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22.12.2016 | Originalien und Übersichten | Ausgabe 2/2017

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 2/2017

Psychosoziale Beratung in Frauenarztpraxen

Ergebnisse einer bundesweiten, repräsentativen Befragung von niedergelassenen Gynäkologen in Deutschland

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 2/2017
Autoren:
Dipl.-Psych. Franka Metzner, Dr. Sönke Siefert, Dr. Dipl.-Psych. Silke Pawils

Zusammenfassung

Hintergrund

Gynäkologen bieten aufgrund ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz ideale Bedingungen für den Zugang zu Familien, um Anzeichen für Überforderungssituationen, z. B. aufgrund von Partnerschaftskonflikten, Armut oder sozialer Isolation frühzeitig zu erkennen und Hilfen anzubahnen.

Fragestellung

Studienziel war es, Einstellung und Engagement von Frauenärzten im Umgang mit Patientinnen mit psychosozialen Belastungen (PSB) in gynäkologischen Praxen zu erfassen.

Methoden

In einer deutschlandweiten Fragebogenuntersuchung gaben n = 1034 von N = 3000 randomisiert ausgewählten niedergelassenen Frauenärzten (Rücklaufquote: 35 %) Auskunft zu Zuständigkeitsempfinden, Vorgehen und Hürden im Umgang mit Patientinnen mit PSB.

Ergebnisse

Von den befragten niedergelassenen Gynäkologen gaben 96 % an, sich für das Erkennen von PSB bei ihren Patientinnen zuständig zu fühlen. PSB vermuteten die teilnehmenden Frauenärzte bei 23 % ihrer Patientinnen. Die Gynäkologen berieten die Frau vorrangig selbst; häufig erfolgte auch eine Überleitung in das regionale Hilfesystem. Die eigene Praxis als Teil der Frühen Hilfen konnten sich 74 % vorstellen. Verbesserungsbedarf sahen sie v. a. in der Vernetzung und Finanzierung. Signifikante Unterschiede in den Einschätzungen und Interventionen fanden sich hinsichtlich der Berufserfahrung zwischen alten und neuen Bundesländern sowie zwischen Einzel- und Gemeinschaftspraxen.

Diskussion

Die Befragung zeigt ein überraschendes Maß an Offenheit und Engagement im Umgang mit psychosozial belasteten Patientinnen in gynäkologischen Praxen. Ein Großteil der befragten Frauenärzte bot bereits psychosoziale Interventionen an. Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass niedergelassene Gynäkologen bereit sind, im psychosozialen Hilfenetz wie z. B. den Frühen Hilfen mitzuarbeiten, wenn dafür die Rahmenbedingungen wie u. a. die Finanzierung erfüllt sind.

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