonkologische Beratung und Behandlung ermöglichen“ (S. 164; [2]).

Limitationen

Die Einschätzungen von Psychoonkologinnen bilden eine Perspektive in einem komplexen und sich wechselseitig multimodal beeinflussenden Prozedere ab, stellen jedoch kein Objektivitätsmaß dar. Durch die Homogenität und geringe Größe der vorliegenden Stichprobe ist die Generalisierbarkeit der Ergebnisse eingeschränkt. Unterschiede in den Einschätzungen zwischen den einzelnen Psychoonkologinnen wurden in dieser Studie nicht untersucht. Zudem zeigt diese Studie einen Querschnitt der Zuführungs- und Versorgungssituation zum Zeitpunkt des Erstkonsils, sie bietet keine vollumfängliche Versorgungsabbildung. Zur Überprüfung der Ergebnisse wäre es sinnvoll, in weiterführenden Untersuchungen die identifizierten Barrieren aus unterschiedlichen Perspektiven und mehrmalig im Behandlungsverlauf zu betrachten, um potenzielle Unter‑/Überschätzungstendenzen zu korrigieren. Zu betonen ist weiter, dass die konsiliarische Versorgung onkologischer Patient*innen in dieser Studie unter der COVID-19-Pandemie stattfand. Dabei entstanden Verzögerungen und Einschränkungen in der zeitlichen und personellen Versorgung bedürftiger Patient*innen. Der Einfluss potenzieller Mehrbelastungen auf Patient*innen- und Behandler*innenseite und zusätzlicher Barrieren in der Durchführung von Distress-Screenings und der Informationsvermittlung sollten betont werden.

Fazit für die Praxis

Für eine „best practice“ erfordert es eine Optimierung der gegenwärtigen Überweisungsprozesse. Dazu zählen:
  • Eine stringente Informationsvermittlung und Aufklärung über psychische Belastung und psychoonkologische Unterstützung (im Gespräch und als schriftliches Material) durch das medizinische Team und
  • die systematische Erfassung der psychischen Belastung („Bedarf“) durch standardisierte Distress-Screenings sowie eine gezielte Erhebung des Patientenwunschs („Bedürfnis“) kann Fehlüberweisungen, verlängerte Konsilgespräche und erhöhte Belastungseinschätzungen des psychoonkologischen Teams reduzieren.
  • Eine Ausarbeitung klarer struktureller und personeller Zuständigkeiten für die Durchführung, Auswertung und Folgeindikationen von Distress-Screenings ist erforderlich, um Überweisungsprozesse zu optimieren.
  • Multiprofessionelle Austauschflächen sind notwendig, um heterogene Belastungseinschätzungen der Behandler*innen und damit Fehlüberweisungen zu vermeiden.
  • Multiprofessionelle Austauschflächen sind dienlich, um Störungen im Überweisungsprozess rückbesprechen zu können.
  • Die räumlichen und organisatorischen Bedingungen für Konsilgespräche sind bedarfsgerecht anzupassen.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

V. Ginger, L. Dreismann und T. Zimmermann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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Titel
Überweisung zur Psychoonkologie und psychoonkologische Versorgung aus Sicht behandelnder Psychoonkolog*innen
Eine Common practice Analyse
Verfasst von
Viktoria Ginger
Lara Dreismann
Tanja Zimmermann
Publikationsdatum
08.07.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Onkologie / Ausgabe 10/2025
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-025-01772-7
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