Zum Inhalt

Bindung im Jugendalter

Übersicht über Methoden zu deren Erfassung, Befunde und ihre Relevanz für die psychotherapeutische Versorgung

  • 22.10.2025
  • Psychotherapie
  • Schwerpunkt: Bindungstheorie – Übersichten
Erschienen in:

Zusammenfassung

Dieser Überblicksartikel beleuchtet – basierend auf der Forschungslage zur Relevanz von Bindung für psychische Störungen und Psychotherapie im Erwachsenenalter – die Situation in der Forschung mit Jugendlichen. Es werden die verschiedenen Verfahren zur narrativ-basierten Erfassung von Bindungsmerkmalen im Jugendalter dargestellt; diese orientieren sich in ihren Auswertungskriterien zumeist an denen des Adult Attachment Interview, aber berücksichtigen zusätzlich jugendaltersspezifische Aspekte. Die mithilfe dieser Methoden erhobenen Befunde konzentrieren sich aktuell auf Bezüge zu verschiedenen psychischen Störungen, z. B. Persönlichkeitsstörungen, und identifizieren, ähnlich wie die Forschung im Erwachsenenalter, den unsicher-verwickelten (präokkupierten) und den hinsichtlich Trauma oder Verlust unverarbeiteten Bindungsstatus als Risikofaktoren für die Entwicklung psychischer Störungen. Die Forschung zu den Auswirkungen spezifischer Bindungsmuster auf psychotherapeutische Verläufe und Outcomes erweist sich in der Altersgruppe der Jugendlichen noch als völlig am Anfang und zeigt eine bedeutsame Forschungslücke. Mit Auswertungsaspekten aus den genannten narrativ-basierten Methoden, wie z. B. Emotionale Offenheit, Idealisierung/Entwertung und Kohärenz, werden Kriterien für die Analyse von Narrativen nicht nur wissenschaftlich verwendeter Interviews, sondern auch zur Nutzung mit in der psychotherapeutischen Praxis verfügbaren Narrativen genannt.
Titel
Bindung im Jugendalter
Übersicht über Methoden zu deren Erfassung, Befunde und ihre Relevanz für die psychotherapeutische Versorgung
Verfasst von
Johanna Behringer
Julia Festini
Publikationsdatum
22.10.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-025-00810-4
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Psychiatrie

Erste Leitlinie zur Versorgung von Frauen nach sexualisierter Gewalt

Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, brauchen eine fachgerechte, traumasensible und rechtssichere Versorgung. Dies bundesweit sicherzustellen, ist Ziel der neuen S1-Leitlinie.

Erhöhter BMI nach Methylphenidat-Therapie im Kinde

  • 14.01.2026
  • ADHS
  • Nachrichten

Erhalten Kinder mit ADHS eine Behandlung mit Methylphenidat, ist der BMI im jungen Erwachsenenalter deutlich erhöht. Zudem ist die Körpergröße etwas geringer als bei Kindern ohne ADHS. Ein Großteil des Effekts lässt sich jedoch der Erkrankung zuschreiben.

Wie Chirurgen durch Missgeschicke zu zweiten Opfern werden

Wenn sich in der Medizin verhängnisvolle Komplikationen oder Fehler ereignen, gibt es neben den betroffenen Patienten oft ein zweites Opfer: die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte. Eine dafür besonders anfällige Disziplin ist die Chirurgie.

Schützt oder schadet die menopausale Hormontherapie vor Demenz?

Ob und wie sich eine menopausale Hormontherapie auf das Demenzrisiko auswirkt, ist seit Jahren umstritten. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse mit Daten von über einer Million Frauen liefert Erkenntnisse und zeigt, warum die Frage noch nicht abschließend beantwortet ist.

Bildnachweise
Bluterguss auf dem Unterarm/© millaf / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Kind bei einer Testung/© Photographee.eu / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Arzt stützt sich nachdenklich ab/© Wavebreakmedia / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Ältere Dame hält Tabletten und Packungsbeilage in den Händen/© Vladimir Vladimirov / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)